Termine erst im Mai

Kein Impfstoff für den Landkreis Landsberg

Impfung
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Diese Woche kamen im Landkreis Landsberg keine Impffläschchen der Firma Biontech/Pfizer an. Warum, ist bisher nicht bekannt. 200 Termine mussten verschoben werden.

Landsberg - Diese Woche hat der Landkreis Landsberg keinen Impfstoff bekommen. Eine Begründung dafür habe man nicht erhalten, berichtete Landrat Thomas Eichinger in einer Pressekonferenz. Deshalb mussten 200 bereits vereinbarte Termine verschoben werden - manche können sogar erst im Mai nachgeholt werden.

„Bereits am Freitag hat man uns gefragt, ob wir auch mit einer reduzierten Menge auskommen würden“, berichtet Eichinger. Das habe man verneint. Grund für die Anfrage sei gewesen, dass Bayern insgesamt für diese Woche 20 Prozent weniger Impfstoff erhalten habe, da Biontech/Pfizer in der Produktionsstätte in Belgien gerade umbaut, um danach mehr Impfstoff produzieren zu können. „Warum wir dann überhaupt keinen Impfstoff erhalten haben, erschließt sich uns nicht“, so Eichinger. Deshalb habe man die rund 200 Impftermine absagen müssen. Und da die kommenden Wochen und Monate bereits auch schon mit Terminen ausgefüllt seien, versuche man zwar, einen Teil dieser Impfungen samstags einzuschieben. Aber einige der abgesagten Termine habe man auch in den Mai verlegen müssen. „Das ist hochbedauerlich, aber es liegt nicht in unserem Verschulden.“ Für die geplanten Zweitimpfungen sei jedoch genug Impfstoff vorhanden.

Mit der bisherigen Planung und bis zu 420 Impfungen, die täglich im Impfzentrum und mit den zwei mobilen Impfteams möglich wären, hätte man mit der Gruppe der höchsten Priorität im Mai abschließen können. „Jetzt sind wir da unsicher.“ Man könne momentan nicht sagen, in welchen Mengen der Impfstoff in den nächsten Wochen geliefert werde. Eventuell müsse man auch in der kommenden Woche Termine verschieben.

Bisher geimpft

Bisher seien 1.900 Erstimpfungen und 84 Zweitimpfungen durchgeführt worden, vor allem in Pflegeheimen, eine dreistellige Zahl aber auch direkt im Impfzentrum. Die Impfbereitschaft des Pflegepersonals liege dabei mit 20 Prozent der Beschäftigten deutlich unter der der Bewohner, von denen sich 80 Prozent impfen ließen.

Man hoffe, verstärkt Impfungen im März und April durchführen zu können. „Allerdings ist das ein Rennen gegen die Zeit“, so Eichinger in Bezug auf die Mutationen aus England und Südafrika, die nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender sind.

Eventuell werde man in Dießen, wie von der Gemeinde angeregt, einen Vorort-Impfstandort einrichten, so Eichinger. Das biete sich dort an, da sowohl geschultes Personal vorhanden sei als auch in Die0en nach Landsberg die meisten Senioren lebten.

Die Personen mit höchster Priorität in den stationären Heimen seien inzwischen nahezu alle geimpft, informierte der Pflegeleiter der FüGK Erich Püttner im Kreisausschuss. Er rechne damit, dass bis Ende Februar keine Ansteckungen in Heimen mehr vorkommen würden.

Einzelimpfungen seien bisher noch nicht möglich, da der Impfstoff von Biontech/Pfizer nach dem Verdünnen auf die Einzeldosis nicht mehr transportierbar sei, sagt Eichinger. Das Pharmaunternehmen meldet inzwischen jedoch, dass die Einzeldosen in Spritzen bis zu sechs Stunden bei zwei bis acht Grad transportabel sind. Ob diese Methode – wenn Impfstoff vorhanden ist – im Landkreis angewendet wird, ist bisher noch nicht kommuniziert worden.

Infektionsherde

Ansteckungen habe es in der letzten Zeit bei Einzelereignissen wie Familien- oder Geburtstagsfeiern gegeben. Bei drei Feiern im südlichen Landkreis hätten sich insgesamt 33 Personen infiziert, „das ist ein Drittel der aktuellen Fälle“, betont Eichinger. In beiden Fällen habe es eine Anzeige gegeben. Beide Polizeiinspektionen meldeten indessen verstärkte Kontrollen in Bezug auf die Ausgangssperre sowie die Maskenpflicht an Haltestellen des ÖPNV. Hier sei wohl auch in Zukunft mehr Personal notwendig. In den letzten Wochen habe man 70 Bußgeldverfahren eingeleitet.

Infektmobil

Um Hausärzte in Bezug auf möglicherweise mit dem Coronavirus infizierte Patienten zu entlasten – also Patienten, die grippeähnliche Symptome aufweisen, aber noch nicht getestet wurden –, habe man das Infektmobil wieder für zwei Stunden pro Tag aktiviert.

Hotline Impfzentrum

Hier seien die Wartezeiten, bis man jemanden erreiche, immer noch recht hoch, weiß Eichinger. Inzwischen habe man dort aber bereits sechs Personen abgestellt.

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