Wasserstoff für Kaufering?

Kaufering: Machbarkeitsstudie zur Planung einer H2-Tankstelle

Wasserstoffzug
+
Von Wasserstoff profitieren könnte die Schiene: Erste Sonderfahrten mit einem Wasserstoffzug sind in Bayern 2023 geplant.
  • VonAndrea Schmelzle
    schließen

Kaufering – Geht es einen Schritt weiter in Richtung Wasserstofftankstelle für Kaufering? Mit 18:4 Stimmen haben die Gemeinderäte der Teilnahme an einer Machbarkeitsstudie zu Konzeption und Planung zugestimmt.

„Aktuell gibt es in Bayern 20 Pkw-H2-Tankstellen, zwei weitere sind im Bau“, so Stefan Dürr, Leiter Technologie und Innovation am Zentrum Wasserstoff Bayern. Zudem laufe gerade die erste Auswahlrunde des Förderprogrammes für Nutzfahrzeug-Wasserstofftankstellen des Wirtschaftsministeriums Bayern.

Auch im Landreis Landsberg sollen in den nächsten Jahren erste Schritte in Richtung CO2-Neutralität unternommen werden. Insbesondere im Bereich der Nutzfahrzeug-Mobilität durch den Aufbau einer Wasserstofftankstelle – vielleicht in Kaufering. Schon im vergangenen Jahr hatte Landtagsabgeordneter Alex Dorow die Marktgemeinde im Zuge des bayerischen Wasserstoffprogramms für eine Wasserstofftankstelle vorgeschlagen (der KREISBOTE berichtete). Sofern möglich und sinnvoll, sollen hier Züge betankt und grüner Wasserstoff vor Ort produziert und genutzt werden. Der Zeitraum für die Umsetzung des Projektes ist bis 2023 geplant.

Zunächst sei jedoch eine Machbarkeitsstudie erforderlich, erklärte Kauferings Kämmerer Christoph Echter in der Gemeinderatssitzung vergangenen Mittwoch. Diese solle alle Möglichkeiten evaluieren, verschiedene Konzepte vergleichen, die möglichen Standorte bewerten und die Kosten für die verschiedenen Varianten ermitteln. Daraus werde ein Projektplan für die Umsetzung mit einem entsprechenden Budget abgleitet.

In Auftrag gegeben werde die Studie gemeinschaftlich von Landkreis und Stadt Landsberg sowie vom Markt Kaufering. Auch die Kosten trage man gemeinsam, die insgesamt mit 120.000 bis 160.000 Euro veranschlagt seien, so Echter. Der Anteil der Marktgemeinde liege bei 40.000 Euro. Laufzeit der Studie: ein Jahr.

Der Standort Kaufering sei ideal, meinte Echter, nicht zuletzt durch die Nähe zur Bahn und die zahlreichen Logistikunternehmen, die in der Nachbarschaft angesiedelt seien. So sah es auch Markus Wasserle (SPD): Mit einer Wasserstofftankstelle sei Kaufering innovativ aufgestellt und für die Zukunft gerüstet. Die Studie sei als „belastbare Grundlage“ wichtig und daher die Kosten auch gerechtfertigt.

Anders sah es Gabriele Triebel (Die Grünen): Grüner Wasserstoff werde mit grünem Strom produziert. Da mache es nur Sinn, eine solche Tankstelle in der Nähe einer Windkraftanlage zu platzieren, also eher in Richtung Fuchstal. In Kaufering selbst könne es nur um die Verteilung des Wasserstoffes, nicht um die Produktion gehen, meinte Triebel.

Dem widersprach Johann Drexl (CSU): „Wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir alles ausloten was machbar ist“. Dazu gehöre eben auch eine Wasserstofftankstelle.

Ob Kaufering letztlich der perfekte Standort ist und ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird – das wird sich in etwa einem Jahr zeigen, wenn die Studienergebnisse vorliegen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Das Meditier“ am Schondorfer Ammerseeufer
Landsberg
„Das Meditier“ am Schondorfer Ammerseeufer
„Das Meditier“ am Schondorfer Ammerseeufer
Inzidenz wieder leicht gesunken
Landsberg
Inzidenz wieder leicht gesunken
Inzidenz wieder leicht gesunken
Start der Initiative Gartenzertifizierung »Naturgarten – Bayern blüht«
Landsberg
Start der Initiative Gartenzertifizierung »Naturgarten – Bayern blüht«
Start der Initiative Gartenzertifizierung »Naturgarten – Bayern blüht«
Lupido 2022 - Es fehlt an Manpower
Landsberg
Lupido 2022 - Es fehlt an Manpower
Lupido 2022 - Es fehlt an Manpower

Kommentare