Plastik-Sammeln gegen Kinderlähmung

"Deckel oder Nachsitzen"

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Stolz präsentieren die Kauferinger Realschüler ihren Beitrag zum Kampf gegen Kinderlähmung. Auch im nächsten Schuljahr wollen Initiatorin Nadja Birnbaum (2. v. links) und Schulleiter Peter Adam (5. v. links) die Aktion wieder durchführen.

Kaufering – Gegen Kinderlähmung setzt sich die Realschule Kaufering seit Beginn dieses Schuljahres ein – und zwar durch das Sammeln von Plastikdeckeln. Rund 250 Polio-Impfungen konnten die Schüler mit ebenso vielen gesammelten Kilogramm Plastik bereits ermöglichen.

Urheber der Aktion ist der Verein „Deckel drauf e.V.“ gemeinsam mit Rotary. Diese sammeln Plastikdeckel in großen Mengen und verkaufen sie an Recycling-Unternehmen. Die Kauferinger Realschullehrerin Nadja Birnbaum war in Norddeutschland auf die Hilfsaktion aufmerksam geworden und infizierte prompt Schulleiter ­Peter Adam mit der Idee, sich an der Aktion zu beteiligen.

Schon wenige Wochen später stand im Eingangsbereich der Schule eine blaue Mülltonne, wo seither Schüler ihre Flaschenverschlüsse einzeln oder tütenweise entsorgen. Einzige Kriterien für die Deckel: „Die sollten nicht mehr als vier Zentimeter Durchmesser haben und aus Plastik sein“, sagt Birnbaum. Schüler und Interessierte sollten allerdings nur „personenübliche Haushaltsmengen“ entsorgen, so will die Lehrkraft für Werken und Informatik völlig ausufernde Lagerungen vermeiden.

Gibt es Unternehmen, die sich mit größeren Deckelmengen an der Aktion beteiligen wollen, könnten sich diese direkt mit der Firma Haberstock in Verbindung setzen. Diese übernimmt das Einschmelzen der Deckel, die an der Realschule zusammengetragen werden. Bis zum Ende des Schuljahres könnten die bis dato gesammelten 17 Säcke voller Deckel noch aufgestockt werden. Danach transportiert die Firma Paul Wachter sämtliche Säcke nach Landsberg.

Während der Sommerferien ruht die Aktion, anschließend steht die erste Neuauflage an. Wie schon heuer könnte sich das Deckelsammeln auch im nächsten Schuljahr wieder als „beliebter Sozialdienst“ erweisen, meint Adam. Sind im noch laufenden Schuljahr zwei Streithähne tätlich aneinander geraten, wurde der Verursacher vor die Wahl gestellt: „500 Deckel sammeln oder zwei Stunden nachsitzen.“ Jeder entscheide sich für die Deckel, hat Adam beobachtet. Eine Woche Zeit gibt der Schulleiter seinen Schützlingen dann zur Erfüllung ihres Denkzettels.

Informationen zur Aktion sind unter www.deckel-drauf-ev.de zu finden.

Marco Tobisch

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