Der ungeliebte Thron in Kaufering

Nach Bürgermeisterin und Geschäftsstellenleiter geht auch der Kommunalwerkleiter

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Schon wieder ist die Stelle des Kommunalwerkleiters in Kaufering vakant: Holger Schack hat zum 1. Juli gekündigt.

Kaufering – „Nix wie weg“, scheint die Parole in der Kauferinger Verwaltung zu lauten. Die Marktgemeinde hat keine Erste Bürgermeisterin mehr, im Bürgermeistervorzimmer scheint laut Stellenanzeige auch eine Leerstelle zu klaffen, der Geschäftsstellenleiter hat am 31. August seinen letzten Arbeitstag – und jetzt ist auch die Spitzenposition der Kommunalwerke zum wiederholten Male vakant: Werkleiter Holger Schack hat seinen Posten zum 1. Juli verlassen. Eine Stelle, die er erst Anfang des Jahres angetreten hatte. Warum er gegangen ist? Das darf die Zweite Bürgermeisterin Gabriele Triebel (Grüne) nicht sagen: Personalien sind nichtöffentlich. Im Moment werden die Kommunalwerke kommissarisch von Bauamtsleiter Andreas Giampa geführt.

Auch schon vor Schack, der noch unter Ex-Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler eingestellt wurde, hatte es bei den Kommunalwerken in der Leitung geknarzt: Bis zu Schacks Antritt im Januar standen die technische und die kaufmännische Bauamtsleitung als Übergangslösung an der Spitze der Kommunalwerke. Übergangsleitung deshalb, weil die Kommunalwerke rechtlich einen ausgewiesenen Leiter benötigen, „er darf nicht aus der Verwaltung kommen“, betont Triebel. Und der Posten des Kommunalwerksleiters scheint problematisch zu sein: Denn die Übergangslösung war notwendig geworden, als der vorherige Leiter Timo Exel ebenfalls recht plötzlich Ende Juni 2017 seinen Posten hinschmiss.

„Das Werk ist sehr komplex“, gibt Triebel zu bedenken.Vor allem das Biomasseheizkraftwerk stelle hohe Anforderungen an das Profil eines möglichen Werkleiters. „Da jemanden zu finden, ist nicht leicht. Wir als Kommune sind ja zudem an gewisse Gehaltsgrenzen gebunden.“ Ein Werkleiter, der die differenzierten Kommunalwerke in Kaufering leiten kann, findet in der freien Wirtschaft weitaus bessere Bedingungen.

Man sei bereits auf der Suche, habe aber noch niemanden in Aussicht, berichtet Triebel. Zudem müssten noch „interne Gespräche geführt werden, wie es weitergeht“. Wahrscheinlich werde man mit der Neubesetzung noch auf den im Oktober zu wählenden Bürgermeister warten.

Ein Chance für Kaufering

Momentan steht Andreas Giampa, seines Zeichens Leiter des Tiefbauamtes, kommissarisch an der Spitze der Kommunalwerke. „Es gibt ja im Bereich Wasser Anknüpfungspunkte zum Tiefbau“, begründet Triebel diese Personlie. Und sie ist zuversichtlich: „Wir bekommen das alles hin.“

Auch Biedermanns Posten wird vorerst kommissarisch besetzt: mit Kämmerer Winfried Plaß (der KREISBOTE berichtete). Den Wechsel des Geschäftsstellenleiters Biedermann in der Bauleitplanung von Stadtbergen (bei Augsburg) könne sie verstehen, sagt Triebel, „das ist für ihn eine Chance der Weiterentwicklung“. Und eine Chance zur Weiterentwicklung sehe sie auch im aktuellen Personalnotstand des Markts Kaufering. Frei nach Hesses Motto ‚In jedem Anfang wohnt ein Zauber‘.

Susanne Greiner

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