Kein Job wie jeder andere

Sie lieben die Abwechslung und die enge Beziehung zu ihren Schützlingen im SOS-Kinderdorf: Die Erzieherinnen (von links) Diana Brusch, Nadine Rötzer und Karina Willig mit Dominik (rechts) und Žaklina. Foto: SOS

Karina Willig hat elf Tage und Nächte Dienst hinter sich. Elf Tage, in denen sie rund um die Uhr für sechs Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren da war, für sie eingekauft, gekocht und gewaschen hat, mit ihnen Hausaufgaben gemacht, gespielt und Probleme besprochen hat. Trotzdem strahlt sie, wenn sie von ihrer Arbeit als Erzieherin im SOS-Kinderdorf Dießen erzählt. Denn sie liebt ihre spannende und abwechslungsreiche Aufgabe.

Wenn die 28-Jährige gegen 9 Uhr zur Arbeit in ihre SOS-Kinderdorffamilie kommt, weiß sie nie genau, was sie bis zum Dienstende am Abend erlebt. Jeden Tag aufs Neue bespricht sie mit der SOS-Kinderdorfmutter, wer heute kocht, die Hausaufgabenbetreuung übernimmt, wer mit den Kleinen spielt, sie zu Arzt- oder Therapeutenbesuchen fährt, den Elternabend besucht. Dazu kommen die unvorhersehbaren Dinge. So muss Willigs Kollegin Nadine Rötzer auf einmal los, ein Kind aus der Schule holen und zum Arzt bringen, es hat sich verletzt. Eine knappe Stunde später ist sie zurück, der kleine Dominik zeigt stolz den verbundenen Finger. „Wir leben ein Stück Mutterrolle, begleiten die Kinder durch ihren Alltag“, bringt es Diana Brusch auf den Punkt, die bereits seit zehn Jahren als Erzieherin bei SOS-Kinderdorf arbeitet. Auch sie liebt die Abwechslung, die dieser Alltag und die vielen Aufgabenbereiche mit sich bringen: „Wir sind Erzieherinnen, Hausfrau, Mutter und Manager“, erklärt sie und lacht: „Ich habe zum Beispiel im SOS-Kinderdorf kochen gelernt“. Wenn die SOS-Kinderdorfmütter ihren verdienten Urlaub genießen, kommt noch die volle Verantwortung für die Kinder dazu. Denn dann übernehmen die Erzieherinnen die Vertretung und schlafen bei den Kindern im Haus – so wie Willig in den vergangenen elf Tagen. Das sei einerseits anstrengend, auf der anderen Seite komme durch die sehr enge Beziehung von den Kindern auch „unglaublich viel zurück“, so Brusch. Manchmal gibt es auch problematische Situationen. Schließlich haben alle Kinder, die im SOS-Kinderdorf leben, eine Vorgeschichte, die es zu bewältigen gilt. Dafür aber, betont Brusch, „wächst man selbst“ und lernt fürs Leben. Zumal der „sehr gut angesehene Arbeitgeber“ SOS-Kinderdorf für tolle Fortbildungsangebote und eine ständige Kontrolle sorge, ergänzt Willig. Alle Drei schätzen neben der Abwechslung auch das sehr selbstständige Arbeiten im SOS-Kinderdorf. Zum Beispiel können die Erzieherinnen in Eigenregie Wochenendausflüge planen und unternehmen, wenn die SOS-Kinderdorfmutter in Urlaub ist. Willig geht dann mit den Kleinen oft an den See zum Enten füttern oder an den Spielplatz. Brusch, die schon ältere Kinder zwischen neun und 17 Jahren betreut, fährt in den Zoo oder zum Bummeln nach Landsberg.

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