Katastrophale Situation

Das alte Toilettengebäude ist inzwischen arg heruntergekommen. Eventuell könnte die Gemeinde die Sanitäranlagen von der Eigentümergesellschaft mieten und dann in Eigenregie betreiben. Foto: Osman

Der Gemeinderat hat sich erneut mit der Einrichtung von Sanitäranlagen am Bahnhof befasst. Nach einem Vorstoß von Bürgermeister Willi Lehmann (CSU) und Ex-Staatsminister Thomas Goppel hat die Frankfurter Main Asset Management GmbH, die die englische Eigentümergesellschaft Patron Capital vertritt, offenbar Bereitschaft angedeutet, der Gemeinde das stillgelegte Toilettengebäude zu vermieten. Gleichzeitig wird aber auch eine Containerlösung weiter untersucht.

Etwas muss geschehen, soviel ist klar. Horst Kürschner (Grüne) forderte eine schnelle Lösung, denn die Situation am Bahnhof sei mittlerweile katastrophal. „Die Leute pinkeln weiß Gott wohin.“ Christian Engelstädter (CSU) empörte sich darüber, dass die Bahn es einer kleinen Gemeinde wie Geltendorf überlasse, Sanitäranlagen für Bahnkunden bereitzustellen. „Die Gebäude einfach zu verscherbeln, ist Schurkerei.“ Man solle auf politischem Wege versuchen, die Bahn zu einem Kostenersatz zu bewegen. Sehr engagiert in der Toilettenfrage zeigt sich Thomas Goppel, der nicht nur als zuständiger Landtagsabgeordneter, sondern auch als Einwohner der Nachbargemeinde Eresing und damit Beinah-Anwohner des Bahnhofs die Geltendorfer unterstützt. So versucht Goppel, über das Verkehrsministerium auf die Bahn einzuwirken, und begleitete Bürgermeister Lehmann zu einem Gespräch mit der Main Asset. Das Unternehmen wäre unter Umständen bereit, das Toilettengebäude herzurichten, wolle aber nicht als Betreiber der Sanitäranlagen auftreten, berichtete Lehmann. Die Gemeinde könne in diesem Fall das Gebäude mieten, allerdings sei noch nicht klar, zu welchem Preis. Lehmann schlug vor, das Thema weiter zu beraten, wenn konkrete Zahlen auf dem Tisch lägen. „Darauf warten wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag“, befürchtete Josef Weiß (CSU). Er favorisiert die Containerlösung, die für 75000 Euro realisiert werden könnte und von der Bezirksregierung bezuschusst würde. Für diese Summe könnte die Gemeinde behindertengerechte, selbstreinigende Edelstahltoiletten in, wie Bürger-meister Lehmann sagte, „vandalenresistenter Ausführung“ kaufen. Einen geeigneten Standort hat der Bürgermeister auch schon im Auge. Er möchte gegenüber dem nördlichen Ende der Wartehalle „einen halben Fahrradständer opfern“ und hier die Toiletten platzieren. Der Grund gehört der Gemeinde, Wasseranschluss und Kanalisation wären vorhanden. Eckhart-Georg Miehle (SPD) sprach sich ebenso für die Containerlösung und gegen des Mieten der bestehenden Anlage aus. „Hände weg von Altgebäuden.“ Im undichten Dach des maroden Toilettenhauses hätten sich mittlerweile schon Vögel und anderes Getier eingenistet. Thomas Dietsch (FB) gab zu bedenken, dass man auch die Betriebskosten beider Lösungen vergleichen müsse. Das Gremium kam überein abzuwarten, was bei den Vorstößen Goppels herauskomme. Parallel sollen die Angebote verschiedener Containerfirmen verglichen werden.

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