Bauausschuss Landsberg

Keine Details zu Rad- und Gehwegen

Katharinenstraße in Landsberg am Lech
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Der Bauausschuss hatte konkrete Maßnahmen für das Geh- und Radmobilitätskonzept beispielsweise für die Katharinenstraße erhofft. Und wurde herb enttäuscht.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – „Ergebnispräsentation“ stand in Bezug auf das Geh- und Radmobilitätskonzept für die Stadt auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Was die Stadträte am Mittwoch vergangene Woche zu hören bekamen, war aber kein Maßnahmenkatalog , wie ihn wohl die meisten erwartet hatten. „Ich vermisse konkrete Handlungsempfehlungen“, sagte Jonas Pioch (Landsberger Mitte) verstimmt nach der Vorstellung des Konzeptes.

Die Details der rund 150 definierten Maßnahmen seien mit Dr. Daniel Broschart, Mitarbeiter des Referats Stadtplanung, im Detail ausgearbeitet und „auf machbarer Ebene mit der Stadtverwaltung abgestimmt“, beschwichtigte Henrik Sander vom 2019 mit der Konzepterstellung beauftragten Hamburger Verkehrsplanungsbüro „orange edge“. Dafür wurden damals gut 80.000 Euro eingestellt.

Vorgestellt hatte er allerdings nur Grundzüge wie die Lage der Nord-Süd- und Ost-Westverbindungen oder die Kategorisierung des Straßennetzes in Haupt-, Neben- und Freizeitnetz. Für diese Kategorisierung habe man örtliche Ziel-Prioritäten wie Bahnhof, Schulen, Geschäfte gewählt und sich zudem an den Verkehrszahlen orientiert. Es gebe bereits viele Rad- und Gehweg-Möglichkeiten, aber das Gesamtnetz fehle. Und die vorhandenen Radwege entsprächen oft nicht den geforderten Standards.

In schmalen Straßen wie der Münchener Straße könne man mit Piktoggrammketten auf der Fahrbahn arbeiten. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Autofahrer so mehr Rücksicht auf Radler nehmen, als wenn eine eigene Fahrradspur vorhanden sei. In der Katharinenstraße könne man eventuell Parkplätze reduzieren oder die vorhandenen teilweise zu Kurzzeitparkplätzen ändern. Man dürfe aber nicht „gegen das Auto“ planen.

Beim Konzept für die Von-Kühlmann-Straße sei wichtig, den Radverkehr von Anfang an auch im neuen Wohngebiet ULP zu integrieren. Wenn man sofort vor der Haustür mit dem eigenen Rad losfahren könne, behalte man das bei. Bei der Iglinger Straße müsse man sich überlegen. ob man die Grünflächen erhalten wolle oder sie als Radwege nutzen wolle. Auch ein Radweg in der Augsburger Straße sei „machbar“.

Piochs äußerte seinen Unmut deutlich: „Wie werden die Maßnahmen konkret ausgestaltet? Wie wird das finanziell umgesetzt?“ Das bisher Gesagte sei alles zu abstrakt. Auch Dieter Völkel (SPD) hatte sich einen konkreten Maßnahmenkatalog erhofft. „Das, was bisher gesagt wurde, ist nicht wirklich etwas Neues.“ OBin Doris Baumgartl (UBV) entgegnete, dass die Details „für jede einzelne Straße“ den Rahmen der Ausschusssitzung sprengen würden. Es gehe jetzt darum, eine „Zielrichtung“ festzulegen. Eine Priorisierung der Maßnahmen könne sowieso erst mit dem Verkehrsentwicklungsplan festgelegt werden. Sei eine Vorstelllung der konkreten Maßnahmen gewünscht, werde man dafür auf einen Termin außerhalb des Ausschusses ausweichen. Auch Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) beschwichtigte, dass die Maßnahmen erst im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan „abgewogen“ werden könnten. Es gehe nicht nur darum, einzelne Radwege zu ändern, sondern um eine Änderung des Mobilitätsverhalten. „Macht es Sinn, den Radverkehr an einer Straße zu forcieren? Gibt es Alternativen?“

Beschluss vertagt

Pioch hakte nach, wie er ohne Kenntnis der Maßnahmen beschließen solle, das Ergebnis des Geh- und Radmobilitätskonzeptes in den Verkehrsentwicklungsplan zu integrieren, wie es in der Beschlussvorlage zu lesen sei. Und beantragte letztendlich die Vertagung des Beschlusses, was auch die Stadträte der anderen Fraktionen begrüßten.

Der Ausschuss beschloss letztendlich nur die vorgestellte Kategorisierung der Straßen in Haupt-, Neben- und Freizeitnetz als Basis, auf der man weiterarbeiten könne.

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