"Bauanfragen noch und nöcher"

Keine Germering-Kopie

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Im Kauferinger „Dorf“, in Alt-Kaufering, befürchtet 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel eine hohe Nachverdichtung.

Kaufering – Dass die Gemeinde Kaufering aus den Nähten platzt und bei potenziellen Bauherren in der Region beliebt ist, das ist bekannt. Um der Nachverdichtung Herr zu bleiben, hat die Marktgemeinde im Juni 2015 eine Stellplatzsatzung beschlossen. Mit dieser kann die Gemeinde auch dann die Größe einer Bebauung steuern, wenn kein Bebauungsplan vorhanden ist. Wer entscheidet aber über mögliche Abweichungen von der Satzung? Das war zuletzt auch Thema im Marktgemeinderat.

„Bauanfragen noch und nöcher“ hagle es derzeit in der Verwaltung, sagt 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel (GAL). Besonders an der Nachverdichtung seien die Anfragenden interessiert. Triebel befürchtet deshalb „in Dorf und Siedlung“ eine massive, zusätzliche Bebauung. Und malt sich aus: „Dann sehen wir in zehn Jahren so aus wie Germering, wo alles dicht an dicht ist.“

Um das zu verhindern und gleichzeitig parkende Autos von den öffentlichen Straßen „wegzubringen“, habe sich der Marktgemeinderat im Sommer 2015 für die Einführung einer Stellplatzsatzung entschieden. Diese regelt, wie viele Stellplätze ein Bauherr auf oder nahe seines Grundstücks mindestens nachweisen muss. Bei Wohnungen bis zu 60 Quadratmetern ist beispielsweise nur ein Autostellplatz verpflichtend, bei größeren Wohnungen muss der Eigentümer mindestens zwei Stellplätze nachweisen.

Einzelne Ausnahmen regelt die Satzung bereits: So müssen beispielsweise Seniorenheime nicht für jede Wohnung einen Stellplatz zur Verfügung stellen sondern nur für jedes 15. Bett. Bei Asylunterkünften ist sogar nur pro 30 Betten je ein Autostellplatz gefordert.

Auch die Größe, Lage und Gestaltung der Parkfläche sind explizit festgelegt. Wer beim Neubau die Satzung umgehen will, musste bislang immer auf Wohlwollen des Marktgemeinderates hoffen. Nur dieser durfte Abweichungen von der Satzung durchwinken – und das auch nur kaufering-intern. Für den rechtskräftigen Vollzug der Ausnahmen ist und bleibt das Landratsamt zuständig.

Eine Änderung gibt´s aber in Kaufering: Wegen der vielen Anfragen in der Verwaltung wurde im Marktgemeinderat zuletzt diskutiert, den Bauausschuss künftig über Abweich-Anträge entscheiden zu lassen. Mit 13:7 Stimmen war die Mehrheit des Gremiums schließlich dafür, die Entscheidungsgewalt abzutreten. Triebel sieht darin aber keinesfalls eine Degradierung des Gemeinderates: „Die Kollegen im Bauausschuss werden mit dem Instrument der Ausnahme sicher auch sehr verantwortungsvoll umgehen.“

Marco Tobisch

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