Feinstaubfreie Silvesteralternative?

Keine Drohnen-Show in Schondorf

Drohnenfeuerwerk am See
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Zu teuer: Der Schondorfer Gemeinderat hat sich gegen ein Drohnenfeuerwerk entschieden (Symbolbild).
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Schondorf – Das eher triste Corona-Silvester ohne geselliges Feiern und mit weniger Knallerei als sonst ist gerade mal ein paar Wochen vorbei, da wurde im Schondorfer Gemeinderat das nächste Silvester besprochen. Es ging um „feinstaubfreie Alternativen zum Jahreswechsel“.

Anke Neudel, Schondorfs grüne Veranstaltungsreferentin ohne Sitz im Gremium, plädierte an Stelle von privaten Feuerwerken auf eine gemeindliche Show mit Drohnen oder Laser. Da derartige Himmelsspektakel schnell ausgebucht seien, müsse mal sich zeitnah entscheiden. Sie selbst präferiere die Darbietung mit weithin sichtbaren leuchtenden Drohnen, da die Laser-Show räumlich nur kompliziert umzusetzen sei.

Nach anfänglicher Begeisterung bei der PowerPoint- und Filmpräsentation kam bei den Kosten schnell die Ernüchterung. Eine neunminütige Show mit 110 Drohnen und Finale mit dem Wappentier Einhorn hoch am Himmel würde satte 20.000 Euro verschlingen. „Zuviel für eine kurze Bespaßung der Bevölkerung“ fand Wolfgang Schraml

(FWS). Neudels Gegenrechnung: Sie wolle die Nachbargemeinde Greifenberg mit ins Boot holen sowie durch Spenden oder Crowdfunding Geld sammeln. Die Gemeinde müsste nur die 7.000 Euro beisteuern, die sie mit der Absage des letztjährigen Feuerwerks eingespart habe. Die Entscheidung, ob sich Greifenberg beteiligt, wollten die Gemeinderäte nicht mal abwarten und votierten mit 11:5 gegen die Drohnenshow.

Ob trotz einem gemeindlichen Himmels-Spektakel privat weniger Feuerwerk abgebrannt werde, bezweifelten viele Räte. Helga Gall (Bündnis 90/Die Grünen) schlug nach Recherchen im Internet vor, Flächen wie die Seeanlagen oder rund um die St. Jakobs-Kirche mit einem Knallerverbot zu belegen, was rechtlich machbar sei. Das stieß bei Rainer Jünger (CSU) auf wenig Gegenliebe: „Typisch Verbotspartei. Man muss es doch einmal im Jahr richtig krachen lassen dürfen!“ Ob das in zehn Monaten so klappt, wird allerdings der Verlauf der Corona-Pandemie entscheiden.
Dieter Roettig

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