Ein Haus für Jung und Alt

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Auf dieser Wiese zwischen Jahn- und Hauswiesenstraße könnte ein Mehrgenerationenhaus mit 25 Wohneinheiten entstehen.

Kaufering – Noch ist es nur eine Idee. Zwischen der Jahn- und der Hauswiesenstraße könnte ein „Mehrgenerationenhaus“ mit 25 Wohneinheiten für Jung und Alt entstehen. Die ersten Ideen lagen dem Marktgemeinderat jetzt in Form einer Projektbeschreibung vor.

Bürgermeister Erich Püttner gehört zu den Befürwortern dieser Idee. „Mir geht es darum, Wohnraum mit der Überschrift „Sozial“ zu schaffen“, sagte der Rathauschef. Grundsätzlich fanden die Marktgemeinderäte die Idee gut. Thomas Wiesmann (SPD) fand allerdings den Standort nicht optimal und möchte gerne die Standortsuche erweitern.

Viel zu schnell ging es dagegen Püttner-Stellvertreter Norbert Sepp. Der zukünftige „Kauferinger Mitte“-Rat beantragte eine Vertagung. „Der neue Gemeinderat soll sich mit dem Thema beschäftigten“, so der noch amtierende 2. Bürgermeister. Sein Vertagungsantrag wurde dann prompt abgelehnt. Es gehe nicht um Einzelheiten sondern nur um die Frage, ob der Marktgemeinderat sich vorstellen könne, diesen Weg mitzugehen, sagte Püttner. Es gäbe derzeit weder Umfragen noch sonstige Entscheidungsgrundlagen, sondern lediglich die „subjektive Einschätzung“, dass Bedarf für diese neue Wohnform vorhanden sei.

GAL-Ratsmitglied Hans-Jörg Pilz wollte von Püttner wissen, wer sich im Rathaus mit dem Thema beschäftigen soll. Das wolle er in dieser ersten Überlegungsphase selbst tun, erklärte der Rathauschef. Architektin Irena Schmid aus Bad Wörishofen hat die Projektbeschreibung ausgearbeitet. In ihrem Arbeitspapier will sie das Mehrgenerationenhaus in Form eines Genossenschaftsmodells finanzieren, was für die Marktgemeinde den Vorteil hätte, dass keine großen Kosten auf sie zukämen.

Auch sollen die zukünftigen Bewohner schon in die Planungen einbezogen werden. „Das fördere das harmonische Miteinander und eine funktionierende Nachbarschaft“, schreibt Schmid in ihren Ausführungen. Großer Wert wird bei einem Mehrgenerationenhaus auf die Gemeinschaftseinrichtungen gelegt. Neben einem Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen könnte es eine Gästewoh- nung für Besucher geben. Zusätzliche Räume für die Bewohner, beispielsweise Heimarbeitsplätze für alleinerziehende Mütter, könnten Bestandteil des Projektes werden.

Natürlich gehört ein Tagescafe mit Mittagstisch für die Bewohner und auch für die Mitarbeiter des angrenzenden Gewerbegebietes mit zu den Überlegungen. Ein Spielplatz sowie gemeinsame Gärten ergänzen die Überlegungen.

Auch in Landsberg

Kaufering ist nicht die einzige Kommune, die sich mit dem Thema Mehrgenerationshaus beschäftigt. Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) erhielt jüngst einen Brief von der SPD-Fraktion. Darin wird mit Hinweis auf die Veränderung der vertrauten Familienstrukturen und dem demografischen Wandel gefordert, mögliche Standorte zu erkunden. „Auf Hilfe, Halt und Unterstützung durch die eigene Familie werden sich immer weniger Menschen verlassen können“, heißt es in dem Schreiben.

Einer der bekanntesten Befürworter des Mehrgenerationenwohnen in der Bundesrepublik ist der Bremer Bürgermeister Henning Scherf. Er wohnt in einem Mehrgenerationenhaus und hatte mehrfach in Fernsehdiskussionen sich als vehementer Befürworter dieser Wohnform geoutet.

Siegfried Spörer

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