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Kaufering und Weil: Neue Vereinbarung für den Schulverbund

Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger und Christian Bolz, Bürgermeister Weil und Schulverbandsvorsitzender, präsentieren die frisch unterzeichnete Vereinbarung.
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Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger und Christian Bolz, Bürgermeister Weil und Schulverbandsvorsitzender, präsentieren die frisch unterzeichnete Vereinbarung.
  • VonAndrea Schmelzle
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Kaufering/Weil – Ein Vertrag, den es schon seit 2010 gibt, wird „aufgefrischt“: Die beiden Bürgermeister der Gemeinden Kaufering und Weil, Thomas Salzberger und Christian Bolz, haben vergangenen Mittwoch einen neuen Kooperationsvertrag für den Schulverbund „Lechrain-Mittelschule Weil“ unterzeichnet. Gemeinsam mit den Schulleitern Ralf Schütt (Kaufering) und Christian Geus (Weil) informierten sie darüber, was dahintersteckt. 

Schon im Wahlkampf war es für ihn ein Thema. Und auch seit seinem Amtseintritt im Herbst 2019 bemüht sich Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger darum, dass Schüler des M-Zweigs aus Weil nach Kaufering zurückkehren sollen. Hintergrund: Im Zuge eines 2010 abgeschlossenen Schulverbund-­Vertrages, der dazu diente, eine ‚große‘ Mittelschule im nördlichen Landkreis möglich zu machen, mussten die M-Schüler aus dem Sprengel der Marktgemeinde nach Weil pendeln (der KREISBOTE berichtete). Denn nur hier ist seitdem der M-Zug angesiedelt. Seit 2010 hatte Weil zudem eine gebundene Ganztagsklasse, in Kaufering blieb es beim offenen Konzept.

Wohl ein Grund, warum die Schülerzahlen an der Mittelschule Kaufering immer weiter zurückgegangen sind. Nur noch 128 Schüler besuchen die Schule aktuell. „Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern“, meint Salz­berger, „da waren es 250.“ Der ausschließlich in Weil angesiedelte M-Zweig habe einen Schülerschwund in Kaufering mit befördert, glaubt auch Christian Bolz, der nicht nur Bürgermeister, sondern zudem Vorsitzender des Schulverbands Weil ist. Die Auslastung der Schule hier ist mit 439 Mittelschülern und 131 Grundschülern deutlich höher.

Missverhältnis

Ein Missverhältnis, das immer größer wurde: Die eine Schule, nämlich die Mittelschule Kaufering, hat die Kapazitäten und Räumlichkeiten, aber zu wenig Nutzer. „Wir stecken da viel Geld rein – und haben keine Schüler“, bedauert Salzberger.

Bei der anderen, der Grund- und Mittelschule Weil, ist genau das Gegenteil der Fall. Der Schulverband Weil habe ein „Riesen-Einzugsgebiet“, das den gesamten nördlichen Landkreis umfasse, sagt Christian Geus. Und permanent gebe es Zuwächse. Platz sei ein großes Thema, so Bolz. Bisher habe man „gezaubert“, um mit den vorhandenen Räumlichkeiten alles Nötige abzudecken.

Ein Angleich soll nun ermöglicht werden. Daher habe man sich darauf geeinigt, sich die Sonderklassen, also M- und gebundene Ganztagsklassen, künftig aufzuteilen. Solche Sonderklassen würden zu einer Aufwertung der Schule führen, meint Salz­berger, der sich damit mehr Schüler erhofft.

Für die gebundene Ganztagsklasse werde es künftig einen jährlichen Wechsel geben, erklärt Bolz. Ein Jahr startet Weil mit einer fünften Ganztagsklasse, im nächsten Jahr Kaufering. Die Schüler verbleiben jeweils bis zum Abschluss entweder in Weil oder Kaufering. Das Konzept der offenen Ganztagsklasse gibt es zusätzlich nach wie vor an beiden Schulen. Bei der M-Klasse sei das nicht ganz so einfach, so Bolz. Spätestens in der Neunten müsse man aufgrund zu hoher Schülerzahlen die Klasse teilen. Die Attraktivität wachse, auch Schüler von Gymnasien oder Realschulen Schulen würden sich bei einem Wechsel auf die Mittelschule oft für die M-Klasse entscheiden.

80 Schüler kommen aus dem Sprengel der Marktgemeinde – also Hurlach, Igling, Holzhausen und Kaufering – nach Weil und verteilen sich auf sämtliche Jahrgangsstufen, den M-Zweig und die gebundene Ganztagsklasse. Nur wenn ausreichend Schüler aus dem Sprengel Kaufering dabei sind, könne man eine eigene M-Klasse in Kaufering bilden, sagt Bolz. Das lasse sich aber nicht auf einen bestimmten Turnus fixieren, sondern man müsse es sich jedes Jahr erneut anschauen. Salzberger ist zuversichtlich: Kinder aus dem neuen Baugebiet Lechfeldwiesen V würden in absehbarer Zeit die Schülerzahl erhöhen.

„Wir haben einen guten Konsens ausgehandelt“, glaubt Bolz. Der Vertrag bringe für alle Beteiligten und den gesamten nördlichen Landkreis Vorteile. Dennoch werde man damit auf die ein oder andere Schwierigkeit stoßen, etwa beim Thema Busverkehr. Das seien Bereiche, die müsse man noch im Einzelenen durchdenken. Auch für Salzberger ist der Vertrag ein guter Kompromiss. Er sei zukunftsgerichtet und so angelegt, dass beide Schulen dauerhaft ausgelastet seien.

Möglich sei ein Beginn aber erst im Schuljahr 2022/23. Denn bei beiden Schulen laufen derzeit noch Sanierungsarbeiten, die erst abgeschlossen sein sollten.

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