Nach zeigen des Hitlergrußes

Kauferinger Arzt steht vor Gericht

Kron in Lindau
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Bei der Veranstaltung im Oktober 2020 von „KlarDenken Schwaben“ in Lindau verglich der Kauferinger Arzt Rolf Kron das Tragen einer Maske mit dem Zeigen des Hitlergrußes und übte diesen daraufhin auch aus.
  • vonAndrea Schmelzle
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Kaufering/Lindau – Im Oktober letzten Jahres zeigte der Kauferinger Arzt Rolf Kron auf einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Lindau den Hitlergruß und verglich ihn mit dem Maskentragen. Nun wird er sich wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen am 7. Juli vor dem Amtsgericht Lindau behaupten müssen. 

Maske zu tragen sei mit dem Zeigen des Hitlergrußes zu vergleichen, zitierte Rolf Kron auf der Kundgebung von „KlarDenken Schwaben“ den Arzt Bodo Schiffmann, die Leitfigur der Corona-kritischen Initiative „Querdenken“ – und hob selbst den rechten Arm. Öffentlich zu sehen war diese Szene auf einem Video des Kanals „DESENA – Denk selber nach“. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West ermittelte, die Staatsanwaltschaft Kempten hatte Strafbefehl erlassen.

Jetzt steht inzwischen auch der Termin für das Verfahren gegen Kron fest. „Am 7. Juli findet im Amtsgericht Lindau eine Hauptverhandlung zum Fall Kron statt“, bestätigt Direktorin und Pressesprecherin Brigitte Grenzstein. Die Anklage der Staatsanwaltschaft richte sich dabei ausschließlich gegen den Tatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, so Grenzstein. Es gehe hier nicht um den Vorwurf des Ausstellens falscher Atteste (der KREISBOTE berichtete).

Wie kürzlich bei einer Verhandlung im Amtsgericht Landsberg von einem Zeugen der Kripo Fürstenfeldbruck gesagt wurde, ermittle man gegen einen „Kauferinger Arzt“, der rund 4.500 ‚Gefälligkeitsgutachten‘ ausgestellt haben soll.

Für Krons Verteidiger, den Brigitte Grenzstein zu diesem Zeitpunkt noch nicht namentlich nennen möchte, sei der vorgeworfene Tatbestand nicht erfüllt, gibt die Pressesprecherin bekannt.

Der Angeklagte sei Gegner der Corona-Maßnahmen. Seine Kritik richte sich auch ausdrücklich gegen das Tragen von Masken, heiße es seitens der Verteidigung. Bei Krons Rede auf der Kundgebung sei aber klar ersichtlich gewesen, dass er sich von jeglichem nationalsozialistischen Gedankengut distanziere. Einzig um seine Kritik an der Maskentragepflicht zu verschärfen, habe er genau diese Maßnahme mit dem Hitlergruß verglichen.

In der festgesetzten Verhandlung werde das Gericht prüfen, ob der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gerechtfertigt und damit der Tatbestand erfüllt sei – oder eben nicht, so Grenzstein. Im schlimmsten Fall drohe dem Kauferinger Arzt eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Liegt sie unter zwei Jahren, kann sie auch zur Bewährung ausgesprochen werden. Es könne aber auch bei einer Geldstrafe bleiben, deren Höhe sich nach Einkommen und Tagessatzanzahl richte.

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