"Wir waren brillant!"

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Die drei Besten der Kauferinger Realschulabsolventen in diesem Jahr (von links): Lisa Hecht (Note 1,17), Michael Imhoff (1,0) und Fanny Hauber (1,0).

Kaufering – Er war einfach gut. Michael Imhoff fiel nicht nur in der Schule durch außergewöhnliche Leistungen auf. Auf der Abschlussfeier der Kauferinger Realschule hielt er eine Schülerrede, die zum absoluten Höhepunkt aller Reden mutierte. Immer wieder gab es für seine Rhetorik Szenenapplaus von den 88 Absolventen, ihren Eltern, Geschwistern und Lehrern.

Mit viel Ironie stellte Imhoff klar, dass „alle Reden, die wir heute gehört haben, unwichtig sind“. Auch die Lehrer seien nebensächlich. „Alles was wir heute in den Mittelpunkt stellen sollten, sind wir“. Seinen Mitschülern gab er mit auf den Weg: „Wir waren brillant“.

Natürlich standen die Absolventen im Mittelpunkt der Reden. Es hagelte Glückwünsche, zumal dieser Abschlussjahrgang zu den besten gehört, die die Schule je besucht haben. Schulleiter Peter Adam konnte mit Stolz verkünden, dass 22 der 88 Absolventen ihre Gesamtnote mit einer Eins vor dem Komma schmücken können. Zwei von ihnen, Michael Imhoff und Fanny Hauber, haben sogar ein glatte 1,0 erreicht. Das spreche für die Qualität der Schule und natürlich auch für die der Schüler, betonte der Direktor.

„Lernen ist zunächst eine bittere Frucht, aber später sind die Früchte süß“, gab Adam den Schülern mit auf den Weg. Mit dem Lernen ist es trotz des Realschulabschlusses noch nicht vorbei. Mehr als 50 der 88 Absolventen wollen, so Adam, eine Berufsausbildung beginnen. 33 Absolventen wollen auf der Fachoberschule weiter die Schulbank drücken und fünf hätten sich für den schwersten Weg entschieden: Sie wollen auf dem Gymnasium den Weg zum Abitur beschreiten.

„Ihr dürft auch Fehler machen, denn nur wer Fehler macht, sammelt auch Erfahrungen, wer keine Fehler macht, lernt auch nichts hinzu“, betonte Peter Adam. Unter dem Eindruck der vielfältigen gesellschaftspoltischen Probleme sei Dialogbereitschaft und Kompromissfähigkeit wichtig. Am Beispiel Griechenland und dem Euro habe man gesehen, wie schnell ein System ins Wanken geraten könne.

Im sozialen Bereich kämen viele Herausforderungen auf die Gesellschaft zu. So nicht nur die Flüchtlingsproblematik, sondern auch die zunehmenden Gegensätze zwischen Armen und Reichen oder die ideologischen Bedrohungen durch den Islamischen Staat. Peter Adam appellierte an die Verantwortung seiner ehemaligen Schützlinge. „Ihr müsst nach vorne blicken“.

Bürgermeister Erich Püttner lobte in seinen Grußworten die lebendige Gemeinschaft in der Realschule. Der Begriff der Schulfamilie sei hier vorbildlich mit Leben gefüllt worden, sagte der Kauferinger Rathauschef. An die Jugendlichen gerichtet, meinte er: „Ihr seid die Zukunft, ihr werdet die Zukunft gestalten. Ich möchte euch auch ermutigen, das Abenteuer zu suchen.“

Für die Elternschaft sprach Rolf Jung, der sein Amt zur Verfügung stellen wird, da sein Sohn die Schule nun verlässt. An die Absolventen gerichtet betonte er, man könne den Realschulabschluss mit dem Erwerb eines Führerscheines ver- gleichen. Der Führerschein berechtige nur zur Teilnahme am Straßenverkehr. Die Erfahrungen erwerbe man aber erst später. Ähnlich sei es mit dem Realschulabschluss.

Nach der Zeugnisausgabe durch den Schulleiter und die jeweiligen Klassenlehrer konnte Stefan Jörg, Vorstand der VR-Bank Landsberg-Ammersee, die Auszeichnung für die Besten überreichen. Als Schulbeauftragte des Landkreises ehrte Kauferings Marktgemeinderätin Rosina Heinle alle Schüler, die besser als 2,0 abgeschnitten hatten. Danach gab es in der Lechauhalle den großen Abschlussball.

Siegfried Spörer

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