100.000 Euro für sauberes Wasser

Ultraviolette Strahler sind startklar

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Kauferings Wassermeister Sebastian Filipp präsentiert die neue UV-Anlage, die das Trinkwasser der Marktgemeinde in Zukunft vor Keimen bewahren soll.

Kaufering – Der Aufschrei im Sommer vergangenen Jahres war groß, als coliforme Keime im Kauferinger Trinkwasser entdeckt wurden (der KREISBOTE berichtete). Dass die Erreger ins Wasser eindringen konnten, dafür waren Sanierungsarbeiten an der Quelle St. Leonhard verantwortlich. In die 700 Meter lange Quellsammelleitung waren Wurzeln hineingewachsen, die im Zuge der Sanierung weggefräst wurden, wodurch das Trinkwasser verunreinigt wurde. Um künftig einer Keimverschmutzung vorzubeugen, beschloss der Marktgemeinderat im Januar den Einbau einer UV-Anlage, die sämtliche Keime unschädlich macht.

Schon bald könnte die Anlage ihren ersten wichtigen Dienst leisten: Schließlich wurden erst 300 Meter Quellsammelleitung saniert – 400 Meter stehen noch aus. „Wir haben einen Termin für die restlichen Arbeiten angefragt. Aber die Auftragsbücher der Unternehmen sind zur Zeit voll“, klärt Wassermeister ­Sebastian ­Filipp auf. Wann der zweite Sanierungsabschnitt in Angriff genommen wird, sei deshalb noch in der Schwebe.

Jedenfalls sieht Filipp das Wasserwerk für die nächsten Fräsarbeiten gewappnet. Die neue UV-Anlage hat das Rother Unternehmen Wilo Emu nämlich vergangene Woche eingebaut – vier Tage nahm das gerade mal in Anspruch, zumindest fürs Grobe. „Feinheiten fehlen noch, aber die Anlage wäre jetzt schon einsatzbereit“, sagt Filipp. Der Einbau ging reibungslos vonstatten, dank guter Vorbereitung habe es keinerlei Umstände gegeben.

Die etwa zwei Meter lange UV-Anlage hängt neuerdings im zweiten Untergeschoss des Altkauferinger Kommunalwerks, wo das Wasser aus zwei Sammelbecken heraufgepumpt wird. Dann durchströmen die Wassermassen ein Edelstahlrohr mit UV-Strahlern, kommen dank schützender Quarzglasrohre aber nur dem ultravioletten Licht und nie mit den Strahlern direkt in Berührung. Dass die Anlage in Kaufering zu den moderneren ihrer Art zählt, macht Wassermeister Filipp am möglichen Energiesparen fest. Ist der Wasserdurchfluss nur gering, lässt sich beim neuen Modell die Bestrahlungsdosis herunterschrauben, um kleinere Mengen Wasser nicht mit voller Leistung bestrahlen zu müssen.

Steuern können die Werksmitarbeiter Kauferings neue „Absicherung für die Zukunft“, wie Filipp sie nennt, aber nicht aus dem zweiten Untergeschoss. Ein kleiner, silberner Kasten, mit dem sich die Anlage regeln lässt, hängt eine Etage oberhalb. Sollte es eines Tages zu einer Überflutung kommen und der Anlagenraum unter Wasser stehen, bliebe die UV-Röhre weiter kontrollierbar, sagt Filipp.

Insgesamt sei diese zwar „kein Allheilmittel“, aber zumindest von Keimen bleibe das Trinkwasser verschont. Denn nicht nur über Wurzeln könnten sich Keime bilden. Ein weiterer Grund für die Neuanschaffung war die Rüstung gegen Wetterextreme: In einem ähnlichen Szenario, wie es erst vor wenigen Tagen der Fall war – viele heiße Sommertage gefolgt von Starkregen – könnte der „Boden als natürlicher Filter“ versagen. Eine Quellfassung wie in Kaufering, die gerade mal sechs Meter unter der Oberfläche liege, sei deutlich „filigraner“ als ein Hundert-Meter-Tiefbrunnen. Kommt es also zu Starkregen und der Boden filtert die Keime nicht, gelangen diese womöglich ins Quellwasser. Endstation ist aber künftig die UV-Anlage.

Die neue Schutzmaßnahme kostet die Marktgemeinde in Summe rund 100.000 Euro. 70.000 Euro entfallen davon auf die Anlage selbst, der Rest auf Planungskosten und die aufwendige Elektroinstallation. Wegen des schnellen Einbaus wurde der ursprünglich bis zum 30. August kalkulierte Notverbund mit Landsberg kürzer beansprucht. Schon letzten Donnerstag floss wieder heimisches St. Leonhard-Wasser durch Kauferings Wasserhähne.

Marco Tobisch

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