Zehntklässler der Montessorischule Kaufering wollen mit der "Meander" zu den Kanaren

14 Kauferinger Schüler auf hoher See

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In den Weiten des Meeres unterwegs sein, neue Länder kennenlernen und dabei für ihren Abschluss lernen: Das wünschen sich die Zehntklässler der Montessorischule.

Landkreis – Als Oberstufenleiter Dr. Daniel Gehr fünf Tage vor Weihnachten zum außerordentlichen Eltern- und Schülerabend einlud, war das Klassenzimmer voll. Denn es ging um ein außerordentliches Projekt für die Abschlussschüler. Nachdem sie alle ihre Seetauglichkeit bei der eigentlichen Abschlussfahrt im September – einem einwöchigen Segeltörn – bewiesen hatten, entstand die Idee, noch einmal für ganze zwei Monate gemeinsam in See zu stechen. Und zwar mit der „Meander“ – ein Hamburger Zweimast-Stag-Segelschoner von 1946.

Kapitän Heine van der Molen war gleich beim Elternabend dabei, stellte sein Schiff, die Ausstattung, die Schiffstechnik, seine Erfahrungen und den möglichen Törn vor. Gesegelt werden soll im Oktober und November, von Amsterdam über Frankreich und England bis hin zu den Kanarischen Inseln.

Das Besondere: Die Schüler bereiten sich unterwegs intensiv auf ihre mittlere Reife vor. Die mitfahrenden Lehrer decken alle Prüfungsfächer ab. Schüler mit Schwerpunkt Soziales können an Bord außerdem ihre Kochfertigkeiten erweitern, Technik-Schüler lernen direkt am riesigen Schiffsmotor und können eine Photovoltaik-Anlage aufbauen, Wirtschafts-Schüler dokumentieren die Reise, fotografieren und schreiben Blog-Beiträge.

Natürlich sind viele Landgänge und Exkursionen geplant. Zum Beispiel zu Europas größtem Gezeitenkraftwerk in Schottland. Oder in die Normandie, um den Ort des D-Day zu sehen. Auch England steht auf dem Exkusionsplan – zumindest dessen westlichster Punkt auf Land‘s End in Cornwall. Die Schüler werden fremde Länder erkunden, Englisch sprechen, andere Kulturen kennenlernen und Geschichte hautnah erleben. Eine hervorragende Gelegenheit, um den Horizont zu erweitern.

Als Highlight ist ein Umweltprojekt zum Thema „Plastik in den Meeren“ geplant. Die Montessorischüler wollen unterwegs Wasser auf Plastik untersuchen, die Ergebnisse protokollieren, Angespültes sammeln, zum Beispiel auch in entlegenen Buchten, wo normalerweise niemand hinkommt. Die Daten werden an internationale Umweltschutz-Datenbanken übermittelt. So leisten die Schüler einen wertvollen Beitrag für die Natur ihrer Zukunft.

Bei einer so langen Zeit auf engem Raum werden natürlich soziale Kompetenzen wichtig. Als Team zusammenhalten, gemeinsam kochen, Segel setzen, Wache halten und das Schiff lenken. Das bedeutet auch über eigene Grenzen gehen, erwachsen werden, einmal ohne Wifi auskommen. Zu beobachten gibt es vieles. Nicht zu vergessen Wale und Delfine in freier Natur. Die Segelfahrt soll eine unbezahlbare Erfahrung für die Jugendlichen werden.

Wie groß die Begeisterung für dieses Projekt bei Eltern und Schülern ist, war bereits am ersten Abend zu spüren. 14 Schüler wollen auf jeden Fall mitfahren, der Segeltörn soll unbedingt stattfinden. Der Knackpunkt ist wie immer Geld: Ohne finanzielle Hilfe ist die Fahrt für die meisten Familien nicht möglich. Pro Schüler fallen mindestens 3.300 Euro Kosten an. Das Schiff kostet 4.400 Euro pro Woche, dazu kommen Verpflegung und Anreise.

Um die eine oder andere Finanzspritze zu erhalten, haben Eltern und Schüler bereits einiges auf die Beine gestellt: Beim Waffelverkauf am Tag der offenen Tür kamen über 400 Euro zusammen. Es soll einen Flohmarkt über Ebay geben. Und es sind auch bereits die ersten Sponsoren mit an Bord. Wer Interesse hat: Ansprechpartner ist Dr. Daniel Gehr (daniel.gehr@montessori-kaufering.de).

Man darf gespannt sein, ob die ‚Meander‘ mit den Montessorischülern und -schülerinnen in See stechen kann. Daumen drücken!

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