Kaum neues Bauerwartungsland

Der Friedhof in Holzhausen muss erweitert werden. Noch befindet sich die Gemeinde Utting in Grundstücksverhandlungen. Foto: Nagl

Der neue Flächennutzungsplan (FNP) für Utting hat jetzt deutlich Konturen angenommen: Der Gemeinderat stimmte jüngst über alle Flächen ab, für die Ulrike Angerer vom regionalen Planungsverband in ihrem Vorentwurf Änderungen vorgeschlagen hat. Als grundsätz- liches Ziel mehrerer Bürgerworkshops und des Gemeinderates habe sich eine „Konsolidierung“ des Ortsbildes herauskristallisiert.

Grünflächen und -streifen um Holzhausen herum sollen deshalb erhalten und das Ammerseeufer von weiterer Bebauung freigehalten werden. Die Ausweisung von großflächigen Baugebieten ist nicht vorgesehen, nur auf einzelnen Grundstücken – etwa am Kapellenweg – wird dem Wunsch der Eigentümer nach Bauerwartungsland entsprochen. Für viele Bereiche erteilte der Gemeinderat derartigen Begehrlichkeiten eine klare Absage: So entschied er einstimmig, die Umgebung des Künstlerhauses Ga­steiger, die Wiese nördliche des Schmiedbergs und die Bereiche südöstlich des Kapellenwegs als Grünflächen zu erhalten. Auch die Gebiete südlich und östlich des Sulzfelds sollen von Bebauung frei und als landwirtschaftliche Nutzflächen klassifiziert bleiben, obwohl vor kurzem über die Ansiedlung von Einzelhandel am Sulzfeld diskutiert worden ist. Am Sägewerk zwischen Entrachinger und Achselschwanger Straße wird eine Arrondierung des Gewerbe- und Mischgebietes vorgesehen, ebenso südlich der Auraystraße, wo die Gemeinde vielleicht künftig den Bauhof unterbringen will. Außen vor bleibt vorerst auch der Geothermie-Standort an der Kreisstraße nach Entraching. Angepasst In vielen Fällen wurde der Flächennutzungsplan lediglich an bereits bestehende Bebauungspläne oder gar schon realisierte Häuser angepasst: Schließlich wurde der Vorgänger für Utting 1971 erstellt, und der Ortsteil Holzhausen war bislang noch überhaupt nicht von einem FNP erfasst. Diskussionsbedarf gab es bei der Erweiterung des Holzhausener Friedhofes: Für den Fall, dass die Verhandlungen mit dem direkten Anlieger keinen Erfolg bringen, wird eine alternative Fläche etwas abseits der Kirche eingeplant. Und auch für ein künftiges Jugendzentrum sind zwei mögliche Standorte als Gemeindebedarfsflächen ausgewiesen: am Bahnhof und am Rathaus. Auf Antrag von Alexander Noll (CSU) wurde nochmals die schon fast vergessene Trasse für einen Umfahrung westlich der Staatsstraße in den Plan aufgenommen. „Wenn du merkst, dein Pferd ist tot, steig ab“, zitierte Peter Noll (GAL) dazu ein Sprichwort und verweigerte die Zustimmung. Patrick Schneider (GAL) stimmte zu, nachdem er sich vergewissert hatte, dass es sich dabei „nur um ein paar gelbe Punkte“ im Plan handle. Mehr Bedeutung könnte die Ausweisung von Standorten für Windkraftwerke erlangen: „Es empfiehlt sich, das zu steuern“, meinte Peter Noll. Er verwies auf den Landkreis Starnberg, wo alle Gemeinden gemeinsam eine Flächenplanung für die Windkraft erstellen. Auch Angerer fand „wirklich toll, was Starnberg gemacht hat“, und riet, Landsberg sollte rasch diesem Vorbild folgen.

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