Andreas Keller (GAL) über seine Pläne, sollte er Bürgermeister werden:

In Kaufering: Ortsentwicklungsplan das A und O

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Andreas Keller, hier am Kauferinger Bahnhof, setzt auf einen Ortsentwicklungsplan.

Kaufering – „Unsere Marktgemeinde braucht dringend einen Ortsentwicklungsplan, weil wir in der Vergangenheit oft Projekte beschlossen haben, ohne deren Auswirkungen auf ganz Kaufering zu berücksichtigen“. Das sagte Bürgermeisterkandidat Andreas Keller von der GAL in einem Hintergrundgespräch mit unserer Zeitung. Der ­KREISBOTE führt vor der Wahl mit allen Kandidaten ein Gespräch, in dem sie ihre Ideen und ihr Wahlprogramm präzisieren können.

Der Ortsentwicklungsplan wäre für Keller das A und O seiner zukünftigen Arbeit als Bürgermeister. Gerade in einer Kommune, wo die verfügbaren Flächen begrenzt sind, müsse alles wohl durchdacht sein. „Sonst machen wir nur Flickwerk und verbauen uns sinnvolle Weiterentwicklungsmöglichkeiten“. Jede nachträgliche Korrektur wäre ein Vielfaches teurer als jede Vorplanung es sein kann, sagt der Baufachmann.

Beispiel Feuerwehrhaus

Ein klassisches Beispiel ist für Keller die Standortwahl für das zukünftige neue Feuerwehrgebäude. „Wenn wir uns im Gemeinderat wirklich für den Standort beim Wertstoffhof in der Bayernstraße entschließen, verbauen wir uns die Chance, die große Fläche des Kreuzungsbauwerks als Gesamtes für zukünftige Wohnbauprojekte zu nutzen“. Die würde sich nämlich ergeben, wenn ein Verkehrskonzept im Rahmen des Ortsentwicklungsplanes die Rolle der alten B 17 und der dazugehörigen Auffahrten, neu definiert würde, betonte Keller.

Noch sei das eine Vision, betonte Keller gegenüber dem KREISBOTEN. Das ganze Thema müsse in einen Ortsentwicklungsplan einfließen. Ein Planungsbüro könnte entsprechende Vorschläge ausarbeiten. Für den Bauingenieur ist es wichtig, dass es von Anfang an eine direkte Bürgerbeteiligung gibt. Das könne beispielsweise in Form von Arbeitskreisen und frühzeitigen Informationsveranstaltungen gewährleistet werden.

Um den Mangel an bezahlbaren Wohnraum in Kaufering nicht nur in ferner Zukunft zu begegnen, möchte Keller am bereits beschlossenen Geschosswohnungsbau für das neue Baugebiet „Lechwiesen V“, festhalten. Hier können bald vergünstigte Wohnungen für Einheimische und sozialer Wohnungsbau für bedürftige Kauferinger entstehen.

Auch die Diskussion über ein Pendler-Parkhaus müsse im Ortsentwicklungsplan miteinbezogen werden. Sinnvoller erscheint ihm jedoch, Pendler über einen verbesserten ÖPNV oder mit anderen Verkehrsmitteln nach Kaufering zu bringen. Falls der Bau eines Parkhauses dennoch notwendig werden sollte, müsse unbedingt geprüft werden wie die Kommunen, aus denen die Pendler kommen, an den Kosten beteiligt werden könnten, so Keller.

Eine Herzensangelegenheit für Keller ist die Unterstützung der Feuerwehr. „Unsere Feuerwehr muss alles bekommen, was sie braucht“. Allerdings müsse sich das am tatsächlichen Bedarf für Kaufering orientieren. Ein großes Problem sieht Keller momentan im Personalmangel der freiwilligen Feuerwehr. „Ich werde die Mitgliederwerbung unterstützen“, sagt der gebürtige Kauferinger, der die jüngste spektakuläre Werbeaktion mit den Löscheimern gut fand.

Als Bauexperte ist Andreas ­Keller klar, dass man den Kindergarten Don Bosco wegen seiner erheblichen Baumängel abreißen müsse, eine Sanierung hält er für unwirtschaftlich. Er würde prüfen lassen, ob ein neues Don Bosco-Kinderhaus am Franz-Senn-Weg sinnvoll sei. Dort könne man zudem die Mittagsbetreuung integrieren. Dadurch ließen sich weitere Kosten für die Sanierung des ehemaligen Sportlerheims einsparen, in dem sie bislang untergebracht ist.

Als Grüner fühlt sich der zweifache Familienvater selbstverständlich auch der Umwelt verpflichtet. Sein Ziel sei es, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen. Der Abbau der Verschuldung müsse vorangetrieben werden. Das Biomasseheizkraftwerk verringere beispielsweise den CO2-Ausstoß auf vorbildliche Weise, bringe aber auch große Verluste ein. „Hier muss einiges auf den Prüfstand“, betont der Bürgermeisterkandidat. Wichtig sei es, ein langfristiges Konzept für den weiteren Betrieb der Anlage zu erarbeiten.

Ändern würde Andreas Keller als Bürgermeister die Gremienarbeit. „Wir müssen im Marktgemeinderat nicht stundenlang über Kleinigkeiten diskutieren.“ Eine gute Vorbereitung der Themen und eine gezielte Beratung in den Ausschüssen werden den Entscheidungsprozess deutlich verbessern.

Wirklich sparen können wir bei den anstehenden großen Bau- und Sanierungsprojekten, sagt der Bauingenieur zur Haushaltspolitik. „Die nötige fachliche Kompetenz bringe ich hierfür mit; auch den verantwortungsvollen Umgang mit hohen Summen bin ich in meinem Beruf gewohnt.“

Siegfried Spörer

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