Kein guter Sommer für Freibäder

Nur selten hatten die Kinder im Freibad Thaining die Gelegenheit, die neue Rutsche – wie bei ihrer Eröffnung (Foto) – bei strahlendem Sonnenschein in Angriff zu nehmen. Foto: Weh

Am gestrigen Dienstag hat das neue Schuljahr begonnen. Viele Eltern, die die großen Ferien mit ihren Kindern in heimischen Gefilden verbracht haben, dürften diesen Tag bereits her­- beigesehnt haben. Denn die Gelegenheiten, den Nachwuchs mit einem Freibadbesuch zu beschäftigen, waren rar geblieben im August, der zu den regenreichsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zählte. Das ärgerte jedoch nicht nur die Eltern, sondern auch die Bäderbetreiber im Landkreis: Ihr Umsatz brach im August dramatisch ein.

Traditionell sind die großen Ferien die umsatzstärkste Zeit der Freibadbetreiber, wenn Schüler in Scharen um Abkühlung im kalten Nass trachten. Diesmal habe man jedoch „unheimliche Umsatzeinbuße“ hinnehmen müssen, klagt Thomas Zeck, Leiter der Landkreisbäder in Kaufering, Greifenberg und Thaining. Dabei hatte es im Juli noch so ausgesehen, als könnte es ein sehr gutes Jahr werden. Fast vier Wochen lang herrschten tropenartige Temperaturen, die Besucherzahlen schnellten in die Höhe. Dies macht sich in den Abschlusszahlen bemerkbar. Während in Greifenberg und Kaufering über die Saison gesehen nur einen geringen Rückgang der Badegäste zu verzeichnen hatte, blieb die Besucherzahl in Thaining sogar konstant. „Der Juli hat einiges wie­dergutmachen können“, stellt Zeck fest. Dass ausgerechnet Thaining Mehreinnahmen im Vergleich zum Vorjahr erzielen konnte, macht der Bäderleiter an der neuen Rutsche fest, die Ende Juni im Warmfreibad installiert wurde. „Das haben die Leute gut angenommen.“ Nach Schätzung Zecks wird sich der Verlust aller drei Bäder mit rund 900000 Euro auf Höhe des Vorjahres bewegen. Ähnlich sieht die Bilanz beim Inselbad in Landsberg aus, das am Montag seine Pforten für die Badegäste für diese Saison schloss. Auch hier rechnet der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, Bernhard Langert, mit einem Minus auf Vorjahresniveau. 2009 hatte das Bad rund 400000 Euro Verlust eingefahren. Zwar konnten die Betreiber die Einnahmen um 10000 Euro steigern, doch sei das vor allem der im vergangenen Jahr beschlossenen Gebührenerhöhung geschuldet, relativiert Langert. Denn das schlechte Wetter ließ rund 8000 Tagesgäste weniger kommen als noch in der vergangenen Saison. Insgesamt besuchten 90000 Badende das Freibad am Lech. Mit Einnahmen von rund 200000 Euro liege man jedoch im Soll, sagt Langert, denn in dieser Form sei das Bad nun mal ein „Zuschussbetrieb“. Ändern könnte die Situation einzig ein grundlegender Umbau des 1971 eröffneten städtischen Frei­bades. Pläne, mit dem Bau einer Sauna- und Wellnesslandschaft auch im Winter für Kundschaft zu sorgen, existieren bereits seit mehreren Jahren. Wann das Projekt in Angriff genommen wird, vermag Langert derzeit jedoch nicht zu sagen. „Wir müssen erst das Gesamtkonzept für die Stadtent­- wicklung durch das Stadtbauamt abwarten, ehe wir etwas machen können.“

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