Lüften bleibt die Methode der Wahl

Keine Luftreinigungsgeräte für die Schulen im Landkreis Landsberg

Lüfter in Klassenzimmer
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Lüften bleibt die Methode der Wahl. Der Landkreis wird für seine Schulen keine weiteren Luftreiniger wie etwa diesen AirDoctor bestellen.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landkreis – In einigen Klassenzimmern leuchten sie schon: die CO2-Sensoren, die mittels Ampelfarben anzeigen, wann in einem Raum gelüftet werden muss, um das Coronavirus einzudämmen. Propagiert wurde aber wurden auch mobile Luftreinigungsgeräte. Davon hat der Landkreis Landsberg fünf bestellt. Und bei diesen fünf bleibt es auch. Der Kreisausschuss votierte einstimmig gegen die Beschaffung weiterer Geräte.

In der Wolfgang-Kubelka-Real­schule gibt es laut Christian Kusch, Hochbau­amts­leiter im Landratsamt, tatsächlich nur fünf Räume, die nicht gut gelüftet werden können – mangels möglicher Querlüftung. Für diese fünf Räume wurden bereits im vergangenen Jahr die Fördermittel seitens des Freistaates für fünf Luftreinigungsgeräte beantragt – der Freistaat steuerte im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung zum infektionsschutzgerechten Lüften in Schulen“ 17.500 Euro bei. Die Geräte seien bereits bestellt, so Kusch. Zeitgleich hatte der Landkreis auch 464 CO2-Sensoren geordert. Dafür gab‘s knapp 50.000 Euro vom Freistaat.

Seit Ende Januar wären jetzt auch Fördergelder vom Freistaat für mobile Luftreinigungsgeräte in Schulen abgreifbar, ohne dass die ‚unzureichende Lüftungsmöglichkeit‘ in dem jeweiligen Klassenzimmer vorliegt. Der Landkreis hat als Schulaufwands­träger in „seinen Schulen“, nach­gefragt – und Bedarfsmeldungen erhalten: 215 Geräte hätte man gerne. Dabei unterschieden sich die Bedarfe stark, informierte Kreiskämmerer Thomas Markthaler im Kreisausschuss vergangenen Woche. Dafür werden rund 900.000 Euro fällig, die Förderung beschränkt sich aber auf 1.750 Euro pro Raum. Und damit müsste der Landkreis für die mobilen Luftreiniger über 525.000 Euro berappen. Haushaltsmittel seien dafür nicht eingestellt, erklärte Markthaler. Aber da die Sanierung der Beruflichen Schulen in diesem Jahr wohl nicht im geplanten Umfang starten könne, wären diese Gelder frei. Somit kein Problem.

Dennoch lehnte der Kreisausschuss die Beschaffung weiterer Geräte einstimmig ab. Ein Grund sind die hohen Wartungskosten. Markthaler rechnet mit rund 150.000 Euro pro Jahr. Wenn die Luftreiniger aber nicht regelmäßig gewartet würden, seien das „Dreckschleudern“, warnte Josef Loy (CSU). Die anwesenden Kreisräte bezweifelten aber vor allem den Nutzen der mobilen Luftreiniger. Denn sie ersetzten nicht das Lüften.

Thomas Salzberger (SPD) sprach auch die Lautstärke der Geräte an. Außerdem werde es jetzt ja wieder wärmer und ein „Lüften ohne Winterjacke“ damit möglich. Auch Doris Baumgartl (UBV) sieht in den Geräten aufgrund der Lautstärke eine „zusätzliche Belastung“. Peter Friedl (Grüne) informierte, dass es laut Studien kein effizienteres Mittel gegen die Ausbreitung der Aerosole in geschlossenen Räumen als das Lüften gebe. Generell müsse man sich auch fragen, wie lange die Geräte noch notwendig seien, betonte Friedl. Die Pandemie könne ja eventuell in diesem Jahr schon beendet sein. Und dann sitze man letztendlich auf einem Haufen Elektroschrott.
Susanne Greiner

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