Gastrokonzept steht

(K)ein Dämpfer fürs Bürger- und Vereinezentrum Denklingen

+
Bis Herbst nächsten Jahres soll das Bürger- und Vereinezentrum in Denklingen fertig werden. Das Gastrokonzept steht.

Denklingen – Es gibt Dämpfer fürs Bürger- und Vereinezentrum – aber positive: Für die umfassende Ausstattung der Küche werden unter anderem Kombidämpfer angeschafft: 480.000 Euro plus Mehrwertsteuer wird die Einrichtung der Gastronomie kosten. Dazu gehört auch der Ausschank des Gastronomen, zudem eine eigene Cateringzone (Saalküche) sowie die Bar, die vorwiegend von der Landjugend genutzt und betrieben wird.

Die Mehrheit der Gemeinderäte hatte der Küchenplanung in der letzten Sitzung der Legislaturperiode zugestimmt. Zwei Räte – Anita Gropp und Maximilian Ebner – waren nicht damit einverstanden, für die Gastronomie im Bürger- und Vereinezentrum (BVZ) so viel Geld auszugeben; sie votierten mit Nein.

Denn einen realen und wuchtigen Dämpfer hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr erhalten: den drastischen Rückgang der Gewerbesteuer auf drei Millionen Euro; im Jahr 2018 waren es noch doppelt so viel. deshalb sollte heuer, auch angesichts der finanziellen Auswirkungen der Coronakrise mit dem zu erwartenden niedrigen Steueraufkommen, eigentlich Schmal­hans Küchenmeister sein.

In einer Information an die lokalen Medien schildert Bürgermeister Andreas Braunegger, dass der Gastronomiebetrieb im Konzept fürs BVZ „eine der größten Herausforderungen“ darstellt. Deshalb sei schon jetzt das Konzept entwickelt worden.

Die Gastronomie umfasst 120 Sitzplätze. Dort sollen künftig Familienfeiern und Vereinssitzungen abgehalten werden können. Die Gastronomie verfüge über eine eigene Küche, wo eine unkomplizierte und schnelle Speisenzubereitung erfolgen könne und alle erforderlichen Hygienemaßnahmen eingehalten werden, erklärt der Rathauschef. Um den Bürgersaal mit einer Kapazität von rund 350 Gästen bewirten zu können, sehe die Planung einen separaten Cateringbereich vor, weil die Küche nur auf den Gastroraum und eine Terrassenbewirtung ausgerichtet sei.

Damit bei den Veranstaltungen im Saal der Gastronomiebetreiber auch die Möglichkeit hat, Einnahmen zu generieren, sei der Ausschank von der Theke sowohl für den Gastrobereich als auch für den Bürgersaal vom Betreiber der Gastronomie zu handhaben. Der Zugang von der Theke in den Bürgersaal werde durch eine Schiebetür getrennt und sei bei einer Nutzung des Saales einfach zu öffnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit nur einem Ausschank beide Bereiche bedient werden können und erhebliche Kosten für eine teure Thekenausstattung gespart werden.

Die Installation von zwei Küchen ist hingegen nach Braun­eggers Worten „dringend erforderlich“. Der Saal mit 350 Sitzplätzen könne nur durch eine Cateringküche versorgt werden. Im Gemeinderat verwies der Rathauschef „auf fünf Gespräche mit Gastronomen, die sich auskennen“.

In Bezug auf die breitgefächerten Küchenausstattung sprach Anita Gropp hingegen von der „eierlegenden Wollmilchsau“. Zwar seien alle Bereiche abgedeckt. Aber die Ausgaben für die zwei Küchen und die Bar betrachte sie als zu hoch – erst recht in der aktuellen wirtschaftlichen Situation mit sicherlich zurückgehenden Steuereinnahmen.

„Ich bin ein Verfechter von Vernunft und Verstand“, erwiderte Braunegger. Aber nur das aktuelle Konzept ermögliche eine qualitativ hochwertige Gastronomie. Dank der Ausstattung mit Kombidämpfern sei es möglich, dass der Caterer 70 Essen in acht Minuten in den Saal bringe. Man benötige da Schlagkraft. Falls bei 200 Gästen die Gerichte nur noch lauwarm serviert würden, „kommt kein Mensch mehr“, betonte der Rathauschef.

Gemeinderätin Regina Wölfl verwies auf die „Langlebigkeit“ der Küchenausstattung. Dazu trage auch bei, dass man zwei Bereiche habe und nicht Geräte hin- und herschieben müsse. Martin Ahmon erinnerte an die Größe des Saales, der bis zu 400 Plätze bieten könne. Die Ausstattung brauche man, um die Gerichte in kurzer Zeit fertigstellen zu können.

Nach dem Spatenstich fürs BVZ Anfang März sind die Tiefbauarbeiten weit vorangeschritten. Jetzt wird mit dem Bau des Bürgersaales begonnen. Der Rohbau sollte im Herbst dieses Jahrs so abgeschlossen werden, dass in den Wintermonaten der gesamte Innenausbau realisiert werden kann. Die Fertigstellung für das Bauvorhaben, das mit 12,5 Millionen Euro veranschlagt ist, ist für Herbst 2021 vorgesehen.
Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Utting: Drei Millionen für „Haus der Kinder“
Utting: Drei Millionen für „Haus der Kinder“
Landsberg: Sommerunterhaltung mit „Mandragola“ und Moreth Company
Landsberg: Sommerunterhaltung mit „Mandragola“ und Moreth Company
Bis dass die Socken dampfen: Ein Rundgang durch das Breite Moos 
Bis dass die Socken dampfen: Ein Rundgang durch das Breite Moos 

Kommentare