Das Aus des Schülerumzugs

Neue Tradition gesucht

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Traurige Gesichter in Landsberg: Am "Lumpigen Donnerstag" wird es keinen Umzug der Landsberger Schulen mehr geben. Die Stadt sucht jetzt nach Alternativen.

Landsberg – Faschingsumzug ade? Die Landsberger Schulen wollen am "Lumpigen Donnerstag" im kommenden Jahr mehrheitlich keinen Umzug mehr gestalten. Oberbürgermeister Mathias Neuner sucht jetzt nach Alternativen, 2014 werde es aber vermutlich keinen Umzug geben.

Zwar traf sich Neuner in der vergangenen Woche noch einmal mit den verantwortlichen Schulleitern und Anton Sirch von der Abteilung Raum- und Veranstaltungsmanagement der Stadt. Doch es war nichts mehr zu retten: Die Schulen äußerten große Bedenken, insbesondere wegen des Alkohols, der schon während des Umzugs – auch bei den Schülern – im Umlauf ist. Das sei, so die Schulleiter in einer gemeinsamen Pressemitteilung, für eine Schulveranstaltung nicht vertretbar.

„Ich finde das sehr schade – es ist das Ende einer langen Tradition“, so Neuner. „Aber ich habe Verständnis und akzeptiere die Entscheidung der Schulen.“ Jetzt möchte Neuner einfach „eine neue Tradition etablieren“ und so sucht die Stadtverwaltung nach Ideen. 2014 wird aber vermutlich pausiert.

Gefeiert werden darf in der Innenstadt dennoch, wie Neuner betont: „Dem steht die Stadt nicht im Wege.“ Künftig könnte er sich vorstellen, dass ein Verein die Organisation des Gaudiwurms übernimmt.

Über die Absage der Schulen und mögliche Alternativen sprach Oberbürgermeister Mathias Neuner auch im Interview mit dem KREISBOTEN.

Herr Neuner, Sie haben noch einmal mit den verantwortlichen Schulleitern gesprochen – was kam dabei heraus?

Mathias Neuner: „In einer großen Runde mit allen Schulleitern haben diese noch einmal ihre Bedenken geäußert. Aber ihre Entscheidung ist gefallen: 2014 gibt es keinen Faschingsumzug der Schulen mehr und es findet der normale Unterricht bis 13 Uhr statt. Der Nachmittag des Lumpigen Donnerstags ist dann wie gehabt.“

Haben Sie Verständnis für die Bedenken der verantwortlichen Schulleiter – insbesondere wegen des Alkoholkonsums während des Umzugs?

Neuner: „Sicher habe ich Verständnis, besonders für die Lehrkräfte, die ja während des Umzugs die Aufsichtspflicht für ihre Schüler haben. In den letzten Jahren ist der Alkohol auch wirklich zu einem zunehmendem Problem geworden. Das Ordnungsamt und die Polizei waren auch immer im Einsatz und haben kontrolliert.“

Wird dann in der Stadt, etwa am Hellmairplatz, trotzdem gefeiert?

Neuner: „Das ist Sache der Gastwirte. Die Stadt steht Genehmigungen nicht im Weg und die Absage der Schulen ist ja nicht der Tod des Lumpigen Donnerstags.“

Gibt es vielleicht nächstes Jahr trotzdem einen Umzug, etwa kurzfristig gestaltet von Vereinen?

Neuner: „Es wird sich sicherlich etwas etablieren. Wir gehen jetzt einen neuen Weg und wollen etwas neues auf die Beine stellen. Es ist durchaus denkbar, dass sich Vereine engagieren. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir es bis zum Fasching 2014 schaffen, etwas zu organisieren.“

Die Schulleiter warfen in ihrer gemeinsamen Presseerklärung vor, das Konzept des Umzug sei überholt – wie sehen Sie das?

Neuner: „Das Konzept ist eigentlich einfach. Ich sehe eher die Gesellschaft, die sich verändert hat. Es wird mehr Alkohol getrunken. In den Schulen bleibt wenig Zeit, einen Umzug vorzubereiten, nicht alle Lehrer machen das gerne. Aber das Konzept an sich ist doch die letzten Jahre auch aufgegangen.“

Wie könnte denn generell ein neues Konzept für den Umzug ohne die Schulen aussehen?

Neuner: „Da werden wir jetzt erst einmal Ideen sammeln. Der Umzug ist ja aus einer Art Faschingsverein heraus entstanden – vielleicht finden sich wieder Menschen, die gerne einen Umzug gestalten möchten. Wir streben jetzt einfach eine Neuausrichtung an und sehen das dramatische Ende des Schülerumzugs als Chance für einen Neuanfang.“

Janina Bauch

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