Quartierskonzept mit Quartiersmanager

Kaufering stärkt seine Senioren

Mann mit Rollator
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Die Marktgemeinde Kaufering will ein Quartierskonzept für die älteren Bürger der Gemeinde erstellen. Und einen Quartiersmanager einstellen.
  • vonAndrea Schmelzle
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Kaufering – Um Kauferings Senioren besser in die Gesellschaft einzubinden, soll in der Marktgemeinde ein Quartierskonzept eingeführt werden. Für die Umsetzung wird sogar eine eigene Stelle geschaffen: die eines Quartiersmanagers. Das hat der Marktgemeinderat vergangenen Mittwoch einstimmig beschlossen.

„Ein Thema, das uns schon lange beschäftigt“, sagt Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger. Mittlerweile „leben in Kaufering rund 800 Personen, die über 80 Jahre alt sind.“ Die Kommune trage eine besondere Verantwortung, diesen Menschen zu ermöglichen, ihr Leben eigenständig und selbstbestimmt zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Um die Zielgruppe zu erreichen und Verbesserungen in verschiedenen Bereichen zu erzielen, soll im Markt ein Quartierskonzept umgesetzt werden. Das ziele darauf ab, den sozialen „Nahraum“ so zu gestalten, dass „unsere älteren Bürger in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können“, so Salzber­ger. Dabei sei es nicht auf spezifische Probleme Einzelner fokussiert, sondern solle bestehende Strukturen verknüpfen und ergänzen – mit Blick auf die Versorgungssicherheit und Mobilität aller älteren Menschen im Quartier.

„Es geht darum, dass die Menschen wieder zusammenkommen,“ sagt Erich Püttner, ehemaliger Leiter und seither ehrenamtlicher Mitarbeiter des Seniorenstiftes Kaufering, der das Konzept ausgearbeitet hat. Er meint damit vor allem die „kleinen Lebenskreise“: Familien, Nachbarschaft, Bekannte und freiwillig Engagierte. Die Menschen sollen füreinander sorgen und sich gegenseitig unterstützen. Das solle gefördert und gestärkt werden, um eine soziale Teilhabe, etwa den Austausch mit anderen oder das Wahrnehmen kultureller Angebote, zu verbessern. Auch gehe es um Verbesserungen im Gesundheitswesen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und um Mobilität, beispielsweise gute öffentliche Verkehrsangebote für alte Menschen.

Zur Umsetzung des Quartierskonzeptes seien verschiedene Handlungsschritte erforderlich, die in sogenannten „Quartierskonferenzen“ mit Leben gefüllt werden. Beteiligt seien alle, die in verschieden­ster Form in der sozialen- oder Altenarbeit eingebunden sind, vom Seniorenheim bis zum Alpenverein, so Püttner. Das Quartier: ganz Kaufering. Im Speziellen sei jedoch eine Konzentration auf die Seniorenwohnungen des Landkreises in der Albert-Schweitzer-Straße, die Wohnungen des Betreuten Wohnens in der Theodor-Heuss- und Albert-Schweitzer-Straße sowie auf die Senioren im Wohngebiet der ersten Besiedlung von Kaufering West und Mitte sinnvoll.

Für die Umsetzung des Projektes bedürfe es einer verantwortlichen Koordinierung. Dafür wird ein Quartiersmanager eingestellt, der frühzeitig in den Prozess der Konzeptentwicklung eingebunden werden müsse. „Eine Schlüsselstelle“, meint Püttner. „Fachkompetenz und Menschengespür seien erforderlich“, sagt auch Grünen-Rat Jürgen Strickstrock.

Einstimmig haben die Räte der Quartiersentwicklung, die dauerhaft in der Marktgemeinde als nachhaltiges Konzept verankert werden soll, zugestimmt. Das wird nun bis Juni in den Ausschuss für Generationen und Soziales eingebracht. Für die Anschubfinanzierung wird ein Förderantrag in Höhe von 80.000 Euro für vier Jahre beim Freistaat gestellt. Im Anschluss will die Marktgemeinde die Kosten übernehmen. Auch durch die Förderung nicht gedeckte Kosten übernimmt Kaufering. Im Falle einer Förderzusage soll unverzüglich der Quartiersmanager eingestellt werden.

Erich Püttner selbst wird sich auf die Stelle nicht mehr bewerben. Auf Nachfrage des KREISBOTEN informierte er, dass er in einem Jahr in Rente gehe „Das würde sich eindeutig nicht mehr lohnen, da überlasse ich das Feld der Jugend.“

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