Keine leichte Aufgabe

Derzeit ist es ein kalter und staubiger Arbeitsplatz: Museumsleiterin Sonja Fischer vor einem der Erdgeschoss-Räume, die mit einem Durchbruch verbunden werden, um einen zusätzlichen Fluchtweg zu schaffen. Foto: Eckstein

Ein Schmuckstück ist es ohne Zweifel, ein wichtiges Gebäude der Stadtgeschichte. Doch für einen modernen Museumsbetrieb ist es nur bedingt geeignet. Über die Zukunft des Neuen Stadtmuseums beriet auch der Verein der Museumsfreunde auf seiner Hauptversammlung am Donnerstag.

Bereits im Erdgeschoss ist das Thema praktisch vorgegeben: hier beherrschen Bauarbeiten das Bild, denn um mit zusätzlichen Fluchtwegen wesentliche Brandschutzauflagen zu erfüllen, wird ein Durchbruch zwischen zwei Räumen geschaffen und ein zusätzliches Fenster zur Von-Helfenstein-Gasse gebrochen. Grund für diese Veränderung ist die Verschärfung der Vorschriften. „Bislang gab es einen gewissen Spielraum für denkmalgeschützte Gebäude“, erklärte Museumsleiterin Sonja Fischer, „das ist leider nicht mehr so.“ Die neue Regelung zeigt sich auch in der Sperrung des dritten Obergeschosses und einer Begrenzung der Besucherzahlen im ersten Obergeschoss: Nur 39 Personen dürfen sich noch im Treppenfoyer aufhalten. Die Konsequenz: Vernissagen und andere Veranstaltungen müssen ins Erdgeschoss verlagert werden. Doch sind diese Maßnahmen nur ein kleiner Posten in dem Gesamtpaket, das nötig wäre, um das Gebäude zukunftsfähig zu machen, wie Oberbürgermeister Ingo Lehmann erläuterte: Mehr Fluchtwege, ein zweiter Treppenaufgang und ein Lift sind nur die wesentlichsten Punkte. „Das Problem ist nicht, dass das viel Geld kostet“, betonte Lehmann. „Das Problem ist, es kostet Geld und trotzdem ist hinterher niemand richtig zufrieden.“ Zudem stelle sich die Frage, wie man diese Maßnahmen realisieren könne ohne der historischen Bausubstanz und dem Charakter des Gebäudes zu schaden. Doch bekenne sich die Stadt ausdrücklich zum Museum, das zeige sich auch im Umbau eines der Mannschaftsgebäude der Lechrainkaserne zum gemeinsamen Depot für Museum und Stadtarchiv, der insgesamt mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt ist. „Nur den Standort des Museums halte ich für problematisch.“ Eine mögliche Lösung sei die Trennung der Stadtgeschichte von der Kunst. Sollten die Gemäldeausstellungen ausgelagert werden, würde es reichen, nur das Erdgeschoss und den ersten Stock als Museum zu nutzen, was einige Umbauten ersparen würde. Auch Museumsleiterin Sonja Fischer sprach sich für diese Trennung aus. „Durch eine klare Profilierung steigt die Chance, mehr Menschen zu erreichen.“ Sie wünscht sich mehr Raum, um die Geschichte Landsbergs im 20. Jahrhundert darstellen zu können. „Eine solche Ausstellung würde besonders Schulklassen interessieren, nicht nur aus Landsberg, sondern auch aus Augsburg und München“. Wo allerdings die Kunstausstellungen stattfinden sollen, ist noch unklar. Lösungsansätze versprechen sich Oberbürgermeister und Museumsleiterin von Professor Matthias Theodor Vogt, der im Auftrag der Stadt ein kulturelles Gesamtkonzept der Stadt erstellt. Neben der Inventarisierung, die dem Umzug ins Depot vorangeht, ist das Museumsteam derzeit bereits damit beschäftigt, die nächste Ausstellung vorzubereiten: Nach Abschluss der Bauarbeiten soll am 10. April die Ausstellung „Das Landsberger Ruethenfest“ eröffnet werden.

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