Gefahr des "Interessenskonflikts"

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Der Landkreis hat Interesse am Kauf der Lechsporthalle – aber entscheidet sich die Stadt auch für einen Verkauf?

Landsberg – „Wo ist der Unterschied zwischen Kaufering und Landsberg?“ Mit dieser Frage brachte Albert Thurner (SPD) die derzeitige Diskussion um den Kauf der Lechsporthalle auf den Punkt. Während der Kreistag nun nämlich zustimmte, sich an den Kosten für die Generalsanierung der Turnhalle in Kaufering zu beteiligen, steht in Bezug auf die Landsberger Halle immer noch der Kauf im Raum. Einen entsprechenden Beschluss, dass ein grundsätzliches Interesse am Kauf besteht, hat der Kreistag vergangene Woche mit zwei Gegenstimmen gefasst.

Die Situation in Kaufering stelle sich anders dar als in Landsberg, so Landrat Thomas Eichinger (CSU). Die Sporthalle in Kaufering werde zur Hälfte schulisch, zur anderen Hälfte für den Breitensport genutzt. Etwa ein Drittel der schulischen Nutzung liegt bei der gemeindlichen Mittelschule, zwei Drittel bei der Realschule Kaufering, deren Sachaufwandsträger der Landkreis ist. Ausweichmöglichkeiten wie in Landsberg gäbe es in der Marktgemeinde nicht. Die Kosten für die Generalsanierung werden auf insgesamt 5,1 Millionen Euro geschätzt. Der Kreistag fasste nun einstimmig den Beschluss, sich daran mit einer Summe von maximal 3,4 Millionen Euro zu beteiligen – bei einer erwarteten Fördersumme von 1,1 Millionen.

Bezüglich des Kaufs der Lechsporthalle gingen die Meinungen jedoch auseinander: „Der Sachaufwandsträger muss auch die Sportstätte stellen“, erklärte Eichinger bezüglich der Nutzung der Lechsporthalle durch das IKG. Im Vergleich zu Kaufering hätte die Stadt in Landsberg dagegen keinen Bedarf an einer eigenen Halle. Deshalb werde man nun diesbezüglich mit der Stadt verhandeln.

Renate Standfest (GAL) äußerte ihre Bedenken vor allem in Hinblick auf das Außengelände und die Tiefgarage: „Hier könnte ein Interessenskonflikt mit der Stadt entstehen.“ Da Halle und Gelände aber meist gemeinsam vergeben werden, sei der Miterwerb der Außenanlagen durchaus sinnvoll, so Eichinger. Im Hinblick auf die Tiefgarage müsse aber im Falle des Falles eine klare juristische Trennung erfolgen.

Als Stadträtin werde sie dem Beschluss nicht zustimmen, stellte dagegen Margarita Däubler (SPD) klar. Sie würde es vorziehen, wenn die Kauferinger Lösung auch für Landsberg überprüft werden würde. Wenn Stadt und Kreis zu einer Einigung kommen, müsste ein Gutachter den Wert der Anlage ermitteln. Über den Erwerb und die Mittelbereitung für die Sanierung könnte dann im Rahmen der Haushaltsberatungen 2015 im Herbst entschieden werden.

Astrid Erhard

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