Kein Haus im Grünen – Verwaltungsgericht hebt Bescheid des Landratsamtes auf

Durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtes ist am Freitag eine vom Landratsamt erteilte Baugenehmigung für ein Wohnhaus aufgehoben worden. Es handelt sich um die umstrittene Planung auf einem Grundstück an der Ecke Eduard-Thöny-Straße und Am Dampfersteg.

Die Gemeinde Utting, deren Bestreben es ist, die parkartige Landschaft zwischen der Bahnlinie und dem Ufer des Ammersees entlang der Gemarkung Utting und Rieden zu erhalten, ist hinsichtlich der Bauleitplanung für diesen sensiblen Bereich seit Jahren im Verzug. Derzeit wird ein Flächenutzungsplan erstellt, außerdem arbeitet der Planungsverband an einem Konzept für das Gebiet südlich der Verwaltungsschule. Dennoch reiche zur Rechtfertigung des Bauvorhabens gegenwärtig die Orientierung an der Umgebungsbebauung (Paragraph 34 der Bayerischen Bauordnung) nicht aus, betonte Richter Volker Berberich vom Bayerischen Verwaltungsgericht München am Freitag beim Ortstermin. So sieht es auch der Uttinger Gemeinderat, der im vergangenen Jahr den Bauantrag des Grundstückseigentümers einstimmig zurückgewiesen hatte. Allerdings ersetzte damals die Kreisbehörde das Einvernehmen. Der Bauherr möchte auf seinem Grundstück, auf dem sich seit zehn Jahren ein Zweifamilienhaus und als Altbestand ein kleines Sommerhaus befinden, ein weiteres, 19 Meter langes und neun Meter breites Wohnhaus errichten. Als unpassend empfand das Gericht neben den Ausmaßen des Gebäudes auch dessen Situierung. Es würde nur wenige Meter von der Eduard-Thöny-Straße entfernt entstehen. Vermutlich, so die Meinung des Richters, werde einem derartigen Bauvorhaben während der Bauphase oder auch danach ein beachtlicher Teil des noch vorhandenen Baumbestandes zum Opfer fallen, der dann als störend empfunden werde. Der Ammerseegemeinde, vertreten durch Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL), gab Berberich mit auf den Weg, hinsichtlich der Bauleitplanung möglichst schnell verbindliche Richtlinien zu schaffen und nach Möglichkeit auch eine Baumschutzverordnung auszuarbeiten. Die schriftliche Urteilsbegründung ist in wenigen Wochen zu erwarten. Die Kosten für die Gerichtsverhandlung (7500 Euro) trägt das Landratsamt mit dem Grundstückseigentümer.

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