Kein Geld für neue Kanäle

Auch in der Moorenweiser Straße in Geltendorf müsste der Regenwasserkanal dringend saniert werden – ebenso die gesamte Straße –, doch das wird aus Geldmangel von einem Jahr aufs nächste verschoben. Foto: Osman

Ein Teil der Regenwasserkanäle in Geltendorf gilt als stark sanierungsbedürftig. Allein für die dringendsten Maßnahmen müsste man 1,3 Millionen Euro aufwenden. Aus dem kürzlich verabschiedeten Haushalt des Abwasserzweckverbands Geltendorf-Eresing wurde der Punkt trotzdem gestrichen. Zunächst soll ein Gesamtkonzept über die Maß­nahmen erstellt werden. Auf dieser Basis wird danach der Verbesserungsbeitrag berechnet, den jeder Grundstückseigentümer zahlen muss.

Kämmerin Andrea Pleintinger hatte im Haushaltsentwurf 500000 Euro für Sanierungsmaßnahmen an den Regenwasserkanälen eingestellt. Davon hätte die Gemeinde die Hälfte tragen müssen, während die andere Hälfte von den Bürgern aufgebracht werden sollte. Pleintinger wollte damit auch eine Vorlage für die gemeindlichen Haushaltsberatungen liefern, die im Frühjahr anstehen. „Wenn der Zweck­- verband kein Geld bereitstellt, tut es die Gemeinde auch nicht. Dann passiert dieses Jahr wieder nichts“, warnte die Kämmerin. Die Mehrheit der Verbandsräte sah das anders. Man könne nicht für jede einzelne Straße eine eigene Satzung aufstellen und eigene Beiträge erheben, wandte Josef Loy ein. „Da ist der Verwaltungsaufwand höher als die Einnahmen.“ Zunächst müsse ein Gesamtkonzept der Sanierungsmaßnahmen aufgestellt und mit der Gemeinde abgestimmt werden. Auch Michael Klotz warnte beim Erheben der Verbesserungsbeiträge vor „Salamitaktik“. Außerdem wollte er die Gemeinde Geltendorf nicht unter Druck setzen, die sich die Maßnahmen vielleicht gar nicht leisten könne. „Wir müssen nichts übers Knie brechen“, fand auch Josef Weiß. Mit den anstehenden Baumaßnahmen an der Landsberger Straße und der Bahnhofstraße sei Geltendorf schon genug belastet. Hier werden im Zuge der Fahrbahnsanierung die Regenwasserkanäle auf jeden Fall erneuert. Für die erste Etappe dieser Arbeiten sind im Verbands- haushalt 230000 Euro vorgesehen. Um einen Verbesserungsbeitrag hierfür kommen die Bürger noch herum, weil dessen Höhe den Verwaltungsaufwand kaum rechtfertigen würde. Stattdessen werden 50 Prozent der Baukosten über Kredite finanziert. Insgesamt beträgt der Kreditbedarf des Zweckverbands heuer knapp 300000 Euro. Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von rund 720000 Euro, der Vermögenshaushalt umfasst knapp 490000 Euro. Wichtigste Einnahmequelle sind die Abwassergebühren in Höhe von rund 600000 Euro. Pleintinger kündigte an, dass für die Jahre 2012/13 eine neue Gebührenkalkulation fällig werde. Dabei sollen die Beiträge nach Schmutz- und Regenwasser gesplittet werden. Um zu ermitteln, wie viel Regenwasser von jedem Grundstück in den Oberflächenkanal läuft, werden die Grundstücksbesitzer voraussichtlich per Selbstbefragung aufgefordert werden, die versiegelten Flächen auf ihren Grundstücken auszumessen.

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