Schwere Vorwürfe

Der "einsame Rufer" sagt laut "Servus!"

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Diesen Briefumschlag mit einer vierseitigen Abschiedserklärung ließ Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler am Wochenende in Kaufering verteilen.

Kaufering – Das war‘s dann wohl: Kauferings Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler hat jetzt einen Schlussstrich unter sein kommunalpolitisches Wirken in seiner ehemaligen Heimatgemeinde gezogen. Er legt sein Mandat im Marktgemeinderat nieder. Zwei Tage bevor er das seinem Nachfolger Erich Püttner am Montag offiziell wissen ließ, hatte er bereits eine vierseitige Abschiedserklärung in Kaufering verteilen lassen.

Eigentlich wollte Bühler schon im März 2012 seinen „Ruhestand“ beginnen, doch die Querelen um seine Person und Amtsführung motivieren ihn, bei den Kommunalwahlen 2014 mit neuer Gruppe anzutreten. Auf Anhieb gewann die „Kauferinger Mitte“ vier Sitze und damit konnte der Ex-Bürgermeister sein „Erfahrung in die Arbeit des Marktgemeinderats einbringen“, wie er selbst formuliert. Angesichts seiner fortschreitenden Krankheit kein leichtes Unterfangen.

Möchte nicht länger "einsamer Rufer in der Wüste" sein: Dr. Klaus Bühler.

Jetzt, knapp zwei Jahre später, nutzte Bühler einen fast vierwöchigen Klinikaufenthalt zur „inneren Einkehr und zum Überdenken der sachlichen Ratschläge“ seiner Ärzte. Dabei sei er zu der Erkenntnis gelangt, dass ihm die noch verbleibende Lebenszeit „einfach zu kostbar“ sei, um im Marktgemeinderat weiterhin „gegen geistige Mauern anzurennen“. Er wolle nicht länger Mitglied eines Gremiums sein, in dem die Mehrheit offen zugebe: „Der Bühler kann beantragen, was er will, wir werden das ohnehin ablehnen.“ Und er wolle nicht länger „einsamer Rufer in der Wüste“ sein, wenn es um das Thema Finanzen gehe. Keineswegs dürfe Sparen als Alibi für ein „Nichts-mehr-tun“ missbraucht werden, schreibt Bühler seinem Amtsnachfolger ins Gebetbuch.

Hoffnung keimt trotzdem noch bei Dr. Bühler: die Hoffnung, dass der Markt Kaufering durch seine Vertreter „insgesamt wieder erwachsener und damit bürgernäher, ideenreicher und zukuftsorientierter handeln“ wird. Einen Teil dazu beitragen könnte auch eines der „vielversprechenden Nachwuchstalente“ der Kauferinger Mitte (erster Nachrücker ist Wolfgang Gottschalch), denen Bühler mit seinem Rückzug den Weg bereiten möchte – auch in der weiteren Hoffnung, dass „Sachargumente bald wieder die Oberhand über persönliche Anfeindungen gewinnen“ können.

Apropos Anfeindungen: Auf fast einer ganzen Seite seines Abschieds-Briefes (Foto) erinnert Bühler daran, dass Püttner vor zehn Jahren, damals Geschäftsführer des Seniorenstifts, von einem älteren Kauferinger Ehepaar, das er als Betreuer in Greifenberg untergebracht hatte, eine „Erbschaft in sechsstelliger Größenordnung“ angetreten habe.

Toni Schwaiger

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