Dauerbrenner Lagerfeuer

Keine Feuerstelle in Landsbergs Innenstadt - Grillplatz-Konzept ist geplant

Menschen mit Gitarre vor Lagerfeuer.
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Lagerfeuerexperte und heutiger Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann – vor längerer Zeit. Als ehemaliger Pfadfinder und Mitbegründer des Jugendbeirats kennt er das Dauerthema „Feuerstelle in Landsberg“ nur zu gut.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – Wer öfter am Lech­ufer spazierengeht, dem begegnen hier und da die verkohlten Reste eines Lagerfeuers. Erlaubt ist das nicht, immerhin ist das Ufer größtenteils Naturschutzgebiet. Dass Jugendliche – und nicht nur die – in und um Landsberg gerne mal am prasselnden Feuer sitzen würden, ist aber verständlich – auch für den Zweiten Bürgermeister Moritz Hartmann, ehemaliger Pfadfinder und somit Experte beim Thema Lagerfeuer. Dass die Platzsuche schwierig ist, weiß er seit seinem 15 Lebensjahr. Damals stellte er als Jugendbeirat seinen ersten Antrag auf eine legale Feuerstelle. 

„Bis die verwirklicht wurde, hat es fünf Jahre gedauert“, erinnert sich Hartmann lachend. Jetzt, nach Jahren in der Politik, wisse er, warum so etwas so lange dauern könne. „Aber mit 15 sind fünf Jahre eine Ewigkeit.“ Das Ergebnis des Antrags war bis vor rund zehn Jahren am Bolzplatz in der Weilheimer Straße zu finden. Die ersten Beschwerden von Anliegern gegen die dortige Feuerstelle seien aber schon in den ersten tagen seiner Existenz gekommen, weiß Hartmann: Einer der Jugendlichen hatte sich, anstatt eigenes Feuerholz mitzubringen, am Holzstapel des Nachbarn bedient.

Aktuell gibt es im Stadtbereich nur eine Feuerstelle: auf dem Kinder- und Jugendplatz in Erpfting. Sogar der Zeltplatz am Windachspeicher ist momentan geschlossen. Dafür sammeln sich Jugendliche – und mit ihnen auch massenhaft Müll – auf dem offiziell gesperrten Weg am Lech-Westufer entlang.

„Früher war am Lechufer auf der Höhe des IKG noch recht viel los“, weiß Hartmann. Denn er ist nicht nur Gründungsmitglied des Landsberger Jugendbeirats gewesen, sondern auch Pfadfinder. Und die wüssten, wie man ein Feuer macht: „Bei uns ist damals nicht wirklich was passiert.“ Selbst wenn die Feuer oft im Naturschutzgebiet, zum Beispiel im Kongo oder am Alten Wehr prasselten. Auch gegenüber der Teufelsküche gebe es ein paar schöne Stellen, weiß Hartmann. Generell seien die Kiesbänke ja schon allein mit der Nähe zum Wasser ideal für ein Lagerfeuer. Aber eben Naturschutzgebiet.

Um eine Stelle zu finden, hätten sie deshalb früher auch mit Grundstücksbesitzern gesprochen, um ein Feuer auf deren Flächen machen zu dürfen. Neben dem eigenen Feuerholz war oft auch eine Feuerschale mit dabei – und danach wurde sogar die Asche wieder mit nachhause genommen. „Wir haben die Feuerstelle fast sauberer hinterlassen, als wir sie angetroffen haben“, erinnert Hartmann. Abgesehen davon seien sie meistens mit dem Rad unterwegs gewesen. „Und da kann man gar nicht so viel Müll mitnehmen.“ Wichtig war ihnen, dass die Feuerstellen nicht mit dem Auto erreichbar waren – und deshalb auch nicht bei vielen bekannt.

„Seit dem letzten Jahr sind die Feuer am Lechufer wieder häufiger geworden“, berichtet Hartmann: Aufgrund der fehlenden Ausgehmöglichkeiten hätten sich die Jugendlichen im Sommer im Freien getroffen, auch im Englischen Garten oder im Wildpark – und das gerne mit Feuermachen verbunden. Hartmann nennt das den „Verdrängungseffekt“.

Heute sei legales Feuermachen fast eine Wissenschaft, weiß der Zweite Bürgermeister. „Darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben.“ So darf man beispielsweise ein sogenanntes Kochfeuer mit einer Höhe bis zu 30 Zentimeter anzünden, ohne es anzumelden. Alles, was höher flackert, muss angemeldet werden. Zudem muss eine Feuersicherheitswache vor Ort sein. Im Vergleich dazu war früher offensichtlich tatsächlich vieles besser: „Das war eine Art rechtliche Grauzone“, sagt Hartmann. Hinterließen die Jugendlichen den Platz sauber, drückten die Behörden ein Auge zu. Aber schon damals blieben in der Öffentlichkeit vor allem die in Erinnerung, die am unangenehm auffallen: die Scherben und Müll liegenlassen, extrem laut sind oder Wiese und Busch ankokeln.

Um den Jugendlichen in Landsberg wieder eine Feuerstelle bieten zu können, will Juze-Leiter Matthias Faber jetzt mit dem Jugendbeirat und „LLäuft“ ein Konzept für einen Grillplatz erstellen. „Der könnte ja vielleicht auch nur zeitweise, also im Sommer in Betrieb sein“, sagt Hartmann. Einen konkreten Ort dafür gibt es aber noch nicht. Und außerdem sei es auch nicht unbedingt ein Grillplatz, den die Jugendlichen benötigen, weiß Hartmann. „Die wollen vor allem das Feuer.“

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