Wasserversorgung optimieren

Kaufering: Wenn Wasser unterm Lech fließt

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Von hier aus soll das zweites Standbein für die Wasserversorgung in Kaufering starten: Auf Höhe des Freibades und des Tennisclubs wird das Rohr unter dem Lech verlegt.

Kaufering – Sollte die Lechbrücke irgendwie beschädigt werden, wäre das nicht nur für die Überquerung von Menschen und Fahrzeugen ein Problem: Auch die Trinkwasserversorgung des Kauferinger Westens wäre komplett unterbrochen. Denn die Quellen liegen im Osten bei St. Leonhard, die Leitung ist an die Lechbrücke angehängt. Um hier Sicherheit zu schaffen, hat der Marktgemeinderat kürzlich beschlossen, eine zweite Leitung zu bauen: unterm Lech.

Damit keine zusätzlichen Pumpen notwendig sind, wolle man einen sogenannten Düker im Lech bauen, berichtet Bauamtsleiter Andreas Giampa. Auch Landsberg hat so eine Wasserleitung: Bei der Teufelsküche führt seit 2010 ein Düker auf die Westseite des Lechs und sorgt damit für den Ringschluss.

Ein Düker nutzt die Eigenschaft der ‚kommunizierenden Röhren‘: Flüssigkeiten in miteinander verbundenen Röhren pendeln sich immer auf das gleiche Niveau ein. Wenn auf der einen Seite – also vom Ost­ufer des Lechs – Wasser zufließt, steigt es auf der Westseite auf das gleiche Niveau. Und kann von dort aus ohne Probleme weitergeleitet werden. Damit wird ein Trinkwasser-Ringverbund hergestellt.

Der rund 120 Meter lange Düker besteht aus einem Schutzrohr mit 45 Zentimetern Durchmesser, einem Mediumrohr (35 cm) und dem eigentlichen Wasserleitungsrohr, das nur noch einen Durchmesser von 25 Zentimetern braucht. Dazu kommen noch zwei Leerrohre: eines als Steuerleitung, eines als Reserve. Das Ganze wird bis zu 6,5 Meter unterhalb der Lechsohle verlegt, mittels Horizontalspülbohrverfahren. Das verdichtet zeitgleich die Wände und zieht das Schutzrohr ein.

Die Herstellung des Ringverbundes sei schon 2010 durch die Verlegung einer neuen Wasserleitung von der Bayernstraße über den Viehweideweg an der Realschule vorbei und die Hilti­straße mit Anschluss an die Wasserleitung am Höfle vorbereitet worden, informiert Giampa. Jetzt endlich könne man das Projekt abschließen.

Zwar habe man „bisher keine ernsthaften Probleme mit der Wasserversorgung der Kauferinger“ gehabt, so der Bauamtsleiter. Abgesehen von klimabedingten Vorfällen in 2018 und 2019: Im letztem Jahr waren die Kauferinger Quellen von Keimen befallen und die Marktgemeinde musste zeitweise auf den Notverbund mit Landsberg zurückgreifen. Ein Jahr zuvor lief es allerdings genau anders herum: Da der Pegelstand im Landsberger Westen mangels Nieder­schlägen ein Jahrhunderttief erreichte, konnte Kaufering mit den sprudelnden Quellen bei St. Leonhard aushelfen.

Auch wenn die klimabedingten Notlagen weiterhin auftreten können: Sollte zukünftig ein Schaden mit Auswirkungen auf die Lechquerung entstehen, ist die Versorgung weiterhin sicher – ohne sofort auf den Notverbund mit Landsberg zurückgreifen zu müssen.
Susanne Greiner

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