Keine Brennpunkte

Beim wohl folgenschwersten Verkehrsunfall im vergangenen Jahr kam bei Penzing ein 13-Jähriger ums Leben, zwei weitere Fahrzeuginsassen wurden schwer verletzt. Foto: PPN Oberbayern

Insgesamt 2739 Verkehrsunfälle hat es im vergangenen Jahr im Landkreis Landsberg gegeben. „Das ist eine Abnahme von 7,24 Prozent“, berichtet Alfred Geyer, Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, kürzlich zur Verkehrsstatistik 2011. Hauptunfallursache sei einmal mehr überhöhte Geschwindigkeit gewesen. Aber auch Fehler beim Überholen, Vorbeifahren und die falsche Straßenbenutzung zählen zu den vorrangigen Ursachen für Verkehrsunfälle. Enorm zugenommen hätten laut Geyer Unfälle unter Alkoholeinfluss.

Noch im Jahr 2010 waren es laut der Statistik der Polizei 7,24 Prozent mehr Verkehrsunfälle. „Erfreulich ist, dass es weniger sogenannte Kleinunfälle gab,“ so Geyer. „Wir vermuten, dass das witterungsbedingt war.“ Allerdings sei die Zahl der Unfalltoten auf den Straßen im Landkreis mit 14 gleich geblieben. Hauptursache für Verkehrsunfälle sei das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit. Dabei seien im letzten Jahr 274 Unfälle mit 173 Verletzten registriert worden. „Wegen zu schnellen Fahrens verloren im Jahr 2011 acht Menschen ihr Leben“, so Alfred Geyer. Der wohl folgenschwerste Unfall im Landkreis habe sich am 1. Juni in Penzing ereignet. Ein 19-Jähriger geriet aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern und kollidierte mit dem Gegenverkehr, einem Zaun und einer Straßenlaterne. Bei dem Aufprall wurde der Fahrer leicht und drei Insassen schwer verletzt. „Ein 13-jähriger Mitfahrer verstarb noch an der Unfallstelle“, erinnert sich Geyer. Bei 4,3 Prozent der gesamten Verkehrsunfälle habe Alkohol eine Rolle gespielt. „Das ist eine enorme Steigerung“, meint Geyer. Im Jahr 2008 habe der Anteil noch drei Prozent betragen. „Die Polizei hat im letzten Jahr 121 folgenlose Trunkenheitsfahrten festgestellt.“ 50 Trunkenheitsfahrten seien aufgrund der guten Präsenz der Landsberger Polizei und der Kontrolldichte verhindert worden. „Den Fahrern wird der Autoschlüssel abgenommen. Wenn sie wieder nüchtern sind, dürfen sie ihn dann bei uns abholen“, erklärt der Dienststellenleiter. Allerdings seien von allen 2739 Unfällen im vergangenen Jahr 61 unter Alkoholeinfluss passiert. Dabei habe es 34 Verletzte und drei Tote gegeben. „Jeder Tod, der da passiert, ist zu viel!“ Unter Drogeneinfluss dagegen seien nur drei Unfälle mit einem Verletzten passiert, Tote gab es hier keine. Mit insgesamt 113 Einsatzstunden überwacht die Landsberger Polizei die Straßen in ihrem Zuständigkeitsbereich mit der Laserpistole. Es habe im vergangenen Jahr 678 Beanstandungen wegen zu schnellen Fahrens gegeben, 488 davon mussten sogar zur Anzeige gebracht werden. „Sie waren mehr als 20 km/h zu schnell“, so Geyer. „Alles was darunter ist, gibt lediglich eine Verwarnung.“ Einer der auffälligsten Vorfälle geschah auf der B17 bei Denklingen: „Ein Auto ist Tempo 185 statt der dort zulässigen 100 gefahren.“ Wann und wo am häufigsten Unfälle passieren – dafür gebe es im Bereich der Polizei Landsberg keine besonderen Anzeichen. Alfred Geyer versichert: „Es gibt keine speziellen Brennpunkte.“ Mit verstärkten Streifen, vielen Präventionsprojek­ten, Verkehrserziehung in den Schulen und Geschwindigkeitskontrollen will die Polizei laut ihrem Dienststellenleiter Geyer auch weiterhin versuchen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken.

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