... und noch mehr Container

Kaufering plant Containerprovisorium für Kita

Containerhäuser
+
Um dem gestiegenen Bedarf nach Kita-Plätzen möglichst schnell gerecht zu werden, entsteht in Kaufering ein weiteres Containerprovisorium.
  • VonAndrea Schmelzle
    schließen

Kaufering – In der Marktgemeinde gibt es zu wenig Kita-Plätze: Der Bedarf ist enorm gestiegen. Daher wird jetzt die Erweiterung von Kapazitäten in Angriff genommen – zunächst in Form einer temporären Containerlösung. Der haben die 22 Räte auf der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig zugestimmt. 

Sehr kurzfristig und „doch überraschend“ habe sich eine deutliche Zunahme der Anfragen nach Kindergarten- und Krippenplätzen seitens Kauferinger Eltern herausgestellt, so Dominic Jödicke, Geschäftsleiter der Marktgemeinde. Noch im vergangenen Jahr habe man alle Anfragen befriedigen können. Jedoch sei Kaufering als Einzugsgebiet von München und Augsburg enorm zuzugslastig. Auch die Zahl der Geburten sei stark gestiegen (der KREISBOTE berichtete), diese Tendenz werde sich vermutlich fortsetzen.

Wenn man die durchschnittlichen Geburtenzahlen für 2015 bis 2021 zugrunde lege, ergebe sich ein theoretischer Bedarf von 275 Kindergarten- und 165 Krippenplätzen, erklärt Jödicke. Nach Berechnung der durchschnittlichen Kinderzahlen für 2020 entstehe ein tatsächlicher Bedarf von 341 Kindergarten- sowie 86 Krippenplätzen. In Kaufering gebe es jedoch nur 288 Kindergartenplätze, die mit belegt werden können. 66 Kinderkrippenplätze seien genehmigt – 40 Prozent des theoretischen Bedarfs.

„Die Wartelisten für Kita-Plätze sind voll“, berichtet Jödicke, ein Nachrücken sei nur zu einem geringen Teil zu erwarten. „Wir gehen davon aus, dass wir derzeit nicht alle Kinder in den vorhandenen Kitas unterbringen können.“ Die Kommune muss diese Plätze aber anbieten.

Der Bedarf sei enorm, meint auch Bauamtsleiter Andreas Giam­pa – „und der Druck auch“. Daher plane man nun eine Erweiterung der Kapazitäten – in Form eines angemieteten Containerprovisoriums für bis zu zwei Krippengruppen. Ob es ein oder zwei Gruppen werden, hänge von der Nachfrage aber auch von der Anzahl des Personals beim Träger ab, meint Jödicke. Der Träger stehe noch nicht fest.

Geplant sei das Containerprovisorium zum 1. September. Das könne sich auch um ein oder zwei Monate nach hinten verschieben. Per Gesetz dürfe es sich jedoch nicht länger als drei Monate verzögern. „Dann sind wir verpflichtet, etwas bereitzustellen.“

Längerfristig werde ein neues, modulares Gebäude ins Auge gefasst. Der benötigte Umfang müsse noch eruiert werden. Der langfristige Bedarf werde noch im Laufe des Mais klar, so Giam­pa, da dann die Ergebnisse der externen Bedarfsplanung vorliegen, die auch das Bauvorhaben Lechfeldwiesen V beleuchten.

Bis 2024 fertig

Da eine provisorische Unterbringung von Kindern in Containern nur temporär erlaubt ist, müsste der neue Kindergarten bis spätestens September 2024 bezugsfertig sein, sagt Jödicke. Die Containeranlage sei vorerst für zwei Jahre genehmigt – mit Option auf Verlängerung, um dann mit einer fortgeschrittenen Planung des Neubaus eine genaue Endlaufzeit fixieren zu können.

Ob man die Überbrückungszeit nicht durch Tagesmütter abdecken könne, wollte Cäcilie Nebel von den Grünen wissen. Das sei zu risikobehaftet, meint Jödicke. Die Verfügbarkeiten von Tagesmüttern seien nur begrenzt, zudem seien sie im Landkreis rar. Einen weiteren Vorschlag brachten Thomas Harbich und Gabriele Hunger von der CSU-Fraktion ein: nämlich die umgebauten Räumlichkeiten in der Mittelschule, die zuvor für die Kinder des Don Bosco-Kindergarten zur Verfügung gestellt wurden, für die Kita-Plätze zu nutzen. Das sei nicht möglich, so Jödicke. Durch die aktuelle Sanierung der Mittelschule sei eigener Bedarf vorhanden. Das würde allenfalls zu einer Verlagerung in Richtung „noch mehr Schulcontainer“ führen.

Für den Bau des Provisoriums inklusive Tiefbauarbeiten, Außenanlagen und Miete der Module seien Kosten für die Dauer von 36 Monaten in Höhe von 870.000 Euro angesetzt, die Förderung in Höhe von 26.600 Euro bereits abgezogen, gibt Jödicke an. Das sei nicht billig, aber speziell für den Kita-Bereich seien solche Containerlösungen eine Herausforderung und „etwas anderes als Bürocontainer“.

Die Ausgaben seien gedeckt, etwa durch Einnahmen im Gewerbesteuerbereich. Der Haushalt werde nicht überlastet. Die Räte ließen sich überzeugen und stimmten dem Plan zu. Nun geht es in die Ausschreibung. Zeitlich sei das Projekt eine „sportliche Herausforderung“, so Jödicke, „aber absolut notwendig. Die Zahlen geben kein anderes Handling her.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

89-Jähriger in Ludenhausen beleidigt und geschlagen
Landsberg
89-Jähriger in Ludenhausen beleidigt und geschlagen
89-Jähriger in Ludenhausen beleidigt und geschlagen
Amtsgericht Landsberg: Nach Faustschlag auf einem Auge blind
Landsberg
Amtsgericht Landsberg: Nach Faustschlag auf einem Auge blind
Amtsgericht Landsberg: Nach Faustschlag auf einem Auge blind
Amtsgericht Landsberg: Wo bleibt Zeuge Rolf Kron?
Landsberg
Amtsgericht Landsberg: Wo bleibt Zeuge Rolf Kron?
Amtsgericht Landsberg: Wo bleibt Zeuge Rolf Kron?
Ringe für Dießens Adebar-Nachwuchs
Landsberg
Ringe für Dießens Adebar-Nachwuchs
Ringe für Dießens Adebar-Nachwuchs

Kommentare