Beschluss im Marktgemeinderat:

Glyphosat-Aus in Kaufering

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Durch den Verzicht auf das möglicherweise krebserregende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat will die Marktgemeinde Kaufering darüber hinaus auch Flora und Fauna schützen.

Kaufering – In der Marktgemeinde soll ab dem 1. Januar 2018 kein Glyphosat als Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz kommen. Einen entsprechenden Antrag hat die GAL-Fraktion eingebracht, der auch im Marktgemeinderat eine breite Mehrheit fand. Der Beschluss gilt natürlich zunächst nur für die im Eigentum der Gemeinde befindlichen Flächen. Glyphosat gilt als krebsverdächtiges Herbizid.

Die Kauferinger GAL-Fraktion begründete ihren Antrag mit dem Schutz der Gesundheit ihrer Bürger und dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Marktgemeinde fiele hier eine besondere Verantwortung zu. In ihrer Beschlussvorlage betonte die GAL, Kaufering sei ein wichtiger Akteur beim vorbeugenden Verbraucherschutz sowie dem Schutz und Erhalt von Flora und Fauna. Mit der Umsetzung der Maßnahmen dieses Beschlusses könne die Marktgemeinde einen gesunden, pestizid- und herbizidfreien Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen erhalten und fördern.

Von der WHO

Die Einstufung von Glyphosat als wahrscheinlich krebserregendes Mittel für den Menschen kommt von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört. Einige Bundesländer hätten, so die GAL, als Reaktion darauf Erlasse gegen die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für ­Glyphosatanwendungen auf Nichtkulturland erlassen. Auch habe sich der Bundesrat bereits im Jahr 2013 für ein Verbot von glyphosathaltigen Herbiziden für den Haus- und Kleingartenbereich ausgesprochen.

Unabhängig von der Frage nach gesundheitlichen Risiken nennt die GAL einen weiteren Grund, kein Glyphosat einzusetzen. Man müsse den ­dramatischen Rückgang der sogenannten Biodiversität, die im derzeitigen Bienen- und Insektensterben ihren Ausdruck findet, stoppen.

Neben dem Verzicht von Glyphosat auf allen gemeindeeigenen Flächen hat der Marktgemeinderat beschlossen, diesen Verzicht bei Neuverträgen auch alle privaten Unternehmen aufzuerlegen, die im Auftrag der Marktgemeinde im Rahmen der Grünpflege arbeiten. Bei laufenden Verträgen will die Gemeinde auf einen freiwilligen Verzicht hinwirken. Desweiteren soll beim Abschluss neuer Pachtverträge sowie bei der Verlängerung laufender Verträge für landwirtschaftliche und sonstige Flächen, die sich im Eigentum der Gemeinde befinden, eine Klausel eingefügt werden, mit der sich die Pächter zum vollständigen Verzicht auf den Einsatz von Glyphosat und sogenannten Neonikotinoiden verpflichten.

Kaufering behält sich auch das Recht vor, selbständig Stichproben zur Kontrolle durchführen zu lassen. In die Verträge soll eine Konventionalstrafe im Falle der Nichtbeachtung vorgesehen sein. Auch die Möglichkeit der fristlosen Kündigung des Pachtverhältnisses soll in die Verträge aufgenommen werden.

Siegfried Spörer

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