Nur auf Probe:

Endlich: Ein Beach-Volleyball für alle Kauferinger

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Schluss mit der Tristesse auf dem Beach-Volleyballplatz hinter der Dreifachturnhalle. Ohne bürokratischen Aufwand soll er ohne VfL-Vereinsmitgliedschaft zugänglich sein.

Kaufering – Soll man den Beach-­Volleyballplatz und den Hartplatz beim VfL Kaufering probeweise für ein Jahr öffentlich zugänglich machen? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Marktgemeinderat. Es war und ist ein Anliegen von Sascha Kenzler. Der Fraktionssprecher der UBV hatte schon 2018 einen Versuch gestartet, „die schönen Anlagen für Bürger auch ohne VfL-Mitgliedschaft zugänglich zu machen“. Nun unternahm Kenzler einen neuen Versuch – mit Erfolg.

Im Vorfeld war es Kanzler gelungen, alle Fraktionen unter einen Hut zu bringen und einen fraktionsübergreifenden Antrag in den Marktgemeinderat einzubringen. Unterstützung erhielt der UBV-Fraktionssprecher darüber hinaus vom Jugendbeirat.

Mit einer Anmeldung beim Hausmeister und der Zahlung einer kleinen Gebühr ist die Nutzung für Nichtvereinsmitglieder auch heute schon möglich. Die meisten Marktgemeinderäte plädieren aber dafür, die Platznutzung auch ohne Anmeldung möglich zu machen. Ganz so einfach ist das aber nicht, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte. „Der Antrag klingt schön“, sagte Alex Glaser, vom Beruf Jurist und Richter am Verwaltungsgericht Augsburg. Die Frage sei, wer die Verantwortung und die Haftung trage, wenn etwas passiere. Er plädierte für eine Vertagung, um diese Frage zu klären.

Gabriele Hunger, die als 3. Bürgermeisterin die Ratssitzung leitete, brachte ein vereinfachtes Anmeldeverfahren über eine App zur Sprache. Eine Warnung gab es vom Ex-VfL-Vorsitzenden Wolfgang Gottschalch von der Kauferinger Mitte. „Wir wissen auch, wie offene Anlagen aussehen.“ Regelmäßige Kontrollen seien daher notwendig, betonte Gottschalch.

Ein Problem, das wurde in der Diskussion deutlich, seien Glasscherben im Sand. In erster Linie sei die Sportanlage für den Schulsport da. Für den Fraktions­vorsitzenden der Grünen, Dr. Patrick Heißler, wäre es dagegen ein starkes Zeichen von Bürgerfreundlichkeit. Auch bei den Spielplätzen seien kaum Fälle von Vandalismus bekannt.

Kenzler sah man die Verärgerung über die Diskussion an, zumal auch Bürgermeisterin Gabriele Hunger erklärte, sie sei nicht bereit, den Kopf dafür hinzuhalten. Kenzler hält dagegen das Risiko für überschaubar. Andere Gemeinden würden solche Anlagen auch öffentlich zugänglich halten. Natürlich gebe es Risiken, sagte Kenzler. „Wir sind eine Vollkaskogesellschaft und das wird immer schlimmer.“

Thomas Wiesmann (SPD) riet dazu, es einfach mal auszuprobieren. Auch Dr. Thomas Harbich (CSU) sprach sich dafür aus, die Plätze zu öffnen. Für Norbert Sepp von der Kauferinger Mitte ist der Beschluss ein Vertrauensvorschuss an die jungen Leute.

Im Ergebnis stimmten nur vier Marktgemeinderäte gegen eine öffentliche Nutzung der Beach-­Volleyballanlage an der Bayernstraße. Man war sich aber darüber einig, dass man das Experiment jederzeit beenden könne, wenn sich negative Erfahrungen häufen – von einem Tag auf den anderen. Und: Mit Hilfe von organisatorischen Maßnahmen, etwa dem täglichen Durchrechen des Sandes, könne man auch eine relative Sicherheit gewährleisten.

Siegfried Spörer

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