Schluss, aus, vorbei

Kauferings Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler tritt zurück

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Kauferings Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler ist überraschend zurückgetreten. Unser Foto zeigt sie bei ihrer Vereidigung vor 14 Monaten im Sitzungssaal des Marktgemeinderates im Feuerwehrhaus.

Kaufering – Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler hat das Handtuch geworfen und für viele Kauferinger vollkommen überraschend ihren Rücktritt vom Amt zum 31. August dieses Jahres erklärt. Die Rathauschefin, die derzeit krank geschrieben ist, führte in ihrem Schreiben an ihre beiden Stellvertreterinnen Gabriele Triebel und Gabriele Hunger persönliche Gründe für ihren Rücktritt an. Auch die Marktgemeinderäte wurden per Mail über den Rücktritt informiert.

Es ist natürlich kein Wunder, dass hinter den Kulissen in diesen Tagen heftig was los war. Im und rund um das Rathaus wurde viel über die Rücktrittsgründe diskutiert und spekuliert. Einige Marktgemeinderäte hatten schon bei der Fahrzeugsegnung bei der Feuerwehr „eine Ahnung“, dass die Bürgermeisterin keine volle Amtszeit mehr zur Verfügung stehen würde. Dass es so schnell geht, kam aber dann doch überraschend.

Es folgten Sitzungen, Telefonate, offizielle und inoffizielle Beratungen. Vordergründig geht es zunächst um einen Wahltermin. Aber, so ist aus Gemeinderatskreisen zu hören, wird auch schon über mögliche Nachfolger oder Nachfolgerinnen diskutiert.

Von den Kandidaten der letzten Wahl war auf die Schnelle noch keine Festlegung zu erfahren, ob die wieder ihren Hut in den Ring werfen würden. Angetreten waren vor 14 Monaten neben Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte), die in der Stichwahl als Siegerin hervorging, Gabriele Uitz (CSU), Thomas Salzberger (SPD) Andreas Keller (GAL) und die parteilose, aber von den Freien Wählern unterstützte, Dagmar Kramer.

Kramer wird mit Sicherheit nicht wieder an den Bürgermeisterwahlen teilnehmen. Sie erklärte auf Anfrage, dieses Kapitel sei für sie abgeschlossen, deshalb stehe sie für eine weitere Kandidatur nicht zur Verfügung.

„Es ist noch zu früh“, betonte Andreas Keller von den Kauferinger Grünen. Man werde aber sicher einen Bewerber stellen. Ob er selbst wieder in den Ring steigen werde, ließ Keller offen. Ähnlich äußerte sich Thomas Salzberger. Auch er ließ offen, ob er selbst noch einmal antreten werde, ist sich aber sicher, dass die SPD einen geeigneten Kandidaten aufstellen werde.

Ob die Kauferinger Mitte wieder einen Kandidaten aufstellen wird, konnte Manfred Huber nicht beantworten. Er befindet sich derzeit in Kreta auf Urlaub. Die Bürgermeisterin habe ihn aber bereits am Abend vor ihrem Rücktritt informiert, sagte Huber. Nach seiner Ansicht ist der Rücktritt ein herber Rückschlag für Kaufering und die Bürgerinnen und Bürger.

Auch bei der Kauferinger CSU ist noch nichts entschieden. „Bei uns kann sich jeder bewerben“, betonte Dr. Thomas Harbich gegenüber dem KREISBOTEN. Die endgültige Entscheidung über eine Kandidatur wird dann in einer Mitgliederversammlung getroffen.

Bei der UBV herrscht nach Aussage von Sascha Kenzler ebenfalls noch Unsicherheit über den weiteren Weg. Die UBV hatte bei den letzten Bürgermeisterwahlen keinen eigenen Kandidaten aufgestellt und auch keine Wahlempfehlung abgegeben. Die Vorstellung, sich bei dieser Wahl mit den anderen Fraktionen auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen, ist wohl nicht zu verwirklichen, da sowohl CSU, SPD und auch die Grünen mit eigenen Kandidaten antreten wollen, meinte Kenzler.

Ob die Freien Wähler einen eigenen Kandidaten aufstellen oder eventuell eine Wahlempfehlung abgeben, ist nach Aussage von Josef Mayrock noch zu früh. „Wir warten ab“.

Keine Ambitionen auf das Amt der 1. Bürgermeisterin hat Gabriele Triebel. Die Landtagsabgeordnete betonte gegenüber dem KREISBOTEN, sie fühle sich in ihrem Aufgabenbereich in München wohl. Sie stehe aber Kaufering als 2. Bürgermeisterin weiterhin zur Verfügung.

Einig sind sich die im Marktgemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen, dass die Wahlen möglichst nicht in den Sommerferien stattfinden sollen. Für Thomas Salzberger wäre der 15. September ein geeignetes Datum. Ob das allerdings geht, ist fraglich, denn hier hat die Rechtsaufsicht des Landratsamtes ein gewichtiges Wort mit zu reden. Gesetzeskonform ist, so Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, dass die Wahlen innerhalb von drei Monate stattfinden müssen. Ab wann die drei Monate gerechnet werden, muss das Landratsamt noch entscheiden. „Solche Fälle haben wir auch nicht alle Tage zu entscheiden“, sagte Müller. Man stehe wegen des Termins mit der Marktgemeinde im Kontakt.

Siegfried Spörer

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