Drei Frauen an der Spitze

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Die Landsberger SPD hat keinen Bedarf für die Frauenquote: Der neue Ortsvorstand wird nun von Vorsitzender Kathrin Pfeffer (Mitte) sowie ihren Stellvertreterinnen Margit Däubler (links) und Juliane Marauska (rechts) geleitet.

Landsberg – Für eine Frauenquote besteht bei der Landsberger SPD im Moment kein Bedarf – „wir sollten eher schauen, dass wir das männliche Element stärken“, meinte Ex-Oberbürgermeister Ingo Lehmann als Versammlungsleiter scherzhaft nach den Wahlen im Ortsverein.

Tatsächlich besetzt das weibliche Geschlecht jetzt drei von vier Vorstandsposten, neue Vorsitzende ist Kathrin Pfeffer. Die 28-jährige selbstständige Sprachtherapeutin und Mutter einer Tochter lebt zwar seit ihrem zweiten Lebensjahr in Landsberg, ist aber erst 2010 in die Partei eingetreten, „das bringt vielleicht Nachteile, aber auch Vorteile mit sich“, wie sie bei der Mitgliederversammlung meinte. Als neue Vorsitzende hat sie sich auf die Fahnen geschrieben, dass „die Stadtratsfraktion uns wieder mehr Themen vorstellt und wir auch öfter Gäste einladen.“ Ihre Wahl verlief dann genauso eindeutig wie fast alle anderen Personalentscheidungen an diesem Abend: Pfeffer wurde ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung gewählt.

Jeweils 23 Stimmen erhielten ihre drei Stellvertreter Margarita Däubler und Felix Bredschneijder (wie bisher) und Neuling Juliane Marauska. Sie war wie Pfeffer bisher im Vorstand der Landsberger Jusos aktiv, für Däubler eine positive Entwicklung. „Wir werden uns neu aufstellen, ich finde es gut, dass der Stab an Jüngere weitergegeben wird.“ Ganz freiwillig erfolgte die Verjüngung aber nicht. Der bisherige Vorsitzende Steven Kalus trat nicht mehr zur Wahl an, da er durch seine Arbeit für den Wahlkampf der Bayern-SPD zuletzt nicht mehr genügend Zeit für sein Amt in Landsberg hatte und auch jetzt bei der Mitgliederversammlung fehlte. „Ich möchte aber Steven für seine Arbeit danken“, so Ingo Lehmann, „es gab ja nicht nur dieses letzte Vierteljahr, in dem er komplett ausgefallen ist, er hat zuvor viel Arbeit geleistet.“

Dass das vergangene Jahr auch aus einem anderen Grund ein für die Landsberger SPD durchaus schmerzvolles war, räumte Margarita Däubler im Rückblick ein. „Wir haben schon ganz schön daran geknabbert, dass wir unseren Oberbürgermeister verlieren mussten. Aber die Fraktion ist sehr aktiv, vor allem dank der Erfahrung von Dieter Völkel.“

Dass es jetzt bereits in den nächsten Wahlkampf geht, zeigte auch die Anwesenheit des Landtagskandidaten Dr. Herbert Kränzlein. Der stellte sich der Mitgliederversammlung vor, obwohl an diesem Abend sein eigener Ortsverein in Eichenau eine wichtige Sitzung hatte. „Aber ich habe schon gute Gründe, nach Landsberg zu kommen“, so der 62-Jährige, selbst 24 Jahre lang Bürgermeister von Puchheim. „Wir wollen und müssen zusammen Wahlkampf machen und von September bis Mai werden sechs Parlamente gewählt, von kommunaler bis zur Europa-Ebene.“ Kränzlein wird im Landkreis Landsberg im Sommer mehrfach zu sehen sein: Er plant im Juli zwei zweitägige Fahrradtouren durch den Kreis und will sich den Bürgern in den Ortschaften mit einem mobilen Infostand jeweils eine Stunde zum Gespräch stellen.

Der neue Vorstand des Landsberger SPD-Ortsvereins: Katharina Pfeffer (1. Vorsitzende), Margarita Däubler, Juliana Marauska, Felix Bredschneijder (alle Stellvertreter), Gertrud Brandl-Beuth (Schriftführerin), Regina Kaiser (Kassierer), Veronika Hummel, Monika Wallerus, Hans Bucsek, Jürgen Tzschaschel sowie Gerd Lauclèe (alle Beisitzer).

Christoph Kruse

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