Bürgerversammlung Ellighofen

Kein Ausverkauf zugunsten des Stadtsäckels

Ellighofen Luftaufnahme
+
Mehr Wohnraum für Ellighofener wünschen sich die Dorfbewohner.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
    schließen

Ellighofen – Mit besonders hässlichen Fällen von Vandalismus schlägt sich die Freiwillige Feuerwehr Ellighofen herum. Es seien mehrfach der Eingangsbereich und eine Tür des Feuerwehrhauses mit Hundekot beschmiert und offenbar auch beworfen worden, berichtete Ortssprecher Stephan Niedermayer bei der Bürgerversammlung. Auch ein Schild am nahegelegenen Kinderspielplatz und ein Türchen auf dem Gelände seien verschmiert worden. 

„Ich habe keine Ahnung, wer hier einen Hass oder ein anderes Problem hat“, so Niedermayer. „Aber dieser Scheißdreck muss aufhören“, wurde der Ortssprecher deutlich. An die große Glocke hatte die Feuerwehr die Vorfälle bisher nicht gehängt. Doch man habe Kameras aufgestellt, um den Schuldigen zu erwischen – was Niedermayer nun bewusst öffentlich machte.

Die Veranstaltung im Brunnenwirt in Ellighofen war nicht nur die erste im diesjährige Reigen der Landsberger Bürgerversammlungen, sondern auch eine Premiere für Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl. Gut eine Stunde lang referierte die Rathauschefin über aktuelle Themen, wobei die geplanten großen Bauprojekte der Stadt im Mittelpunkt standen – die Kita Reischer Talweg, deren Fertigstellung sich wohl bis Sommer 2022 verzögert, die Sanierung des Stadtmuseums, der Neubau des Jugendzentrums in der Lechstraße, die Sanierung und Erweiterung der Schloßbergschule.

Daniel Broschart aus dem Stadtplanungsreferat sprach über den Verkehrsentwicklungsplan und Kämmerer Alexander Ziegler über die Finanzen, die coronabedingt heuer wenig erbaulich sind. Mindereinnahmen in Höhe von sechs bis sieben Millionen Euro bei der Gewerbesteuer, ein Minus von 7,4 Millionen Euro im Ergebnishaushalt und ein Minus von 19 Millionen Euro bei der Investitionstätigkeit änderten allerdings nichts daran, dass man bei den genannten Bauprojekten vorankommen müsse, so Doris Baumgartl. „Die Situation ist also nicht ganz einfach.“

Aus Ellighofen selbst berichtete Ortssprecher Niedermayer, der vergangenes Jahr – coronabedingt per Briefwahl – für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt wurde. Ein „leidiges Thema“, das auch später in der Diskussionsrunde angesprochen wurde, seien die Mäharbeiten am Wiesbach. Er habe in diesem Zusammenhang noch nie so viele Anrufe bekommen wie in diesem Jahr. Die Stadt halte den einmal jährlichen Mähturnus zwar ein, doch der Bach sollte an einigen Stellen ausgebaggert und damit vertieft werden. Die verschlammten Stellen könnten ansonsten zu Problemen bei Hochwasserereignissen führen.

Der Brunnenwirt müsse endlich öffentliches WLAN bekommen, forderte Niedermayer. Im übrigen stellte er fest, dass so wenige Ellighofener wie noch nie zur Bürgerversammlung gekommen seien. Ob das an Corona lag oder an der relativ kurzfristigen Terminsetzung, konnte man nur spekulieren. Die Veranstaltung hatte jedenfalls kein Problem, die maximal 50 in der Gaststube erlaubten Besucher – darunter Mitarbeiter der Stadt und fünf Stadtratsmitglieder – einzuhalten.

Mit den Anwesenden ergab sich dennoch eine recht lebhafte Diskussion. Die Bürger beschäftigt ein geplantes Baugebiet in ihrem Ortsteil, von dem befürchtet wird, es werde den jungen Einheimischen nicht zugute kommen. „Das Landsberger Modell passt aus der Sicht des Dorfes nicht“, kritisierte ein Anwesender. Zumindest ein kleiner Teil der voraussichtlich 50 Bauplätze solle für Ellighofener reserviert werden, forderte er. Im übrigen solle „kein Ausverkauf von Ellighofen“ stattfinden, um den Stadtsäckel zu füllen.

Auch Niedermayer pochte darauf, dass Vertreter des Ortsteils bei der Aufstellung des Bebauungsplans involviert werden. Baumgartl hielt es ebenso für wünschenswert, engagierte junge Leute im Dorf zu halten. Allerdings würden es die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht erlauben, bei der Vergabe der Bauplätze einen Unterschied zwischen direkt im Ortsteil Ellighofen Lebenden und Landsbergern zu machen.

Weitere Fragen betrafen die Internetversorgung des Ortsteils (nicht nur des Brunnenwirts), eine gewünschte Fußgänger- und Radler-Querung über den Lech nach Pitzling und den geplanten Neubau des Jugendzentrums in Landsberg. Ob man die Jugendlichen aus den Ortsteilen in die Stadt holen wolle, fragte ein Bürger. Ihm sei die Bauwagengruppe lieber, die in Ellighofen auf Initiative einiger Jugendlicher entstanden ist. „Ich weiß nicht, warum sich Bauwagen und Juze gegenseitig ausschließen sollen“, entgegnete Baumgartl. Im Jugendzentrum könnten andere Dinge stattfinden als in Bauwagen, zum Beispiel Konzerte. Auch werde es Probenräume für junge Musiker geben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Kultdisco ist zurück
Landsberg
Die Kultdisco ist zurück
Die Kultdisco ist zurück
Weiterer Covid-Todesfall im Landkreis Landsberg
Landsberg
Weiterer Covid-Todesfall im Landkreis Landsberg
Weiterer Covid-Todesfall im Landkreis Landsberg
Die Odyssee zum PCR-Test
Landsberg
Die Odyssee zum PCR-Test
Die Odyssee zum PCR-Test
ULP-Baustelle in Landsberg beklaut
Landsberg
ULP-Baustelle in Landsberg beklaut
ULP-Baustelle in Landsberg beklaut

Kommentare