Kampf gegen das Coronavirus

Bayern: Der Katastrophenfall gilt ab sofort

PantherMedia 28129245
+
Heute morgen hat Ministerpräsident Markus Söder des Katastrophenfall ausgerufen.

Landkreis – „Wir rufen den Katastrophenfall aus“, so Markus Söder in der Pressekonferenz am vergangenen Montagvormittag. Die Infektionsketten seien nicht mehr nachzuvollziehen. Der Katastrophenfall gilt ab sofort, die damit einhergehenden Maßnahmen zunächst für 14 Tage, bereist bestehende Maßnahmen bis zum 19. April. Danach müsse die aktuelle Situation bewertet werden. Es gebe keine Ausgangssperre in Deutschland, „zumindest jetzt noch nicht“, erklärte Söder.

Folgende Maßnahmen werden nun ergriffen:

• Tests auf das Coronavirus werden nur noch bei entsprechenden Symptomen durchgeführt. Ärzte in Elternzeit sollen reaktiviert werden, auch Ärzte aus dem Ruhestand werden zurückgeholt.

• Gilt bis 30. März: Der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Banken, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Optiker, Hörgeräteakustiker, Filialen der Deutschen Post, Tierbedarf, Bau- und Gartenmärkte, Tankstellen, Kfz-Werkstätten sowie Reinigungen bleiben geöffnet. Für diese Bereiche werden jedoch die Öffnungszeiten geändert. Täglich kann ab Mittwoch bis 22 Uhr eingekauft werden, auch Sonntags werden diese bis 18 Uhr geöffnet sein.

• Gilt bis 30. März: Ab Mittwoch, 18. März, darf die Gastronomie zwar öffnen, jedoch nur von 6 bis 15 Uhr und maximal 30 Personen in einer Lokalität. Lieferdienste bleiben weiterhin erlaubt.

• Gilt bis 19. April: Schulen, Kitas bleiben geschlossen, Veranstaltungen und Versammlungen werden nicht mehr genehmigt. Hiervon ausgenommen sind private Feiern in hierfür geeigneten privat genutzten Wohnräumen, deren sämtliche Teilnehmer einen persönlichen Bezug (Familie, Beruf) zueinander haben. Ausnahmegenehmigungen können auf Antrag von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist.

Seit Dienstag sind alle Freizeit-Einrichtungen wie Schwimmbäder, Kinos, Clubs, Theater, Museen, Spielplätze, Fitness-Studios, Thermen, Tierparks, Volkshochschulen und Jugendhäuser geschlossen.

Der Katastrophenfall wird öfter ausgerufen, als der name denken lässt. So fallen unter Katastrophen auch Unwetter mit Verwüstungen oder eben auch Hochwasserlagen. Dass er allerdings im gesamten Bundesland ausgerufen wird, ist eine Premiere. Normalerweise sind nur einzelne Landkreise betroffen wie bei Hochwasserkatastrophen oder auch Schneemassen, die beseitigt werden müssen.

Was bedeutet der Katastrophenfall?

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalles in Bayern sind vor allem organisatorische Fragen verbunden. Besondere finanzielle Mittel können bereitgestellt werden, eingelagerte Materialen des Zivilschutzes stehen zur Verfügung. Insbesondere geht es darum, die Arbeit aller Behörden und Hilfsorganisation zu koordinieren. Mit beispilesweise einem Einsatzleiter statt der den Organisatoren jeweils vorstehendem. Zudem können Ehrenamtliche leichter zur Mitarbeit aufgerufen werden.

Eine Katastrophe ist dabei laut bayerischem Katastrophenschutzgesetz „ein Geschehen, bei dem Leben oder Gesundheit einer Vielzahl von Menschen oder die natürlichen Lebensgrundlagen oder bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß gefährdet oder geschädigt werden und die Gefahr nur abgewehrt oder die Störung nur unterbunden und beseitigt werden kann, wenn unter Leitung der Katastrophenschutzbehörde die im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen, Organisationen und die eingesetzten Kräfte zusammenwirken“.

Auswirkungen auf Stadtverwaltung und Landratsamt

Pressesprecher Der Stadt Landsberg Andreas Létang zählt die bereits beschlossenen Maßnahmen auf:

• Bayern entschied am Freitag, alle Schulen und Kindertageseinrichtungen für fünf Wochen zu schließen. Die Regelung gilt seit Montag und endet am 19. April. Für alle Eltern, die im pflegerischen und medizinischen Bereich tätig sind, wird im städtischen „Kinderhaus an der Römerauterrasse“ eine Notgruppe (7 bis – 18 Uhr) eingerichtet. Voraussetzung für den Besuch dieser Notgruppe sei, dass beide Eltern in einem der benannten Arbeitsfelder tätig sind.

• In der Städtischen Sing- und Musikschule entfallen bis auf weiteres alle Gruppen und Unterrichte.

• Die VHS Landsberg setzt bis auf weiteres alle Kurse aus. Im Zweifelsfall: Telefon 08191/128 311 oder www.vhs-landsberg.de.

• Der Betrieb in der Eissporthalle und in den städtischen Turnhallen ist ab sofort einge­stellt.

• Das Jugendzentrum, die Stadtbibliothek und das Herkomer-Museum sind bis voraussichtlich Ende der Osterferien geschlossen. Alle Medien wurden pauschal verlängert, Rückgabetermine sind somit hinfällig. Es fallen keine Versäumnisgebühren an. Eine Rückgabe über den Buchrückgabekasten ist aufgrund von Kapazitätsproblemen nicht möglich. Bei Fragen: stadtbibliothek@landsberg.de und Telefon 08191/128 565 von 10 Uhr bis 13 Uhr. Die digitale Ausleihe von Medien per E-Book-Reader übe www.biblioplus-digital und auf Smartphones und Tablets über die Onleihe-App ist weiterhin möglich.

• Um die Erreichbarkeit und die Handlungsfähigkeit der Stadtverwaltung zu gewährleisten, arbeiten einige Mitarbeiter von zuhause aus. Nicht alle Bürger­anträge könnten deshalb umgehend bearbeitet werden.Ab dieser Woche fährt die Stadtverwaltung nur noch einen Notbetrieb von 9 bis 12 Uhr. Bürger sollen die Verwaltung nur bei dringenden Angelegenheiten und nur nach telefonischer Absprache aufsuchen.

• Gebühren für Kitas, Stadtbibliothek, Musikschule und vhs werden für die Zeit des Katastrophenfalls erlassen. Es soll einen Notfalltopf für Härtefälle geben. Stundungen und Mahnverfahren sowie Vollstreckungen werden ausgesetzt.

• Mit dem CAP-Markt wurde besprochen, dass ab sofort nach telefonischer Bestellung ein Lieferservice für die Senioren des Betreuten Wohnens am Englischen Garten eingerichtet wird. Auch die Senioren der Wohnanlage am Peter-Dörfler-Weg können ihre Waren telefonisch beim CAP Markt bestellen. Die Auslieferungen übernehmen Mitarbeiter der Stadt.

• Der Landsberger Wochenmarkt findet bis auf Weiteres statt.

• Um Fahrer und Fahrgäste auf den Linien 1 bis– 5 im Stadtbus zu schützen, kann ab sofort nur noch über die mittlere Türe zugestiegen werden. Ein Fahrscheinverkauf beim Busfahrer findet nicht statt.

• Der Seniorenbeirat hat alle Veranstaltungsangebote, wie auch den Senioren-Computertreff abgesagt.

• Stadtwerke, Bauhof und Feuerwehr haben Notfallpläne eingerichtet, um Versorgung und Einsatzfähigkeit sicherzustellen.

• Die Stadt richtet eine Notfall Hotline unter Telefon 08191/128 400 ein. Sie ist zu den Büroöffnungszeiten erreichbar.

Landratsamt

Die Öffnungszeiten bleiben bestehen, die telefonische Erreichbarkeit und auch der Kontakt via E-Mail ist weiterhin möglich“, teilt Pressesprecher des Landratsamtes Wolfgang Müller mit. Persönliche Vorsprachen seien seit Dienstag, 17. März, nur noch nach Terminvereinbarung möglich. Das gelte insbesondere für die Kfz-Zulassungsstelle. Es gebe die Möglichkeit der Online-Reservierung über die Homepage www.landratsamt-landsberg.de. Zudem bestehe auch die Möglichkeit, einen Zulassungsservice zu beauftragen.

Das Landratsamt hat eine Info-Hotline zum Thema „Corona“ (Ausnahme Fragen zu Wirtschaft und Unternehmen) eingerichtet: 08191/129-1680, Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr. Die Info-Hotline für Wirtschaft und Unternehmen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums für Fragen rund um das Coronavirus: per E-Mail unter coronavirus-info@stmwi.bayern.de, telefonisch unter 089/2162-2101 (Mo. bis Do.: 7.30 bis 17 Uhr, Fr.: 7.30 bis 16 Uhr).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kauferinger Arzt Kron mit Kind auf Berlin-Demo
Kauferinger Arzt Kron mit Kind auf Berlin-Demo
Corona im Landkreis Landsberg – der Stand der Dinge
Corona im Landkreis Landsberg – der Stand der Dinge
Kaufering: ein abgespecktes Volksfest
Kaufering: ein abgespecktes Volksfest

Kommentare