Der Viktor-Fankl-Straßenkater

Popcorn-Pauli ist ein Star

1 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
2 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
3 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
4 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
5 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
6 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
7 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.
8 von 17
Im Moving-Art-Tanzstudio fühlt sich Pauli sichtlich wohl.

Kaufering – Er ist grau-schwarz getigert mit weißen Einsprengseln. Er hat einen eigenen Instagram-Account. Und hat die Herzen der Viktor-Frankl-Straße erobert: Kater Pauli – auch unter Paulchen oder Popcorn-Pauli bekannt. Offensichtlich ein Gourmet, der überall das beste mitnimmt. Zwar übernimmt das Moving-Art-Tanzstudio Fütterung und Tierarztgang, bietet der Samtpfote auch ab und zu einen Schlafplatz. Aber sehen lässt sich Pauli auch im Filmpalast, der Kletterei und in den Gassen der Markthalle.

„Am Anfang hieß Paulchen bei uns Popcorn“, erzählt Sebastian Kremer vom Filmpalast. Als man noch gedacht habe, dass das Kino der einzige Ort sei, in das sich der Kater einschleicht. Ernüchtert habe man dann aber festgestellt, dass der Herr mehrere Orte Heimat nennt. „Er hat hier aber eine Zugangsberechtigung zu allen Räumen“, betont Kremer. „Zum Ladenschluss wird er dann, sehr zu seinem Leidwesen, rausgeschmissen.

„Wir dachten, Pauli ist ein Streuner“, erzählt Lydia Dittlein vom Tanzstudio. Weder gechippt noch tätowiert, kam er vor gut zwei Jahren am Fenster des Studios vorbei. Als gelüftet wurde, sei er reingewitscht – ins Katzenparadies: Fußbodenheizung, flauschige Teppiche, großes Sofa. Das er gleich für sich beanspruchte und seither fast täglich ansteuert. Sollte sein Platz belegt sein, drängelt er. Wer Katzen kennt, weiß, wie effektiv das sein kann. Ein Pascha , dem das Tanzstudio den Instagram-Account pauli_moving_arts eingerichtet hat.

Morgens sei er öfter am Bahnhof unterwegs, weiß Dittlein. „Aber wenn er ein paar Tage nicht da ist, fragen wir gleich überall herum, wer ihn wo zuletzt gesehen hat.“ Das Netz funktioniert. Da aber im Studio das Fressen ist und auch viele Streichler, sitze er oft schon morgens vor der Tür.

War der Vierbeiner am Anfang dürr und klapprig, ist er inzwischen „etwas aus dem Leim gegangen“, schmunzelt Dittlein: „ein wohlgenährter Mops“. Kein Wunder, schläft er doch gerne den ganzen Tag auf seinem Sofa – auch wenn er mal Pole-Pauli hieß, angelehnt an Pole-Dance, bei dem er oft zuschaue. Auch bei anderen gymnastischen Übungen schleiche er an den Beinen der Sportler entlang, sagt Dittlein. „Aber seine Liebe muss man sich verdienen.“ Bekannten Gesichtern erlaube er die Ehre, sein seidiges Fell zu streicheln. „Aber Neukunden warnen wir immer vor seiner Kratzbürstigkeit.“

Wenn es nicht regnet oder wirklich kalt ist, sollte Pauli abends auch aus dem Studio raus. Aber ganz so streng scheint Dittlein das nicht zu nehmen. Und Pauli weiß sich zu helfen: „Er versteckt sich hinter dem Vorhang“, lacht Dittlein. Und stolziert ihr dann am nächsten Tag beim Öffnen entgegen.

In die Kletterei darf der Kater nicht, berichtet Bianca Wasserle. „Aber er hat es trotzdem mal geschafft, auf dem Sofa im Kinderparadies zu übernachten.“ Sonst sei Pauli regelmäßiger Zaungast, „schon auf der Baustelle war er öfters zu sehen“. Jetzt schleiche er gerne auf die Terrasse und bitte um Streicheleinheiten. Die holt er sich auch in seinem vioerten Domizil, der Markthalle. Wo er im Übrigen „Mausbär“ genannt wird.

Popcorn-Paulis sorgenfreies Streunerleben ist im Moment unterbrochen: Er wurde ins Tierheim gebracht und dort sein Besitzer ermittelt. Der möchte ihn jedoch abgeben. Sobald der Kater übereignet ist, wird er vom Tierheim vermittelt. "Wer sich bewerben will, kann das gerne tun", sagt Detlev Großkopf vom Tierheim. Paulis Viktor-Frankl-Straßen-Gastgeber stehen schon ungeduldig in den Startlöchern. Allerdings strebt Großkopf eher eine neues Zuhause auf dem Land an, wo Pauli als Solokater fernab vom Autoverkehr leben darf. Lydia Dittlein will es trotzdem versuchen. Es heißt also Daumen drücken! Paulis richtiger Name ist übrigens Timmi.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Und wieder lockt der Heilige Geist am Wiesengrund in Landsberg
Und wieder lockt der Heilige Geist am Wiesengrund in Landsberg
"Das kleine Format": Qualität in der Nussschale
"Das kleine Format": Qualität in der Nussschale
Giftköder in Kaufering: Hund stirbt. 1.000 Euro Belohnung ausgesetzt.
Giftköder in Kaufering: Hund stirbt. 1.000 Euro Belohnung ausgesetzt.
Sanierung der alten Schule in Hofstetten dauert länger als geplant
Sanierung der alten Schule in Hofstetten dauert länger als geplant

Kommentare