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Gefälligkeitsatteste: Kripo ermittelt gegen Kauferinger Arzt

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Von: Susanne Greiner

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Hände mit Stift schreiben auf ein Papier
Gegen den Kauferinger Arzt Rolf Kron wird wegen Ausstellens von Gefälligkeitsattesten ermittelt. © Panthermedia/Arne Trautmann

Kaufering - Gegen den Kauferinger Arzt Rolf Kron wird ermittelt. Er soll Gefälligkeitsatteste ausgestellt haben, damit die so Attestierten keinen Mund-Nasenschutz tragen müssen. 

Ein Gefälligkeitsattest stelle einen Verstoß gegen die Berufsordnung in Bezug auf Atteste dar, informiert der Pressesprecher der Bayerischen Ärztekammer Jodok Müller. Die Berufsordnung in Bezug auf Atteste lautet: „Bei der Ausstellung ärztlicher Gutachten und Zeugnisse hat der Arzt mit der notwendigen Sorgfalt zu verfahren und nach bestem Wissen seine ärztliche Überzeugung auszusprechen.“ (§25 Satz1). Die Formulierung „nach bestem Wissen seine ärztliche Überzeugung aussprechen“ bedeutet nicht, dass ein Arzt ‚einfach so‘, ohne Untersuchungen, ein Attest schreiben darf. Aus Sicht der Ärztekammer könne ein Attest „nur aus der unmittelbaren Kenntnis der gesundheitlichen Situation des Patienten erstellt werden.“ Deshalb sei eine „gründliche Anamnese“ und eine „körperliche Untersuchung entsprechend den medizinisch-fachlichen Standards“ notwendig. „Wenn ein Arzt einem Patienten ein Attest ausstellt, muss er ihn kennen und ihn mit der notwendigen Sorgfalt untersucht haben“, konkretisiert Müller.

Wenn der Fall an die Staatsanwaltschaft überwiesen werde, müsse die Ärztekammer hinsichtlich weiterer Vorgehen auf deren Entscheidung warten und eigene Ermittlungen zurückstellen, da Strafverfahren für die Kammer bindend sind. Sei diese gefallen, könne der „berufsrechtliche Überhang“ geprüft werden – ob also weitere Strafen in Form einer „Rüge oder einer Geldstrafe“ seitens der Kammer verhängt werden.

Beschwerden beim Ärztlichen Bezirksverband

Diese weitere Prüfung läge in Bezug auf Rolf Kron beim Ärztlichen Bezirksverband Oberbayern. „Wir haben Kenntnis von dem Fall aufgrund zahlreicher Beschwerden, die bei uns eingehen“, sagt dessen Geschäftsführerin Alexandra Wiltsch. Es sei äußerst ungewöhnlich, dass so viele Beschwerden über einen Arzt gleichzeitig eingingen. Im Moment warte man aber noch bezüglich eines weiteren Vorgehens. Ob Krons auf Reden zu hörende Äußerung, er stelle jedem Kind ein Attest aus, da eine Maske „eine Vergewaltigung“ der Kinder sei, ein Indiz für die beanstandeten Gefälligkeitsatteste sei? „Da ist noch ein Unterschied zwischen Reden und Tun. Da bräuchten wir schon handfeste Beweise“, so Wiltsch.

Susanne Greiner

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