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Am Lech in Kaufering: Fitness gratis und draußen

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Von: Andrea Schmelzle

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Calisthenics Schondorf
Was in Kaufering geplant ist, haben die Schondorfer am TSV-Gelände schon im vergangenen Jahr realisiert: einen Calisthenics-Park. © Roettig

Kaufering – Outdoor-Fitness in der Marktgemeinde? Für die Kauferinger Grünen ein klares „Ja“ – sie wünschen sich die Errichtung eines „Calisthenics Parks“ im Bereich des Festplatzes neben der Skateranlage – und haben schon im Februar einen entsprechenden Antrag eingereicht. Im Gemeinderat stieß die Idee auf Zustimmung.

„Eine Ansammlung von Klimmstangen in verschiedenen Höhen, an denen verschiedenste Übungen möglich sind“, erklärte das jüngste Gemeinderatsmitglied Franz Triebel (Grüne) den für seinen Heimatort gewünschten Fitnesspark, der „kein Spielplatz, sondern eine Sportstätte“ sei. Sogenannte Calisthenics-Geräte sollen Bewegungsspaß für Menschen jeder Altersgruppe auf öffentliche Plätze bringen. Ob Klimmzüge, Push-Ups oder Sit-Ups: Viel ist möglich und die Parks sind meist beliebte Treffpunkte für sportliche Nutzer, die gerne gemeinsam ihre Fitness trainieren.

Es gebe nur Vorteile, so Triebel: Die Zielgruppe sei „ultra­breit gefächert“, die Übungen an den Geräten einfach, ein Sport unabhängig von zeitlichen Vorgaben und erschwinglich für jeden, zudem Vandalismus-sicher: „Was soll man an Eisenstangen schon kaputt machen?“ Solche Anlagen seien in Städten inzwischen öfter zu finden, im ländlichen Raum dagegen gebe es sie bisher eher selten. Eine vorbildliche Ausnahme mache hier die Gemeinde Schondorf. Was Kaufering betreffe, würde die Anlage „perfekt neben den Skaterpark passen“. Die geschätzten Kosten: rund 30.000 Euro. Für Triebel Geld, das „in die Zukunft investiert“ würde. Solche Geräte „halten einfach ewig“. Und selbst bei einem erneuten Corona-Lockdown seien die Freiluftgeräte nutzbar.

Man müsse allerdings ergänzen, warf Bauamtsleiter Andreas Giampa ein, dass sich gegenüber der Pizzeria in der Albert-Schweitzer-Straße ein Bewegungstreff mit 20 bis 30 Senioren etabliert habe. Die Verwaltung plane dort die Errichtung einer Boule-Anlage. Dieser Platz eigne sich auch für junge Leute. Die dortige Schulwiese, so Bürgermeister Thomas Salzberger, könne man als weitere Möglichkeit für den Calisthenics Park im Hinterkopf behalten.

Man müsse erst den Bedarf einschätzen, dämpfte Sascha Kenzler (UBV), der dafür warb, noch keine abschließende Entscheidung zu treffen. Er plädiere für eine Vorab-Absprache mit dem Jugendbeirat. Schließlich würden die Errichtung und die damit verbundenen Kosten unter den Haushaltspunkt „freiwillige Leistungen“ fallen – und da müsse der Markt ja bekanntlich sparen. Schließlich sei genau deshalb das BürgerBudget abgelehnt worden, in dessen Rahmen Kauferinger Ideen für ihre Gemeinde hätten liefern können. Dass es jetzt um konkrete Individualvorschläge gehe, passe für ihn nicht zusammen. Es sei immerhin eine Investition, die „100 Jahresbeiträgen im Fitnessstudio“ entspreche – und „wir wissen noch nicht, ob sich das am Ende rentiert.“ Als „gut und sinnvoll“ erachtete Dr. Thomas Harbich (CSU) die Initiative – forderte jedoch das Prüfen möglicher Fördertöpfe.

Das Ergebnis war am Ende einstimmig: Kauferings Verwaltung wird beauftragt, nach vorheriger Absprache mit dem Jugendbeirat die Errichtung eines Calisthenics Parks zu planen und erste Angebote einzuholen. Als Standort soll der Platz neben dem Skaterplatz Kaufering und ein Platz im Bereich der Grund- und Mittelschule geprüft werden.

Die Maßnahme soll im Haushaltsplan fürs nächste Jahr unter Berücksichtigung möglicher Fördermöglichkeiten (etwa Leader-Programm) eingeplant werden.

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