Bürgermeisterkandidat Thomas Salzberger will bezahlbaren Wohnraum schaffen

"Müssen die Familien in Kaufering halten"

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Thomas Salzberger, hier beim Spaziergang am Fuggerplatz, würde als Bürgermeister den Wohnungsbau in Kaufering forcieren. Auch andere Themen kommen nicht zu kurz.

Kaufering – „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich mein Hauptaugenmerk zunächst auf die Schaffung von Wohnraum richten.“ Das sagte Bürgermeisterkandidat ­Thomas ­Salzberger (SPD) unserer Zeitung im Hintergrundgespräch. Der KREISBOTE führt im Vorfeld der Wahl mit allen Kandidaten und Kandidatinnen ein Gespräch, in dem sie ihre Ideen und ihr Wahlprogramm präzisieren können.

„Ich würde ein Paket schnüren“, sagt der 51-jährige Familienvater. In Kaufering fehle es an geeigneten und bezahlbaren Wohnungen sowohl für Familien, Jungbürger und auch für Senioren. Er wisse, dass Familien mangels Wohnraum entweder heute schon weggezogen sind oder noch folgen werden. „Was wir brauchen, ist eine Mischung aus Sozialwohnungen, Geschosswohnungen und Reihen- oder Doppelhäusern, die in verschiedenen Einheimischenmodellen kombiniert werden können.“

Salzberger hat auch ein Baugebiet im Blick. Anfangen würde er am Berliner Ring bei dem letzten freien Gebiet beim Kreisel an der alten B 17. Dort könnten bis zu 170 Wohnungen entstehen. Sie sollten in verschiedensten Größen gebaut werden, sagt der Verwaltungsfachmann, der bei der Stadt Landsberg arbeitet.

Im Sozialen Wohnungsbau gäbe es viele Fördermöglichkeiten, betonte Salzberger. „Ich würde dem Marktgemeinderat die Möglichkeiten aufzeigen“. Er sei sich sicher, dass man sich auf ein gemeinsames Konzept einigen würde. Bei dem Bau von Reihen- und Doppelhäusern präferiere er das Einheimischenmodell. Wenn die Marktgemeinde im Besitz der Grundstücke ist, könne sie auch die Vergabepolitik steuern und Einheimische mit fairen Preisen berücksichtigen. „So können wir dafür sorgen, dass Familien hier in Kaufering gehalten werden. Sie sind unsere Zukunft.“

Neben dem Wohnungsbau ist für Salzberger eine solide Finanzpolitik unersetzbar. Dass heiße aber nicht, dass nur an allen Ecken und Enden gespart wird. Am Beispiel Grundstückskäufe und der Schaffung der nötigen Infrastruktur für Baugebiete erläuterte er, die Marktgemeinde müsse hier in Vorleistung gehen. Dies seien aber gezielte Investitionen, die sich auszahlen würden.

„Wir müssen mittelfristig unsere Schulden abbauen, denn wir können nicht damit rechnen, dass die Steuereinnahmen weiter so sprudeln und die Zinsen so niedrig bleiben“. Sparpotential sieht Salzberger in vielen Bereichen. Zunächst müsse bei zukünftigen Investitionen geprüft werden, welche Fördermöglichkeiten der Freistaat oder die Regierung von Oberbayern anbiete. Das gelte auch für die Überlegungen zum Kinderhaus Don Bosco. „Bevor wir abreißen und neu bauen, sollten wir auch die Möglichkeit einer Sanierung mit dem benötigten Erweiterungsbau prüfen, da es in diesem Bereich höhere Fördermöglichkeiten gibt“.

Ein gewaltiges Sparpotential sieht der Verwaltungsfachmann, der in Landsberg die Vergabestelle leitet, in einer engeren Zusammenarbeit der Kommunen im Landkreis. Als konkretes Beispiel nannte Salzberger den IT-Bereich. Jede Kommune habe mit viel Geld eine eigene Datenverarbeitung aufgebaut, anstatt zusammen zu arbeiten und ein gemeinsames System zu betreiben. Salzberger sagt von sich, er sei inzwischen so gut vernetzt, dass er eine gemeinsame Politik des Einkaufens von Dienstleistungen und Waren im Landkreis und auch darüber hinaus vorantreiben könne. Das würde allen Gemeinden viel Geld sparen. Hier müsse der Landkreis die Kommunen mit einer zentralen Vergabestelle unterstützen.

Fördern will der Familienvater auf alle Fälle die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine mit höheren Zuschüssen. Das sei absolut sinnvoll investiertes Geld.

Die Sicherung von Trinkwasser hat für Salzberger absolute Priorität. Hier müsse vor allem die Technik modifiziert werden, um die Sicherheit der Wasserversorgung zu erhöhen. Dazu gehöre seiner Ansicht nach auch der Bau eines Dükers in Kaufering West und natürlich auch die Sanierung der alten Wasser- und Abwasserleitungen. Am Beispiel Trinkwasser erläuterte Salzberger auch seine Informationspolitik für die Bevölkerung. „Wenn ich weiß, dass wegen Wurzelentfernungen bei der Quelle die Gefahr einer Verkeimung besteht, informiere ich sofort die Bevölkerung und den Marktgemeinderat und nicht erst, wenn das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist“.

Salzberger empfiehlt sich als Bürgermeister, weil er von sich sagt: „Ich weiß, wie Verwaltung geht“. Er weiß natürlich auch, dass es unterschiedliche ­Ansätze bei Problemlösungen gäbe. ­Vieles könne man aber durch eine transparente Politik entschärfen und verständlich machen.

Siegfried Spörer

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