In der Kasse fehlen rund 4 Millionen – Landsberg muss Einbußen bei der Gewerbesteuer verkraften

Lediglich ein blaues Auge wird die Stadt Landsberg voraussichtlich aus dem krisengeschüttelten Jahr 2009 mitnehmen. Wie Kämmerer Manfred Schilcher am Mittwoch in seinem Bericht zur aktuellen Finanzlage ausführte, halten sich die Fehlbeträge in Grenzen. So werde die Einbuße bei der Hauptein­nah­me­­quelle Gewerbesteuer etwa vier Millionen Euro betra­gen.

Zumindest bei der Betrachtung des aktuellen Finanzjahres sind die Sorgenfalten des Kämmerers nicht ganz so ausgeprägt. Im Bereich der Gewerbesteuer waren im Haushalt 20 Millionen Euro Einnahmen angesetzt worden, jetzt geht Schilcher davon aus, dass es höchstens 16,5 Millionen sein werden. „Und das ist immer noch besser, als zu Jahresbeginn befürchtet“, betonte er im Finanzausschuss. Dass Landsberg deutlich besser wegkommt als vergleich­bare Städte sei der „relativ hohen Branchenspreizung“ zu verdanken. Schilcher: „Wir sind eben nicht ganz so stark von der Automobilindustrie abhängig.“ In diesem Zusammenhang berichtet der Kämmerer den Ratsmitgliedern, dass just am Tag der Sitzung eine Firma ihrer Gewerbesteuervorauszahlung gleich um 120000 Euro verbessert habe. „Das ist ein Novum.“ Keine neuen Schulden Postwendend aber trübte sich die Miene Schilchers wieder. Bereits im nächsten Jahr werde es mit der Haushaltsabwicklung weit schwieriger werden. Relativ geringen Einnahmen stünde ein hohes Niveau bei der Kreisumlage gegenüber, die sich an der Finanzkraft des noch guten Vorjahres orientiere. „Es muss aber niemand befürchten, dass wir unsere Aufgaben nicht wahr­nehmen können“, so Schilcher. Ziel müsse es sein, neue Schulden zu verhindern. Stattdessen werde man wohl auf die weitere Kredittilgung verzichten müsse. Allein in diesem Jahr wird der Schuldenberg um gut 4,6 Millionen Euro abschmelzen – 500000 Euro mehr als geplant. Angesichts der angespannten Haushaltslage in den nächsten Jahren kam CSU-Fraktionschef Helmut Weber nicht umhin, einen kleinen Seitenhieb in Richtung UBV auszuteilen. Keinesfalls werde es Einschnitte in so­- ziale Leistungen geben, um so genannte Frei­zeiteinrichtungen zu finanzieren. „So gesehen ist die ganze politische Aufregung gar nicht nötig“, spielte Weber auf die Diskussionen und das geplante Bürgerbegehren zum neuen Lechsteg an. Apropos Investitionen: Wie bereits in den Vorjahren sind diese auch heuer wieder „stark geprägt“ (Schilcher) von den Er­- lösen aus Grundstücksgeschäften in den Baugebieten sowie für Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Hier sind allein in diesem Jahr rund zwölf Millionen Euro eingeplant und bereits 9,2 Millionen gebucht.

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