Absage für Kauferinger Bahnhof

Barrierefreiheit weiter auf dem Abstellgleis

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Der barrierefreie Ausbau des Kauferinger Bahnhofes verzögert sich ein weiteres Mal: Nach Darstellung der Bahn wird es wohl erst 2023 soweit sein.

Kaufering – Der Bürgermeisterin war es vorbehalten, die schlechte Nachricht zu überbringen: Bärbel Wagener-Bühler informierte am Mittwoch den Marktgemeinderat, dass sich der barrierefreie Ausbau des Kauferinger Bahnhofes wohl auf das Jahr 2023 verschieben werde. Das habe ihr die Bahn kürzlich mitgeteilt. Begründet werde die neuerliche Verzögerung des Vorhabens mit dem Ausbau der Elektrifizierung.

Ursprünglich ging man in Verwaltung und Marktgemeinderat davon aus, dass spätestens 2020/2021 der Bahnhof barrierefrei sein sollte. Dabei gibt es eine Aufgabenteilung. Währen die Bahn bei dem Vorhaben für die Aufzüge zu den Gleisen zuständig ist, kümmert sich die Gemeinde um die Rampe auf der Nordseite des Bahnhofes. Und die werde umgehend gebaut, immerhin hat die Regierung von Oberbayern, wie im KREISBOTEN berichtet, bereits eine Förderzusage erteilt.

Die Ratsmitglieder nahmen die schlechte Nachricht der Bahn zunächst nur „zur Kenntnis“. Eine Diskussion fand nicht statt – noch nicht.

Vielleicht stoßen eben diese Diskussion Claudia Hippe und Gerhard Breutel an. Der Gemeinderat ernannte sie nämlich am Mittwoch zu den Beauftragten für Menschen mit Behinderung. Hippe sprach in ihrer Vorstellung schon mal von einer „behindertenfeindlichen Situation am Bahnhof“; und forderte für dessen Nordseite zwei weitere Behinderten-Parkplätze, die „dringend erforderlich“ seien. Auch im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sei eine Regelung erforderlich. Es könne nicht sein, so Hippe, dass der Busfahrer entscheide, ob er Rollstuhlfahrer mitnehme oder nicht.

Kritische Anmerkungen kamen auch von Gerhard Breutel. Er sei nur bereit weiterzumachen, wenn die Behindertenbeauftragten zukünftig auch in die Arbeit der Verwaltung und des Marktgemeinderates eingebunden würden. Das sei in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen. Breutel betonte, er wolle sich einbringen und habe viele Verbesserungen und Ideen parat.

Die Ernennung von Claudia Hippe und Gerhard Breutel erfolgte einstimmig.

Siegfried Spörer

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