Die "Vorreiter" in Sachen Pflege

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Sie gehören zu den Männern und Frauen der ersten Stunde: Bürgermeister Erich Püttner war bis 2012 der Leiter des Seniorenstiftes. Heute gehört Püttner dem Stiftungsvorstand an. Seine Nachfolgerin als Heimleiterin ist Gabi Schüder.

Kaufering – Das Seniorenstift der Marktgemeinde feiert in ein paar Tagen das 20-jährige Bestehen. Erich Püttner war damals der erste Heimleiter. „Am 4. Dezember 1995 zogen die ersten drei Bewohner in den ‚Rohbau‘ ein“, erinnert er sich. Vieles war einfach noch nicht fertig. Erich Püttner ist dem Seniorenstift noch heute verbunden. Als Bürgermeister der Marktgemeinde hat er zwar das Amt des Heimleiters 2012 an Gabi Schüder abgegeben, ist aber in seiner Funktion als Bürgermeister automatisch Stiftungsvorstand.

Gabi Schüder als Nachfolgerin von Erich Püttner als Heimleiterin gehört wie Püttner und der Hausmeister zu den Männern und Frauen der ersten Stunde. Eigentlich war das Seniorenstift in Kaufering nicht vorgesehen, erzählte ­Erich Püttner unserer Zeitung. Es gab auch kein Altenheim oder eine vergleichbare Einrichtung in der Marktgemeinde. Zuständig für die Altenheime dieser Art war das Landratsamt. Gesetzliche Grundlage sei der sogenannte „Landesaltenplan“ gewesen, sagte Püttner. Der sah vor, dass nur in Vilgertshofen ein Altenheim entstehen sollte.

Es war das Verdienst des damaligen Bürgermeisters Dr. Klaus Bühler, in Verhandlungen mit dem Landratsamt eine Aufteilung zwischen Vilgertshofen und Kaufering zu erreichen, lobte Püttner seinen Amtsvorgänger. So wurden Kaufering 56 Heimplätze zugeschlagen. Die ersten 10 Jahre waren reine Aufbauarbeit, resümierte Erich Püttner. „Im Mittelpunkt unseres Denkens steht die Beziehungspflege der Menschen“. An diesem Konzept wurde gefeilt und so zählt das Kauferinger Seniorenstift heute zu den renommierten Einrichtungen im Landkreis. Gabi Schüder mit ihren 120 Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit bietet heute ein ganzheitliches Angebot. Schwerpunkt der Arbeit des Seniorenstifts ist die stationäre Pflege.

62 Menschen leben heute im Stift. 46 Plätze werden in Einzel- und 16 Plätze in Doppelzimmern angeboten. Darüber hinaus bietet das Seniorenstift für das Gebiet der Marktgemeinde einen ambulanten Pflegedienst an, der im häuslichen Umfeld Pflege und Versorgung übernimmt. Zur Entlastung von pflegenden Angehörigen bietet das Seniorenstift Kaufering eine Tagesbetreuung an zwei Tagen in der Woche an. Allerdings müssen die pflegebedürftigen Menschen in die Einrichtung gebracht werden. Ähnliches gilt für die Kurzzeitpflege. In Krisenfällen oder bei Abwesenheit von Pflegepersonen kann eine wochenweise Versorgung oder Betreuung sichergestellt werden. Zusätzlich stehen im Seniorenstift 12 Wohnungen zwischen 30 und 70 Quadratmeter für „Betreutes Wohnen“ zur Verfügung. Besonders stolz ist man im Seniorenstift auf das Seniorencafé.

Dort treffen sich zweimal die Woche jeweils Dienstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr nicht nur die Bewohner sondern auch externe Besucher zum gemütlichen Plausch. Offen auch für externe Senioren ist der Mittagstisch im Stift, wo preiswerte und altersgerechte Mahlzeiten angeboten werden. Eine Voranmeldung ist allerdings erforderlich. Auch kleine Feiern richten die Mitarbeiter des Stifts für ihre Gäste aus. Viele Gedanken machen sich Erich Püttner und Gabi Schüder über die zukünftigen Entwicklungen. „Aufgrund der demographischen Entwicklung werden wir nicht nur mehr sondern auch „hochaltrige“ Menschen haben“, erklärt Erich Püttner. Das bedeute im Endeffekt auch mehr Menschen, die an Demenz leiden. Für die Betreuung müssen Antworten gefunden werden, betonte der Bürgermeister. „Viele Menschen wollen in ihren eigenen vier Wänden bleiben“.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist in Kaufering die Hospiz- und Palliativ-Versorgung. Vieles, was der Gesetzgeber heute in Bewegung bringt, gibt es im Kauferinger Seniorenstift schon lange. „Wir sind oft schon Vorreiter gewesen“, erklärte Gabi Schüder stolz, beispielsweise bei der Umsetzung des Rechts auf Betreuung und Beschäftigung bei dementen Menschen. Einmalig ist auch das „Netzwerk Kaufering“. Dort wird lebendige Nachbarschaftshilfe organisiert. Das Seniorenstift Kaufering ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Träger ist die Marktgemeinde.

Viele ehrenamtliche Helfer engagieren sich im Seniorenstift. Auch ein Förderverein hat sich zur Unterstützung gebildet. Das 20-jährige Jubiläum der Einrichtung wird im kleinen Rahmen gefeiert. Für die Öffentlichkeit gibt es am kommenden Samstag, 5. Dezember, Informationsstände und Beratung von Angehörigen zu allen aktuellen Themen der Pflege. Des weiteren gibt es Vorträge zur hausärztlichen Versorgung (14 Uhr), über Demenz (15 Uhr) und über das Thema Patientenverfügung (16 Uhr).

Siegfried Spörer

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