Funkmast? Nein, danke!

Fuchstaler Rat lehnt Station für Mobilfunk ab

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An diesem Mast zwischen B17 und Hirschvogel-Werk sind Antennen mehrerer Mobilfunkanbieter installiert. Die Telekom versorgt von dort derzeit die Ortschaften Leeder, Asch und Denklingen.

Fuchstal/Denklingen – Denkbar knapp ist vergangene Woche die Abstimmung zum Antrag der Deutschen Telekom ausgegangen, einen Funkmast auf dem Anwesen Schlichtherle in Leeder installieren zu dürfen. Es ist seit Anfang des Jahres Eigentum der Gemeinde, zuvor gehörte es der Sparkasse Landsberg-Dießen. Mit 8:7 Stimmen sprach sich der Gemeinderat gegen den Standort an der Bahnhofstraße aus.

Auch Bürgermeister Erwin Karg stimmte dagegen. Er sagte, als er in der Ratssitzung in das Thema einführte, dass er selbst kein Handy nutze – weder dienstlich noch privat. „Also, das hat mich schon überrascht“, kommentierte am Tag danach Erwin Walch das Abstimmungsverhalten des Gemeindeoberhaupt. Walch, der in Weil wohnt, ist Kommunalbeauftragter für Mobilfunk bei der Deutschen Telekom. Er hatte das Thema Mobilfunk und Standortsuche ausführlich im Gemeinderat dargestellt.

Nach diesem Votum wird die Standortakquise der Telekom in Leeder fortgesetzt. „Weiterhin viel Glück bei der Suche“, rief Bürgermeister Erwin Karg dem Telekom-Kommunalbeauftragten zu, als dieser den Sitzungssaal verließ. Derlei Funkmasten auf einem Dach sind nicht genehmigungspflichtig. Wenn die Deutsche Telekom oder ein anderer Anbieter auf einem Gebäude eines privaten Eigentümers eine Antenne installiert, dann kann eine Kommune baurechtlich dagegen nichts unternehmen.

Kürzere Wege

Bisher werden Denklingen, Leeder und Asch in Sachen Mobilfunk von einer Station versorgt, die an einem 25 Meter hohen Masten angebracht ist. Und der steht zwischen der B17 und dem Hirschvogel-Werk. Ausschau nach lokalen Sandorten hält die Deutsche Telekom laut Walch deswegen, weil sich das Mobilfunkverhalten stark verändere (bundesweit sind es schon 113 Millionen Endgeräte bei 81 Millionen Einwohnern). Zudem hätten vor allem die Datenmengen rasant zugenommen, wenn man nur an Laptops, Tablets oder SMS denke. Bei kürzeren Reichweiten von der Antenne zu den Endgeräten würde die Strahlungsbelastung am Handy deutlich zurückgehen, erklärte Erwin Walch.

Das Fuchstaler Rathaus mitten in Leeder scheidet als Standort aus, informierte Bürgermeister Karg; es ist denkmalgeschützt. Als gut geeigneten Standort hat die Telekom dann das Schlichtherle-­Anwesen mit der Tankstelle ausgekundschaftet, das zwar im Osten der Ortschaft, aber zumindest in der Nord-Süd-Achse ungefähr in der Mitte liegt.

Gemeinderat Josef Weber sagte, man müsse für die Bedenken der umliegenden Bewohner wegen eines Handymastens beim Schlichtherle schon Verständnis aufbringen. Er fragte, ob denn die Antenne nicht etwas außerhalb Leeders, etwa auf der Hütte an der Fernwärmeleitung, angebracht werden könne – dort sei auch Strom vorhanden. Dies sei schon zu weit entfernt, antwortete Walch. Auch der Standort der Almhütte oberhalb von Leeder, den Stephan Völk und Bürger­meister Karg zuvor nannten, sei wegen der Hangkante und der hohen Bäume zur Versorgung schlecht geeignet.

Asch oder Denklingen?

Wie Erwin Walch erklärte, seien die Gespräche für einen Standort in Asch schon weit vorangekommen. Auch in Denklingen erfolge die Akquise. Und für Unterdießen suche man ebenso nach einem eigenen Standort für eine Mobilfunkstation.

Gemeinderat Walter Reitler, selbst Elektrotechnik-Ingenieur, erklärte in der Debatte, was Erwin Walch von der Telekom geschildert habe, sei „Stand der Technik“. In der Diskussion zur elektromagnetischen Strahlung gelte es zu unterscheiden zwischen der „gefühlten Bedrohung“ (Anblick eines Mastes) und der „tatsächlichen Bedrohung“, (intensive Nutzung von Handys oder schnurlosen Telefonen). Gemeinderat Andreas Epple sagte: „Was ich daheim hab‘, kann ich selbst beeinflussen. Den Masten kann ich aber nicht beeinflussen.“

Johannes Jais

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