Kauferings neue Bürgermeisterin ist im Amt

Bärbel Wagener-Bühler vereidigt

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Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler wurde vom ältesten Gemeinderatsmitglied Manfred Nieß vereidigt. Für den 83-Jährigen war dies die letzte Amtshandlung, er scheidet Ende April aus.

Kaufering – Bärbel Wagener-Bühler ist seit dem 1. April die neue Bürgermeisterin der Marktgemeinde. In einer eigens angesetzten Sitzung wurde nun die 45-jährige Juristin vom ältesten Marktgemeinderatsmitglied feierlich vereidigt. Für Manfred Nieß mit seinen 83 Jahren war es eine seiner letzten Amtshandlungen. Er nutzte die Gelegenheit, einen Appell an seine Ratskolleginnen und Kollegen zu richten. Man solle alle politischen und sonstigen Gegebenheiten beiseite schieben und die Entscheidungen zum Wohle des Markts und seiner Bürger treffen. Darauf habe man auch einen Eid geleistet. Nieß scheidet aus gesundheitlichen Gründen Ende April aus dem Gremium aus.

Die Amtskette sitzt: Eine strahlende Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler nach ihrer Vereidigung.

Nach der Eidesformel wurde die Sitzung für einen kleinen Sektempfang unterbrochen. Alle Marktgemeinderäte gratulierten ihrer neuen Bürgermeisterin. Gabriele Hunger, Dritte Bürgermeisterin, überreichte als Sitzungsleiterin einen Blumenstrauß und Erich Püttner, nunmehr Altbürgermeister, übergab die Amtskette, „frisch poliert“, wie er sagte. 

Bärbel Wagener-Bühler bot dem Marktgemeinderat in ihren Einführungsrede an, sachorientiert und über Parteigrenzen hinweg vertrauensvoll zusammen zu arbeiten. Nur so könne Kommunalpolitik gelingen und nur so könne man gemeinsam die Entwicklung der Marktgemeinde positiv gestalten. Im Hinblick auf die Vergangenheit sagte die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters Dr. Klaus Bühler, „vielleicht gibt es den einen oder anderen, der gar nicht mich hier als eigenständische Person sehen kann, sondern nur als einen Teil meines Nachnamens“. Sie freue sich aber über eine faire Chance. 

Große Brocken 

Vor der neuen Bürgermeisterin liegen einige große Brocken. Dazu gehört der Neubau eines Feuerwehrhauses, Sanierung oder Neubau des Kindergartens Don Bosco, das Biomasseheizkraftwerke, die Tempo-30-Zonen, der Geschosswohnungsbau in der Berliner Allee oder auch die Gestaltung des Schmittenbauer-Areals. „Jetzt geht es darum, gemeinsam nach konstruktiven Lösungen für die ausstehenden Projekte zu suchen“. Bärbel Wagener-Bühler betonte, dass sich die großen Projekte nicht bis zur Sommerpause umsetzen lassen. Sie werde die ersten 100 Tage benötigen, um sich einzuarbeiten. „Mir ist es aber wichtig, mit Ihnen zusammen Entscheidungen zu treffen, die auf fundierten Erhebungen basieren. Auch können wir Geld sparen, wenn wir schon von Anfang an möglichst an alles gedacht haben“. Kauferings Marktgemeinderäte dürfen sich schon einmal auf eine zweitägige Klausur einstellen, die wahrscheinlich im Juli stattfinden wird. Dort will Bärbel Wagener-Bühler unter externer Moderation mit dem Marktgemeinderat über die Ziele der nächsten Jahre diskutieren und abstimmen. 

Die neue Rathauschefin appellierte in ihrer Rede mehrfach an den fairen Umgang miteinander. Wenn der persönliche Kontakt stimme, könne man sich in jeder Sachfrage einigen. „Ich rede hier nicht vom Weichspülgang“. Im Vordergrund sollte aber immer die sachorientierte Entscheidung stehen und nicht persönliche Befindlichkeiten. „Ich biete ihnen einen fairen, offenen und transparenten Umgang und gut ausgearbeitete Unterlagen und Informationen an“. Die Juristin betonte, es müsse immer möglich sein, die Meinung in einer Sitzung ändern zu können und zwar ohne Gesichtsverlust. Die Devise müsse sein, „das beste Argument gewinnt und nicht, hier ist einer eingeknickt“. Für Bärbel Wagener-Bühler ist klar, "dass man nur als Team wirklich gut sein könne. „Unseren Auftrag haben wir von den Wählerinnen und Wählern und deren Belange sollten im Vordergrund stehen“. 

In gleicher Sitzung wurden die Bezüge (B2) und die Dienstaufwandsentschädigung festgelegt. Zudem ernannte der Marktgemeinderat Bärbel Wagener-Bühler zur ehrenamtlichen Standesbeamtin.

Siegfried Spörer

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