In der warmen Planungsphase

+
Für Rollstuhlfahrer ist der Kauferinger Bahnhof nicht nutzbar. Aber auch ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen oder Radfahrer beklagen den nicht barrierefreien Bahnhof.

Kaufering – Es gab eine gute und eine schlechte Nachricht bei der jüngsten Planungsausschusssitzung im Kauferinger Marktgemeinderat. Die Gute lautet: Der Bahnhof wird nach den Planungen relativ zeitnah barrierefrei ausgebaut. Die schlechte Nachricht: Keiner weiß, wie der Bahnhof zukünftig aussehen soll, denn die Planungen stecken in den Kinderschuhen und die Bahn glänzte in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau, Verkehr und Umwelt durch Abwesenheit.

Bürgermeister Erich Püttner hatte einen Vertreter der Bahnsparte „DB Station & Service“ eingeladen, um mehr über die Vorstellungen und den Planungsstand zu erfahren. „Wir sind zwar noch nicht in der heißen Phase des Projekts aber immerhin schon in der warmen Phase“, definierte der Rathaus­chef den Sachstand. Die Bundesbahn habe, sagte Püttner, die Zusage gegeben, dass der Kauferinger Bahnhofsausbau im Zeitraum 2018 bis 2024 fest eingeplant sei. Nach den Planungen, die im Jahr 2018 abgeschlossen sein sollen, könnte im Zeitraum 2019 bis 2021 die Umsetzung der Pläne erfolgen.

Der mit den Verhandlungen beauftragte Kauferinger Straßenbauleiter Andreas Giampa gab den Ausschussmitgliedern einen Überblick über die Historie der Planung. Bereits im Jahre 2003 habe es die ersten Planungen für den Bahnhofsausbau gegeben. Kaufering habe damals seine Hausaufgaben gemacht. Eine behindertengerechte Toilette, Fahrradstellplätze und Parkplätze seien von der Marktgemeinde auf der Nordseite finanziert und geschaffen worden. Die Regierung von Oberbayern hatte sich per Zuwendungsbescheid im Jahre 2008 an den Kosten beteiligt. In der Ursprungsplanung aus dem Jahr 2008 sei auch der Einbau von Aufzügen enthalten gewesen, um die Barrierefreiheit sicher zu stellen. Das wurde aber dann gekippt, weil hier die Zuständigkeit ausschließlich bei der Bahn selbst gelegen habe, betonte Andreas Giampa.

Nach dem Jahr 2008 verschwanden die Bahnpläne für vier Jahre wieder in der Schublade, denn die Bahn hätte den Kauferinger Bahnhof gerne privatisiert, sprich verkauft. Somit blieben alle Forderungen nach behindertengerechten Bahnsteighöhen und Aufzügen zunächst unerfüllt. Konkret wurde es dann erst wieder im Jahre 2015. Die Bahn legte schon Anfang des Jahres 2016 ihre ersten Pläne vor.

Es waren die Kauferinger Sozialdemokraten, die weiter kräftig Dampf machten und den Druck auf den Kessel mittels Unterschriftenlisten erhöhten, um endlich einen barrierefreien Bahnhof zu bekommen (der KREISBOTE berichtete).

In der Zwischenzeit hatte man sich auch in Kaufering überlegt, ob man mit Rampen sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite des Bahnhofs die Unterführung barrierefrei gestalten kann.

„Wenn die Bahn für die Aufzüge zuständig ist, müssen wir keine zusätzlichen teuren Rampen bauen“ sagte Thomas Wiesmann (SPD). Andreas Keller von der GAL gab ihm recht. „Überflüssig“ war sein Kommentar. Auch für Meinrad Mayrock (CSU) hat sich der Bau von Rampen erledigt, wenn die Bahn Aufzüge einbaut. Dr. Patrick Heißler (GAL) betonte, die Rampe, die quasi quer über den Bahnhofsvorplatz verlaufen würde, stände der städtebauliche Weiterentwicklung des Bahnhofsvorplatzes im Wege. Einen Befürworter der Rampenlösung gab es in Person des Bürgermeisters. Erich Püttner gab zu Protokoll, dass er die Rampen als „charmante Lösung“ betrachte, die die Fußläufigkeit zwischen dem Kino, der zukünftigen Kletterhalle, den Einkaufszentren im Gewerbegebiet und den Wohngebieten im Norden verbessern würde. Für Thomas Wiesmann ist das Kosten / Nutzenverhältnis von Rampen nicht gegeben.

„Wir müssen heute nichts entscheiden“, sagte Bürgermeister Erich Püttner. „Am 21. Februar wissen wir sicherlich mehr“, dann hat sich nämlich die Bahn angesagt, um ihre Pläne auf den Tisch zu legen, verkündete der Rathauschef an.

Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Golf brettert Mercedesfahrer ins Bein
Golf brettert Mercedesfahrer ins Bein
Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"
Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"
Gabriele Uitz kandidiert als Bürgermeisterin
Gabriele Uitz kandidiert als Bürgermeisterin
Das war’s im Rathaus
Das war’s im Rathaus

Kommentare