Keine Angst vor Verantwortung

Bernd Großmann, Jan Bentele, Anton Fischer und Helga Lorenz tragen derzeit besondere Ver- antwortung für ihre Stadt. Die Landsberger vertreten die Bürgergruppen beim wichtigen Projekt „Neugestaltung Hauptplatz“. Eine spannende Aufgabe für die Bürgervertreter – zum Beispiel als es darum ging, welche Architektenbüros beauftragt und wie deren Aufgabe formuliert werden soll.

Dass die vier als Bürger in diesem Vergabeverfahren so intensiv beteiligt werden, sei etwas völlig Neues, sagt Stadtplaner Professor Joachim Vossen, der das Projekt Hauptplatz begleitet. Er spricht beim großen Bürger-Engagement deshalb schon vom „Landsberger Modell“. „Es war eine völlig neue Erfahrung“, beschreibt Helga Lorenz die Arbeit im Gutachtergremium über mehrere Runden. Per Kriterienkatalog wurden die Architekturbüros aus- gewählt. Befürchtungen, von den Experten nicht beachtet oder überstimmt zu werden, habe sie nicht gehabt, so Lorenz. Dass die Meinung aller im Gutachtergremium Beteiligten, also auch ihre, berücksichtigt wurde, erklärten auch die beiden anderen anwesenden Großmann und Fischer. Drei aus 28 28 Architekturbüros hatten sich um das europaweit ausgeschriebene Projekt beworben. Drei hat das Gremium mit dem Architekt und Stadtplaner Walter Landherr als Verfahrensbetreuer, externen Fachleuten, den Bürgervertretern und beratenden Mitglieder ausgewählt: das Büro „ST raum a. Landschaftsarchitektur“ aus Berlin, „lohrer.hichrein landschaftsarchitekten bdla“ aus München und aus Landsberg die „Arbeitsgemeinschaft Büro ArchitektenGrundRiss“ zusammen mit Valentien+Valentien aus Weßling. Die Bürgervertreter sind sich sicher, mit ihnen die besten Bewerber ausgewählt zu haben. Automatisch hätte sich die Qualität herauskristalliert. Und von der Aufgabenbeschreibung, mit der sich die Büros nun befassen, ist Vossen „begeistert“ und bezeichnet sie als „sehr frei und breit gestreut“. Trotzdem liege der Fahrplan fest. Die einzelnen Punkte der Vorgaben wurden dazu stark neutralisiert: Zum Beispiel wird keine Anzahl von Parkplätzen vorgegeben, sondern offengelassen, wo und wie das Parken geplant werden könnte. Anderes wie eine zusätzliche perspektivische Darstellung der Büroentwürfe, zählen zu den Details, die eingearbeitet wurden. Immer wieder seien die Architekten-Vorgaben auch mit dem Wortlaut des Ratsbegehrens abgeglichen worden, betonen die Aktiven. Damit nichts Altes wieder aufgetischt wird, liegen auch frühere Entwürfe für eine Hauptplatzumgestaltung bei. Eine Sache gibt es aber, die feststeht: „Der Marienbrunnen wird bleiben“, so Vossen. Nächster Termin für die Bürgervertreter ist der 18. März, wenn sich die Gutachter wieder zur Beratung treffen.

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