Aus zwei mach eins

Kaufering beschließt Spar-Konzept für den Ortsbusverkehr

Bus des Landsberger Busunternehmens Schneider Reisen
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Nur noch ein Ortsbus, eine geänderte Route und ein Busbahnsteig auf der Bahnhofssüdseite: Das wird in Kaufering im Probebetrieb umgesetzt.
  • VonAndrea Schmelzle
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Kaufering – Ein neues Konzept für den Ortsbusverkehr hat die Marktgemeinde nach einer Beratung mit dem Nahverkehrs-Experten des Landratsamtes Landsberg, Florian Köhler, und dem Busuntenehmer Klaus Schneider erarbeitet: mit nur noch einem eingesetzten Ortsbus auf der Linie 92, einer geänderten Route und einem neu zu errichtendem Busbahnsteig auf der Bahnhofssüdseite. Der Gemeinderat hat nun einen Probetrieb für insgesamt vier Jahre beschlossen.

„Unsere Planungen gehen schon seit Längerem in diese Richtung“, sagte Kauferings Bauamtsleiter Andreas Giampa einführend. Nämlich die derzeit zwei in Kaufering eingesetzten Busse auf nur noch ein Fahrzeug zu reduzieren. Das mache Sinn, da man so Kosten einspare, erklärte ÖPNV-Koordinator Köhler. Denn mit zwei Fahrzeugen sei keine Kostendeckung mehr möglich gewesen. Die Konsequenz: ein Defizit von derzeit circa 100.000 Euro pro Jahr. „Da musste eine Lösung her.“

Die Linie soll dreigeteilt sein: In der Früh führt sie – entsprechend des erhöhten Bedarfs durch Pendler – im 20-Minuten-Takt in Richtung Bahnhof. Dann wandelt sie sich von 9 bis 16 Uhr in eine Linie des ‚Besorgungsverkehrs‘ um, fährt stündlich wichtige Stationen wie Friedhof, Seniorenheim oder die Einkaufszentren an der Kolping­straße an, um wieder am Bahnhof zu enden und von hier aus am Nachmittag als „Abbringer“ hauptsächlich die Pendler vom Bahnhof in den Ort hinein zu befördern. Am Nachmittag gebe es zwei Fahrrouten im 20- beziehungsweise 40-Minuten-Takt, erklärte Köhler weiter, eine „schnelle Variante“ und eine erweiterte Route, die das Dorf (Alt-Kaufering) mit einbinde.

Aber auch bauliche Maßnahmen seien geplant, so Giampa: die Errichtung eines rund 32 Meter langen Busbahnsteigs auf der Bahnhofssüdseite, um den Bahnhofsvorplatz zu entlasten, sowie der Umbau der Fahrradabstellanlagen im Bereich der wegfallenden drei bis vier Parkboxen. Zudem könne an einer Treppenseite eine Rampe für einen behindertengerechten Zugang errichtet werden. Die genaueren Vorhaben im Bahnhofsumfeld werden zunächst im Planungsausschuss, dann im Marktgemeinderat separat behandelt.

Trotz einiger zusätzlicher Kilometer werde die Route von der Fahrzeit her höchstens zwei bis drei Minuten länger, meinte Köhler. Dennoch habe diese bauliche Veränderung „Charme“, da an der Iglinger Straße noch eine weitere Haltestelle angefahren werden könne.

Zudem würde der Bus von vier Uhr in der Früh bis 20 Uhr am Abend durchgängig fahren, betonte Köhler. Der Fahrplan sei auf die jeweiligen Bedürfnisse ausgerichtet – seien es die Pendler oder eben Leute, die Besorgungen machen müssen. Auch habe man mit dem neuen Konzept (ein Bus, andere Route und Bahnsteig auf der Südseite) eine Ersparnis zwischen jährlich 30.000 und 80.000 Euro errechnet.

Es sei doch eher eine Bahnhofslinie, meinte Claudia Dahme (UBV). Ortsbus sei per se der falsche Name. Sie schlug vor, mehr Haltestellen an relevanten Orten (Kino, Schwimmbad) zu errichten, sodass der Bus auch für jüngere Leute interessant werde. Für Jürgen Strickstrock (die Grünen) ist die Linie sogar „sinnbefreit“. Es gehe darum, Geld statt Zeit zu sparen. „Bevor hier gleich alles über den Haufen geschmissen wird: Wir reden über einen Probebetrieb“, meinte Köhler. Der wurde schließlich mehrheitlich für insgesamt vier Jahre beschlossen – und wird ab dem Fahrplanwechsel zum 1. Dezember dieses Jahres in Kraft treten.

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