Windkraft-Exkursion

Energie für 8000 Haushalte

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Windkraft erklärt aus erster Hand: Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg (Mitte) und Windkraftingenieur Robert Sing (2 v. rechts) informierten Teilnehmer der Exkursion der GAL Kaufering.

Kaufering/Fuchstal – „Jedes Windrad erzeugt Strom für 8000 Haushalte und spart jährlich 20.000 Tonnen Kohlendioxid.“ Das berichtete Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg Teilnehmern einer Informationsfahrt, zu der die Kauferinger GAL eingeladen hatte, nachdem in der Gemeinde Kaufering jetzt mehrere Windkrafträder geplant sind.

Dreieinhalb Jahre habe es von der Planung bis zur Fertigstellung gedauert und dabei habe man so manche Schwierigkeiten und Widerstände überwinden müssen. Denn es gelte nicht nur den Vogelschutz und die Natur zu berücksichtigen, sondern auch den Denkmalschutz, die Interessen von Bürgern, Kirchen und die der Bundeswehr mit ihrem Standort in Penzing. Seit Herbst vergangenen Jahres drehen sich nun die Windräder und die Teilnehmer zeigten sich vor Ort erstaunt, dass diese riesigen Windmaschinen von unten kaum zu hören waren.

21,3 Millionen Euro statt der geplanten 21,8 Millionen habe die Bürgerwindkraft Fuchstal in die vier Windanlagen investiert, wovon zwei Drittel von Banken kam und ein Drittel von 115 Gesellschaftern. Der größte Gesellschafter ist die Gemeinde Fuchstal, die damit ein entscheidendes Wort bei den jährlichen Gesellschafterversammlungen mitreden kann, wie Karg betont. Überrascht zeigten sich die Zuhörer, dass eine in Fuchstal ansässige Firma an dem Strom aus den heimischen Windrädern nicht interessiert gewesen sei. Sie erhielte aber als Großabnehmer den Strom von ihrem Versorger billiger als die 8,58 Cent pro Kilowattstunde, die die Windräder bei der Einspeisung erzielen, wohingegen private Verbraucher rund 28 Cent für ihren Strom aus der Steckdose bezahlen.

Noch ist so manches an den neuen Fuchstaler Windrädern einzustellen, bis sie richtig gut laufen, berichtete Windkraftingenieur Robert Sing. Er hat die Anlagen mit seinem Team geplant, alle Vorarbeiten geleistet und schließlich aufgestellt. So hat er beispielsweise einen eigenen Windmesser auf einem der Windräder installiert, um kon­trollieren zu können, ob sie optimal eingestellt sind. Das will er nicht allein der Herstellerfirma überlassen, mit der es einen Wartungsvertrag über die 20 Jahre Laufzeit gibt.

Für die im Kauferinger Westerholz geplanten Windräder ist Sings Büro aktuell mit Vorarbeiten beschäftigt: So führt er Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und hat ein Vogelgutachten in Auftrag gegeben, um zu sehen, ob der Standort in Kaufering geeignet ist. Größte Hürde ist derzeit aber eine Genehmigung der Flugsicherung der Bundeswehr, nachdem der Standort Penzing nun doch nicht aufgegeben werden soll und auch der Flughafen Lechfeld in der Nähe des neuen Standortes liegt.

Die Exkursionsteilnehmer um Kauferings zweite Bürgermeisterin Gabi Triebel und GAL-Fraktionssprecher Andreas Keller waren von der technischen und der baulichen Größe der Windkraft beeindruckt. Sie hoffen, dass auch in Kaufering die regenerative Windenergie in Bürgerhand zur Energiewende beitragen kann.

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